Menu Close

Diakonie kritisiert Finanzierung des Kita-Gesetzes bis 2034

Logo Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Logo Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Foto: Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

BERLIN (kobinet)

Anlässlich der Anhörung im Bundestag am 2. November 2026 zum Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) kritisiert die Diakonie Deutschland, dass sinkende Geburtenzahlen als Grundlage für geringere Personal- und Finanzbedarfe in der frühkindlichen Bildung herangezogen werden. "Weniger Kinder bedeuten nicht automatisch weniger Bedarf an Ressourcen. Die Anforderungen an Kitas wachsen – etwa bei der Sprachförderung, Inklusion, individuellen Förderung, Gestaltung von Übergängen und Unterstützung von Familien", sagte Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland. "Mehr Qualität braucht eine sichere Finanzierung."

Das Gesetz regelt die Grundlagen zur Finanzierung der neuen Vorgaben nur bis 2034. In diesem Zeitraum sollen die Mittel sinken. Die Diakonie kritisiert zudem, dass die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege nicht an der Anhörung beteiligt wurden. Weder die Diakonie noch die evangelischen Kirchen, unter deren Dach über 600.000 Plätze in Kinderkrippen, Kindergärten und Horten angeboten werden, waren vertreten. "Politik kann nur funktionieren, wenn diejenigen, die die Arbeit vor Ort leisten, auch von ihren Erfahrungen und ihren Bedarfen berichten können. Das ist hier leider gar nicht der Fall", sagte Schuch.

Fast jede zweite Kita in Deutschland befindet sich in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Rund die Hälfte aller Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen arbeitet dort. "Ich erwarte vom Deutschen Bundestag, dass die Stimmen dieser Mitarbeitenden und ihrer Einrichtungen gehört werden, wenn es um die Qualität in Kitas geht", so Schuch.

Die Diakonie begrüßt das im Koalitionsvertrag angekündigte Vorhaben, mit dem SCQEG die Qualität der Kindertagesbetreuung weiterzuentwickeln. Die Stärkung von Sprachförderung, die gezielte Unterstützung von Kindern in herausfordernden Lebenslagen sowie die Verbesserung der Fachkräftesituation seien zentrale Voraussetzungen für mehr Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern. Gleichzeitig betont Schuch: "Gerade vor dem Hintergrund, dass Kinder in unserer Gesellschaft zunehmend zu einer demografischen Minderheit werden, muss es unser Anspruch sein, jedes einzelne Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen, Potenzialen und Entwicklungschancen in den Blick zu nehmen." Sinkende Geburtenzahlen dürften nicht dazu führen, dass weniger in Kinder und ihre Zukunft investiert werde.

Lesermeinungen

Bitte beachten Sie unsere Regeln in der Netiquette, unsere Nutzungsbestimmungen und unsere Datenschutzhinweise.

Sie müssen angemeldet sein, um eine Lesermeinung verfassen zu können. Sie können sich mit einem bereits existierenden Disqus-, Facebook-, Google-, Twitter-, Microsoft- oder Youtube-Account schnell und einfach anmelden. Oder Sie registrieren sich bei uns, dazu können Sie folgende Anleitung lesen: Link
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Lesermeinungen
Neueste
Älteste
0
Wir würden gerne Ihre Meinung lesen, schreiben Sie einen Leserbrief!x