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Barrierefreiheit im Schienenverkehr mit Fortschritten und Defiziten

Logo des Deutschen Bahnkunden-Verband
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Foto: DBV

Berlin (kobinet)

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) zieht anlässlich der InnoTrans 2026 in Berlin ein gemischtes Fazit zur Barrierefreiheit im Schienenverkehr. Zwar werde Barrierefreiheit bei der Entwicklung von Fahrzeugen und technischen Systemen wie Buchungs- und Informationsangeboten zunehmend berücksichtigt, so Klaus Honold, Bundesvorstand für barrierefreie Mobilität beim DBV. Gleichzeitig bestünden im Alltag weiterhin erhebliche Defizite.

Honold betonte, dass neue Fahrzeuge und digitale Systeme allein nicht ausreichten. Entscheidend sei die Barrierefreiheit der gesamten Reisekette. Erschwerte Zugänge, fehlende Rampen, defekte Aufzüge, unzureichende Fahrgastinformationen und bundesweit unterschiedliche Bahnsteighöhen führten dazu, dass viele Menschen nicht selbstständig reisen könnten. Barrierefreiheit müsse daher ganzheitlich – analog wie digital – von Anfang an mitgedacht werden. Persönliche Unterstützung müsse zudem zeitnah und unkompliziert abrufbar bleiben, wenn technische oder bauliche Barrieren nicht vermeidbar seien.

Der DBV fordert konkret:

- Konsequente und zielgerichtete Förderung von Barrierefreiheit im bestehenden und zukünftigen Schienenverkehr, analog wie digital.
- Zuverlässig funktionierende Infrastruktur, inklusive regelmäßiger Wartung von Aufzügen und Zugangshilfen.
- Durchgängige, verständliche Fahrgastinformationen in Echtzeit, akustisch wie visuell, sowie für Menschen mit kognitiven Bedarfen – durch flächendeckende Umsetzung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG). Übergangsfristen seien im Interesse der Fahrgäste zu vermeiden.
- Verlässliche, zeitnahe und unkomplizierte personelle Unterstützung bei unvermeidbaren Barrieren, vergleichbar mit den Standards im Flugverkehr.
- Zielgerichtete und nachhaltige Sensibilisierung sowie Weiterbildung von Personal.

"Die InnoTrans hat gezeigt, was technisch möglich ist. Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass diese Möglichkeiten auch im Alltag der Fahrgäste ankommen. Barrierefreiheit darf kein Zukunftsversprechen bleiben, sondern muss für immer mehr Menschen heute selbstverständlich erfahrbar sein", sagte Honold abschließend.

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