BERLIN (kobinet)
Am 10. Oktober ist ein besonderer Tag.
Das ist der Tag für seelische Gesundheit.
Das Jahr ist 2026.
Was machen Verbände?
Verbände sind Gruppen von Menschen.
Sie arbeiten für ein gemeinsames Ziel.
Die Verbände sagen:
Viele Menschen mit seelischen Krankheiten werden ausgeschlossen.
Seelische Krankheit bedeutet:
Die Seele ist krank.
Die Person fühlt sich dann sehr traurig.
Oder sie hat große Angst.
Ausgeschlossen bedeutet:
Die Person darf nicht mit-machen.
Andere Menschen wollen nichts mit ihr zu tun haben.
Diese Menschen werden auch benachteiligt.
Benachteiligt bedeutet:
Jemand bekommt weniger Chancen.
Oder er wird schlechter behandelt.
Das nennt man Diskriminierung.
Diskriminierung bedeutet:
Eine Person wird ungerecht behandelt.
Sie wird schlechter behandelt als andere.
In den letzten Monaten ist das noch schlimmer geworden.
Viele Menschen haben falsche Vorstellungen.
Sie denken:
Alle mit seelischen Krankheiten sind gefährlich.
Was ist eine Pressemitteilung?
Das steht in einer Pressemitteilung.
Eine Pressemitteilung ist eine Nachricht.
Verbände schreiben sie für Zeitungen.
Und für das Fernsehen.
Zeitungen berichten oft über Gewalt.
Sie schreiben:
Der Täter hat eine seelische Krankheit.
Aber oft stimmt das nicht.
Man weiß es nicht sicher.
Manchmal hat die Krankheit nichts mit der Tat zu tun.
Die Tat passiert aus anderen Gründen.
Das liegt an einer Debatte.
Eine Debatte ist ein Streit-Gespräch.
Menschen reden über verschiedene Meinungen.
Die Debatte geht um Sicherheit.
Sie begann durch schwere Angriffe.
Ein schwerer Angriff ist ein Attentat.
Bei einem Attentat verletzt jemand Menschen.
Oder er tötet sie.
Das passierte besonders im Jahr 2025.
Einige Bundes-Länder machen neue Gesetze.
Bundes-Länder sind die Teile von Deutschland.
Deutschland hat 16 Bundes-Länder.
Jedes Bundes-Land hat eigene Regeln.
Neue Gesetze für seelische Krankheiten
Die neuen Gesetze heißen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetze.
Das sind Regeln für Menschen mit seelischen Krankheiten.
Die Gesetze sagen:
So soll ihnen geholfen werden.
Die neuen Gesetze sagen:
Die Regierung will Gesundheits-Daten sammeln.
Gesundheits-Daten sind Informationen über Krankheiten.
Zum Beispiel:
Welche Medikamente jemand nimmt.
Oder welche Untersuchungen jemand hatte.
Die Regierung will auch mehr Menschen zwangs-einweisen.
Zwangs-Einweisung bedeutet:
Eine Person kommt in eine Klinik.
Sie will das nicht.
Aber es wird trotzdem gemacht.
Die Verbände kritisieren die neuen Gesetze.
Sie sagen:
Die Gesetze helfen nicht.
Sie hätten keine Gewalttat verhindert.
Forderungen der Verbände
Die Verbände fordern:
Zeitungen sollen besser berichten.
Sie sollen genauer nachforschen.
Ein schlechter Artikel kann Vorurteile verstärken.
Vorurteile sind falsche Meinungen über Menschen.
Das schadet Menschen mit seelischen Krankheiten.
Ein schlechter Artikel kann viel Arbeit kaputt machen.
Die Arbeit war für mehr Akzeptanz.
Akzeptanz bedeutet:
Alle Menschen werden so angenommen, wie sie sind.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die neuen Gesetze wollen auch die Schweige-Pflicht ändern.
Schweige-Pflicht bedeutet:
Manche Menschen dürfen nicht über alles sprechen.
Zum Beispiel:
Ärzte dürfen nicht über die Krankheiten ihrer Patienten reden.
Jetzt soll das anders werden.
Die Verbände sagen:
Das ist nicht sinnvoll.
Nur in Deutschland gibt es diese Diskussion.
In anderen Ländern gibt es das nicht.
Die Verbände kritisieren:
Die Politik hört zu sehr auf die Medien.
Die Medien berichten über gefühlte Bedrohungen.
Gefühlte Bedrohung bedeutet:
Man hat Angst.
Aber es gibt keine echte Gefahr.
Aufruf an die Politiker
Die Verbände rufen die Politiker auf:
Macht keine Gesetze für schnelle Erfolge.
Stellt nicht alle Menschen mit seelischen Krankheiten unter Verdacht.
