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Kontaktgespräch Psychiatrie: Kein Generalverdacht gegen psychisch erkrankte Menschen

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Foto: Bundesverband evangelische Behindertenhilfe

BERLIN (kobinet)

Anlässlich des Tages der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2026 warnen Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie vor einer zunehmenden Ausgrenzung und Diskriminierung psychisch erkrankter Menschen. In den letzten Monaten sei ein gesellschaftliches Klima entstanden, das diese Gruppe unter Generalverdacht stelle, heißt es in einer Pressemitteilung. Medien berichteten oft unreflektiert über Menschen mit Gewaltpotenzial, wobei ein Bezug zu psychischen Erkrankungen hergestellt werde, selbst wenn unklar sei, ob eine solche vorliege oder mit der Tat im Zusammenhang stehe.

Hintergrund sei die Sicherheitsdebatte, ausgelöst durch mehrere Attentate in der Vergangenheit, insbesondere im Jahr 2025. In mehreren Bundesländern – darunter Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg – würden Neufassungen der Psychisch-Kranken-(Hilfe-)Gesetze vorbereitet oder umgesetzt. Diese sehen den Austausch und die Sammlung von Gesundheitsdaten vor oder weiten den Gefahrenbegriff aus. Eine Registrierung psychisch erkrankter Menschen würde jedoch keine der verübten Gewalttaten verhindert haben, betonen die Verbände.

Die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie fordern Medienschaffende auf, sensibler und differenzierter über die Ursachen von Gewalttaten zu berichten. Ein schlecht recherchierter Artikel könne jahrelange Bemühungen um Entstigmatisierung zunichtemachen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass in den Neufassungen der Gesetze die ärztliche Schweigepflicht aufgeweicht und die Möglichkeiten von Zwangseinweisungen ausgeweitet werden sollen. Eine Einschränkung der Menschenrechte von psychisch erkrankten Menschen zur Prävention von Gewalttaten werde nur in Deutschland diskutiert und umgesetzt; dies sei widersinnig, so die Verbände.

Gleichzeitig kritisieren sie, dass sich die Politik von den Medien treiben lasse und auf gefühlte Bedrohungen reagiere, obwohl sie es besser wisse. Die Verbände rufen alle demokratischen Politikerinnen und Politiker dazu auf, nicht für kurzfristige populistische Erfolge alle Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Generalverdacht zu stellen.

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