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Frühzeitig auf mögliche Barrieren prüfen

Doctor and patient interaction in a hospital room, promoting healthcare support.
Doctor and patient interaction in a hospital room, promoting healthcare support.
Foto: Tima Miroshnichenko

WITTEN (kobinet)

Forschende des Lehrstuhls für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben eine Handreichung entwickelt, die Hospize und Palliativeinrichtungen dabei unterstützt, besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse schwerkranker Menschen einzugehen. Anlass ist die Beobachtung, dass aktuelle Defizite bei der Berücksichtigung dieser Bedürfnisse bestehen, etwa bei Patient:innen mit geringen Deutschkenntnissen oder gleichgeschlechtlichen Partner:innen, die nicht automatisch als Angehörige anerkannt werden.

"Nur weil diese Menschen in einer Einrichtung bisher nicht sichtbar sind, heißt das nicht, dass es keinen Bedarf gibt. Es kann sein, dass bestimmte Menschen durch bestehende Barrieren gar nicht erst den Weg in die Versorgung finden", erklärte Till Neugebauer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Versorgungsforschung der UW/H. Die Forschenden empfehlen daher, Angebote und Abläufe frühzeitig auf mögliche Barrieren zu überprüfen, statt erst zu reagieren, wenn Schwierigkeiten auftreten.

Die Handreichung entstand im Forschungsprojekt ParDiMi (Partizipative Entwicklung einer Handreichung zur diversitätssensiblen Palliativ- und Hospizversorgung am Beispiel des Migrationshintergrunds) gemeinsam mit Patient:innen, Angehörigen und Beschäftigten. Sie enthält konkrete Anregungen für den Hospizalltag, etwa:

- Festlegung, wann professionelle Dolmetscher:innen hinzugezogen werden,
- Bereitstellung mehrsprachiger Informationen,
- Einbeziehung gleichgeschlechtlicher Partner:innen in die Betreuung.

Fallbeispiele und praktische Tipps erleichtern die Umsetzung. Die Handreichung richtet sich an Einrichtungen, die Verbesserungspotenzial sehen, und soll erste Veränderungen anstoßen, ohne dass umfassende neue Versorgungskonzepte entwickelt werden müssen.

Das von der Deutschen Krebshilfe geförderte Projekt lief von Oktober 2023 bis Juni 2026. Die Handreichung sowie eine ergänzende Broschüre und kurze Einführungsvideos stehen kostenlos unter www.uni-wh.de/pardimi zur Verfügung.

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