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BESSER-Projekt gewinnt MSD-Gesundheitspreis 2026

Sechs Personen auf einem kleinen Podest wobei eine Frau in der Mitte einen Hefter mit der Urkunde des Gesundheitspreises zeigt.
Bei der Verleihung des MSD Gesundheitspreises
Foto: Evangelische Stiftung Alsterdorf

HAMBURG (kobinet)

Das Evangelische Krankenhaus Alsterdorf (EKA) hat für sein Projekt BESSER den MSD-Gesundheitspreis 2026 erhalten. Das Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekt richtet sich an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Leonie Ruhwinkel, Jurymitglied und Head of Market Access bei MSD Sharp & Dohme GmbH, würdigte in ihrer Laudatio bei der Preisverleihung in München am 16. Oktober den "innovativen und zugleich hochrelevanten Versorgungsansatz" von BESSER. Das Projekt stehe beispielhaft für eine Gesundheitsversorgung, die niemanden zurücklasse, und zeige, "wie Innovation, Teilhabe und wissenschaftliche Evidenz zusammenwirken können, um die Gesundheit einer besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppe nachhaltig zu verbessern". Zudem lobte sie das "herausragende Engagement und diesen wegweisenden Beitrag zu mehr gesundheitlicher Chancengerechtigkeit".

Der MSD-Gesundheitspreis wird seit 2011 jährlich für Projekte verliehen, die die gesundheitliche Versorgung in Deutschland nachweislich verbessern. BESSER war eines von zehn nominierten Projekten.

Ulrich Scheibel, Medizinvorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, zu der das EKA gehört, betonte: "Wir alle wissen, wie gut und sinnvoll Prävention ist. In der Praxis hapert es trotzdem oft daran, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen. BESSER beweist, wie es funktionieren kann. Dass das durch die hochkarätig besetzte Jury gewürdigt wurde, freut uns sehr."

Birgit Pohler, die bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf den Bereich "Inklusive Gesundheit" leitet, sagte: "Dass unter den vielen hochkarätigen Projekten und Initiativen, die sich beworben hatten, gerade unsere Zielgruppe, die Menschen mit Behinderung, gesehen wurde, freut mich besonders."

Hintergrund des Projekts ist, dass Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung eine deutlich geringere Lebenserwartung haben als die Allgemeinbevölkerung. Obwohl sie besonders von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung profitieren würden, erreichen bestehende Angebote sie kaum. Das von 2021 bis 2025 vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderte Projekt BESSER setzte hier an. Gesundheitslots*innen unterstützten die Teilnehmenden dabei, in den Bereichen Bewegung, Stress, Sucht und Ernährung (BESSER) Ziele zu definieren und zu erreichen. Die Begleitung fand aufsuchend und partizipativ statt. Gleichzeitig stärkten die Gesundheitslots*innen inklusive gesundheitsförderliche Strukturen in den Lebenswelten der Zielgruppe, etwa durch den Abbau von Barrieren und die Verbesserung von Zugängen zu Angeboten.

Aktuell läuft in Hamburg das Nachfolgeprojekt BESSER Plus, das durch eine Förderung der Deutschen Fernsehlotterie und der Heinrich Leczynky Stiftung ermöglicht wird. Dabei soll der Ansatz in bestehende Versorgungsstrukturen integriert werden. Erprobt werden drei verschiedene Versorgungskontexte, um hinderliche und förderliche Faktoren für eine spätere Skalierung zu identifizieren.

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