Unter Verdacht bedeutet:
Man denkt, jemand hat etwas Schlimmes getan.
Aber man weiß es nicht sicher.
Foto: Bundesverband evangelische Behindertenhilfe
BERLIN (kobinet)
Anlässlich des Tages der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2026 warnen Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie vor einer zunehmenden Ausgrenzung und Diskriminierung psychisch erkrankter Menschen. In den letzten Monaten sei ein gesellschaftliches Klima entstanden, das diese Gruppe unter Generalverdacht stelle, heißt es in einer Pressemitteilung. Medien berichteten oft unreflektiert über Menschen mit Gewaltpotenzial, wobei ein Bezug zu psychischen Erkrankungen hergestellt werde, selbst wenn unklar sei, ob eine solche vorliege oder mit der Tat im Zusammenhang stehe.
Hintergrund sei die Sicherheitsdebatte, ausgelöst durch mehrere Attentate in der Vergangenheit, insbesondere im Jahr 2025. In mehreren Bundesländern – darunter Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg – würden Neufassungen der Psychisch-Kranken-(Hilfe-)Gesetze vorbereitet oder umgesetzt. Diese sehen den Austausch und die Sammlung von Gesundheitsdaten vor oder weiten den Gefahrenbegriff aus. Eine Registrierung psychisch erkrankter Menschen würde jedoch keine der verübten Gewalttaten verhindert haben, betonen die Verbände.
Die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie fordern Medienschaffende auf, sensibler und differenzierter über die Ursachen von Gewalttaten zu berichten. Ein schlecht recherchierter Artikel könne jahrelange Bemühungen um Entstigmatisierung zunichtemachen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass in den Neufassungen der Gesetze die ärztliche Schweigepflicht aufgeweicht und die Möglichkeiten von Zwangseinweisungen ausgeweitet werden sollen. Eine Einschränkung der Menschenrechte von psychisch erkrankten Menschen zur Prävention von Gewalttaten werde nur in Deutschland diskutiert und umgesetzt; dies sei widersinnig, so die Verbände.
Gleichzeitig kritisieren sie, dass sich die Politik von den Medien treiben lasse und auf gefühlte Bedrohungen reagiere, obwohl sie es besser wisse. Die Verbände rufen alle demokratischen Politikerinnen und Politiker dazu auf, nicht für kurzfristige populistische Erfolge alle Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Generalverdacht zu stellen.
Foto: Bundesverband evangelische Behindertenhilfe
BERLIN (kobinet)
Anlässlich des Tages der seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2026 warnen Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie vor einer zunehmenden Ausgrenzung und Diskriminierung psychisch erkrankter Menschen. In den letzten Monaten sei ein gesellschaftliches Klima entstanden, das diese Gruppe unter Generalverdacht stelle, heißt es in einer Pressemitteilung. Medien berichteten oft unreflektiert über Menschen mit Gewaltpotenzial, wobei ein Bezug zu psychischen Erkrankungen hergestellt werde, selbst wenn unklar sei, ob eine solche vorliege oder mit der Tat im Zusammenhang stehe.
Hintergrund sei die Sicherheitsdebatte, ausgelöst durch mehrere Attentate in der Vergangenheit, insbesondere im Jahr 2025. In mehreren Bundesländern – darunter Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg – würden Neufassungen der Psychisch-Kranken-(Hilfe-)Gesetze vorbereitet oder umgesetzt. Diese sehen den Austausch und die Sammlung von Gesundheitsdaten vor oder weiten den Gefahrenbegriff aus. Eine Registrierung psychisch erkrankter Menschen würde jedoch keine der verübten Gewalttaten verhindert haben, betonen die Verbände.
Die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie fordern Medienschaffende auf, sensibler und differenzierter über die Ursachen von Gewalttaten zu berichten. Ein schlecht recherchierter Artikel könne jahrelange Bemühungen um Entstigmatisierung zunichtemachen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass in den Neufassungen der Gesetze die ärztliche Schweigepflicht aufgeweicht und die Möglichkeiten von Zwangseinweisungen ausgeweitet werden sollen. Eine Einschränkung der Menschenrechte von psychisch erkrankten Menschen zur Prävention von Gewalttaten werde nur in Deutschland diskutiert und umgesetzt; dies sei widersinnig, so die Verbände.
Gleichzeitig kritisieren sie, dass sich die Politik von den Medien treiben lasse und auf gefühlte Bedrohungen reagiere, obwohl sie es besser wisse. Die Verbände rufen alle demokratischen Politikerinnen und Politiker dazu auf, nicht für kurzfristige populistische Erfolge alle Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Generalverdacht zu stellen.





Lesermeinungen