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Untertitel statt Gebärdensprache

Karin Kestner kämpft für Rechte Gehörloser
Karin Kestner kämpft für Rechte Gehörloser
Foto: Verlag Karin Kestner

SCHAUENBURG/BONN (KOBINET) Phoenix stellt das bisherige Angebot, "Tagesschau" und "heute-journal" parallel mit einem Gebärdendolmetscher zu übertragen, ein. Stattdessen setzt man künftig auf Untertitelung, auch über die beiden Nachrichtenformate hinaus. Karin Kestner, Verlegerin und Gebärdensprachdolmetscherin, hat heute die Entscheidung des öffentlich-rechtlichen Senders scharf kritisiert. Sie sprach von einer Diskriminierung Gehörloser auf höchster Ebene.

In einem offenen Brief auf ihrer Webseite verwies sie auf die Demonstration am 14. Juni in Berlin, mit der nach Angaben des Deutschen Gehörlosen-Bundes 12 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Recht auf Gebärdensprache auf die Straße gegangen waren. „Ist das das Ergebnis“, fragt Kestner. Das Streichen der Einblendungen von Gebärdensprachdolmetschern könne nicht hingenommen werden.

Am 7. Juli zeigt Phoenix zum letzten Mal die „Tagesschau“ mit eingeblendetem Gebärdendolmetscher. Ab dem 8. Juli wird das Angebot ebenso wie beim „heute-journal“ zugunsten der Untertitelung eingestellt, wie der Sender am Freitag bekannt gab. Dies geschehe im Zuge der allgemeinen Einführung von Untertiteln, wurde von Phoenix mitgeteilt.