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BSVH fordert Bachelor-Studiengang für Rehabilitationsfachkräfte in Hamburg

Zeichnung einer jungen Frau mt gelber Armbinde und Taststock
Zeichnung einer jungen Frau mt gelber Armbinde und Taststock
Foto: Pixabay/OpenClipart-Vectors

HAMBURG (kobinet)

Anlässlich des Tags des weißen Stockes fordert der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) die Einrichtung eines Bachelor-Studiengangs "Rehabilitation bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit". Damit unterstützt der Verein die Forderung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) und wendet sich an den Hamburger Senat, zeitnah Gespräche mit den beteiligten Einrichtungen aufzunehmen und konkrete Schritte einzuleiten.

Der Fachkräftemangel in diesem Bereich ist bundesweit gravierend. Schon jetzt müssen blinde und sehbehinderte Menschen in einigen Regionen bis zu einem Jahr auf Schulungen in Orientierung und Mobilität (O&M) oder Lebenspraktischen Fähigkeiten (LPF) warten. In den kommenden zehn Jahren werden zudem über 40 Prozent der derzeit tätigen Fachkräfte in den Ruhestand gehen, während der Bedarf durch den demografischen Wandel steigt.

Bisher erfolgt die Qualifizierung zur Rehabilitationsfachkraft über eine kostenintensive Weiterbildung, die auf einem sozialen oder Gesundheitsberuf aufbaut. Ein grundständiger Bachelor-Studiengang könnte den Beruf attraktiver machen und langfristig Nachwuchs sichern. Hamburg und Marburg gelten laut DBSV als besonders geeignete Standorte. In Hamburg bestehen mit dem Institut für Rehabilitation und Integration Sehgeschädigter (IRIS) e.V. und dem Studiengang "Pädagogik bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit" an der Universität Hamburg bereits wichtige fachliche Strukturen. IRIS ist eine von bundesweit nur zwei Ausbildungsstätten für Rehabilitationsfachkräfte.

"Hamburg bringt mit dem IRIS und der Universität Hamburg hervorragende Voraussetzungen für einen solchen Studiengang mit. Wir brauchen jetzt die Bereitschaft des Senats, gemeinsam mit den beteiligten Einrichtungen konkrete Lösungen zu entwickeln. Es geht um die langfristige Versorgung blinder und sehbehinderter Menschen im gesamten Norden. Hamburg sollte diese Chance nutzen", sagt Heiko Kunert, Geschäftsführer des BSVH.

Rehabilitationsmaßnahmen wie O&M- und LPF-Schulungen ermöglichen blinden und sehbehinderter Menschen ein selbstbestimmtes Leben. Sie tragen dazu bei, Unfälle, Pflegebedürftigkeit und weiteren Unterstützungsbedarf zu vermeiden oder zu verringern. "Investitionen in die Ausbildung von Rehabilitationsfachkräften stärken nicht nur die Selbstständigkeit und Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen. Sie sind auch gut angelegtes Geld, um das Sozialsystem langfristig von vermeidbaren Folgekosten im Gesundheits- und Sozialbereich zu entlasten. Wir müssen jetzt handeln, damit notwendige Unterstützung auch in Zukunft verfügbar ist", betont Kunert.

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