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BSG: Schriftliche Arbeitslosmeldung in Papierform ausreichend bei Beratungsfehler der Agentur

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Foto: VdK Deutschland

Berlin (kobinet)

Das Bundessozialgericht (BSG) hat mit Urteil vom 7. Oktober 2026 (Az: B 11 AL 4/25 R) entschieden, dass eine schriftliche Arbeitslosmeldung in Papierform ausreicht, wenn die Arbeitsagentur ihre Beratungs- und Hinweispflichten verletzt hat. Damit ändert das Gericht seine bisherige Rechtsprechung. Gegenstand des Verfahrens war die Frage, ob sich eine Klägerin wirksam arbeitslos gemeldet hatte. Das VdK-Mitglied hatte im März 2023 schriftlich Arbeitslosengeld beantragt. Die Arbeitsagentur ging zunächst davon aus, dass eine persönliche oder Online-Meldung erforderlich sei. Allerdings wies die Behörde die Klägerin nicht auf den Formfehler hin. Erst nach einer erneuten Einsendung des Schreibens wurde sie am Telefon darauf hingewiesen, sich persönlich zu melden. Die Bewilligung von Arbeitslosengeld erfolgte daraufhin erst ab dem 8. Mai 2023.

Das BSG urteilte, dass der Fall so zu behandeln sei, als hätte die Klägerin ihren Antrag bereits am 29. März 2023 gestellt. Es entwickelte dabei den "sozialrechtlichen Herstellungsanspruch" zugunsten von Arbeitslosen weiter. Die Arbeitsagentur habe ihre Beratungs- und Hinweispflichten verletzt, da sie die Klägerin nicht rechtzeitig darauf hinwies, dass die Arbeitslosigkeit persönlich oder in elektronischer Form angezeigt werden muss. Ob die Klägerin ab dem 29. März 2023 tatsächlich arbeitslos war und die erforderliche Anwartschaftszeit erfüllt hatte, muss noch formaljuristisch geklärt werden. Der Rechtsstreit wurde zur erneuten Entscheidung an das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz zurückverwiesen.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, betonte: "Die Entscheidung stärkt die Rechte arbeitsloser Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Ein Formfehler darf nicht automatisch zum Verlust von Arbeitslosengeld führen, wenn die Arbeitsagenturen ihre Beratungspflicht verletzt haben. Zumal die richtige soziale Leistung und deren Voraussetzungen für Betroffene nicht immer einfach zu finden sind."

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