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Lust auf Mehr

Kai Pflaume und Ottavio Tavormina
Kai Pflaume und Ottavio Tavormina
Foto: ARD

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Foto: ARD

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Foto: ARD

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Foto: ARD

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Kai Pflaume und Ottavio Tavormina
Foto: ARD

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Kai Pflaume und Ottavio Tavormina
Foto: ARD

KASSEL (KOBINET) Der gestrige Fernsehabend in der ARD mit dem Fernsehfilm "So wie du bist" und der anschließenden Dokumentation mit Kai Pflaume unter dem Motto "Zeig mir Deine Welt" hat nach Ansicht von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul Lust auf Mehr gemacht. Um 18.50 Uhr wird heute der 2. Teil der Dokumentation in der ARD ausgestrahlt.

Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul

Wann hat man das schon, dass in der Hauptsendezeit von ARD oder ZDF ein Film zum Thema Behinderung mit Schauspielern, die selbst behindert sind, gesendet wird, bei dem bei kritischen Beobachtern der Behindertenszene kein fahler Beigeschmack zurück bleibt. Gestern Abend war wegen der großen Hitze sicher nicht der ideale Fernsehabend. Diejenigen, die den Abend dennoch vor der Glotze verbracht haben, wurde meines Erachtens mit dem österreichisch deutschen Fernsehfilm „So wie du bist“ aber ein guter Einblick in die Situation von Menschen mit Down Syndrom geboten. Auch wenn die Geschichte im Zeitraffer natürlich etwas verkürzt dargestellt werden musste, war der Film ein gutes Kontrastprogramm zu den sonst üblichen Horrorgeschichten über die großen Probleme, die Menschen mit Down Syndrom bereiten und die dann für Bluttests, Präimplantationsdiagnostik und dergleichen herhalten müssen, um das Leben von Menschen mit Down Syndrom zu verhindern.

Vor allem bestachen die Schauspielerinnen und Schauspieler mit Down Syndrom in diesem Film durch ihr schauspielerisches Können und machten Hoffnung darauf, dass es mehr behinderte Menschen in die Filmbranche schaffen und ganz normaler Bestandteil von Filmen werden. Der Film hat nicht nur Ausgrenzungs- und Bevormundungsmechanismen in unserer Gesellschaft deutlich gemacht, sondern auch die oft versteckte Unsicherheit und Schwäche zum menschlichen Umgang miteinander von so manchen vermeintlich Nichtbehinderten.

Der Fernsehfilm als solcher wäre meines Erachtens also schon ein Highlight für sich gewesen. Die anschließende Dokumentation mit Kai Pflaume, der Menschen mit Down Syndrom unter dem Motto „Zeig mir Deine Welt“ in ihrem Lebensumfeld besuchte, krönte den Filmabend jedoch. Einfühlsam, auf gleicher Augenhöhe und durch eine Auswahl von Menschen mit Down Syndrom, die ganz normal am Leben der Gesellschaft teilnehmen und nicht das übliche Bild der in Sonderwelten lebenden behinderten Menschen verkörpern, gelang es Kai Pflaume zusammen mit den Interviewten eine wirklich sehenswerte Dokumentation auf die Mattscheibe zu bringen. Dabei agierte er nicht als der neutrale Beobachter, der von oben herunter behinderte Menschen einfach duzt und beim Vornamen nennt, um selbst distanziert zu bleiben. Diese Begegnung fand auf gleicher Augenhöhe also auf einer gegenseiten Du-Ebene statt, bei der auch Kai Pflaume Fragen über sich beantwortete. Also ein unumwundenes Kompliment für diese Filme, die Hoffnung darauf machen, dass bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten die UN-Behindertenrechtskonvention langsam aber sicher ankommt.

Heute um 18.50 Uhr strahlt die ARD den zweiten von insgesamt vier Teilen der Dokumentation „Zeig mir Deine Welt“ mit Kai Pflaume aus. Der 3. Teil folgt am 21. Juni ebenfalls um 18.50 Uhr in der ARD und am Samstag, 22. Juni wird der 4. und letzte Teil der Dokumentation um 18.00 Uhr in der ARD gesendet.

Link zu weiteren Informationen zur Dokumentation Zeig mir Deine Welt