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SoVD Niedersachsen fordert inklusiven Katastrophenschutz

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Foto: Sozialverband Deutschland

HANNOVER (kobinet)

Anlässlich des morgigen "Internationalen Tags der Katastrophenvorbeugung" mahnt der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen, Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige in Krisenplänen und Vorbereitungen stärker zu berücksichtigen. Überschwemmungen, Stürme und Extremtemperaturen nähmen in Deutschland zu, der Schutz der Bevölkerung werde daher immer wichtiger. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 habe gezeigt, dass insbesondere Menschen mit Behinderung und Ältere massiv benachteiligt seien, so der Verband. Damals seien zahlreiche Betroffene gestorben, darunter 12 in einer Einrichtung für behinderte Menschen.

"So etwas darf sich auf keinen Fall wiederholen. Die niedersächsische Landesregierung stellt zwar in ihrer neuen Strategie vulnerable Gruppen und den Hitzeschutz in den Vordergrund, allerdings passiert in der Praxis noch viel zu wenig. Konzepte und Leitfäden allein schützen noch keine Menschen", betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Der Katastrophenschutz müsse inklusiv sein und die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftigen berücksichtigen. "Allein in Niedersachsen leben fast 780.000 Bürger*innen mit einer Schwerbehinderung. Sie dürfen im Notfall nicht das Nachsehen haben", so Swinke.

Der SoVD fordert ein einheitliches und verbindliches Vorgehen. Kommunen müssten mit Pflegediensten, Behindertenverbänden und sozialen Einrichtungen Versorgungsketten und ein Notfallregister entwickeln, erläutert Swinke. So sei im Ernstfall klar, wer Unterstützung benötige und wer helfe. In Pflegeheimen, Krankenhäusern und Einrichtungen für behinderte Menschen seien verbindliche Notfallpläne, konkrete Ansprechpartner*innen und geschultes Personal notwendig. Zudem spiele barrierefreie Kommunikation eine zentrale Rolle: "Warnungen müssen gleichzeitig über Sirenen, Cell Broadcast, Warn-Apps, Radio, Fernsehen und Lautsprecher erfolgen. Außerdem brauchen wir visuelle Warnungen und leicht verständliche Informationen, damit alle Bescheid wissen", fordert der Vorstandsvorsitzende. Eine dauerhafte Finanzierung sei unerlässlich: "Bund und Land müssen die Kommunen so ausstatten, dass die Vorsorgemaßnahmen auch umgesetzt werden können."

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