Halle (kobinet)
Jennifer Sonntag hat eine Augen-Krankheit.
Die Krankheit heißt Retinitis Pigmentosa.
Retinitis Pigmentosa bedeutet: Die Augen werden schwächer.
Am Ende kann man nicht mehr sehen.
Ein Lied hat ihre Geschichte berührt.
Das Lied kommt von Danger Dan.
Das Lied heißt: Dass es hier so schön ist.
Danger Dan singt darin über Erblindung.
Erblindung bedeutet: Man verliert das Sehen.
Das Lied hat Jennifer sehr bewegt.
Deshalb hat sie ihre Geschichte geteilt.
Sie hat die Geschichte auf Facebook geteilt.
Facebook ist eine Internet-Seite.
Dort können Menschen Texte und Bilder teilen.
Jennifer war jung, als ein Arzt ihr etwas sagte.
Der Arzt sagte: Deine Augen werden schlechter.
Das war ein großer Schock für Jennifer.
Ein Schock ist ein plötzlicher großer Schreck.
Nach dieser Nachricht wollte Jennifer fliehen.
Sie ging in die Punk-Szene.
Die Punk-Szene ist eine Gruppe von Menschen.
Sie teilen eine bestimmte Musik und Lebens-Weise.
Jennifer wollte so viel wie möglich erleben.
Sie hatte Angst vor der Erblindung.
Manchmal hatte Jennifer schlimme Gedanken.
Sie machte sich Sorgen um ihre Zukunft.
Heute lebt Jennifer blind.
Ihr Leben ist trotzdem glücklich.
Ihr Leben ist erfüllt.
Sie arbeitet als Sozial-Pädagogin.
Eine Sozial-Pädagogin hilft Menschen im Alltag.
Jennifer arbeitet auch als Journalistin.
Eine Journalistin schreibt Texte und Berichte.
Diese Berichte erscheinen in Zeitung, Radio oder Internet.
Sie schreibt über Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind mit dabei.
Sie schreibt auch über Selbst-Bestimmung.
Selbst-Bestimmung bedeutet: Man entscheidet für sich selbst.
Niemand anders entscheidet für einen.
Als junge Frau fehlten Jennifer Vorbilder.
Vorbilder sind Menschen, an denen man sich orientiert.
Das war sehr schwer für Jennifer.
Danger Dan hat Retinitis Pigmentosa.
Er lebt trotzdem sein Leben.
Er ist ein Vorbild für Jennifer.
Jennifer ist ein Fan von Danger Dan.
Ein Fan mag etwas sehr gerne.
Sein Lied gibt ihr Mut.
Jennifer bedankt sich bei Danger Dan.
Sie sagt: Danke für dieses Lied.
Hier geht es zum Facebook-Eintrag von Jennifer Sonntag.
YouTube ist eine Internet-Seite mit vielen Videos.
Foto: Jennifer Sonntag
Halle (kobinet)
"Ich seh noch alles vor mir, hör wie der Arzt mir sagte, 'von dieser Krankheit wird man blind." So beginnt der Song von Danger Dan mit dem Titel "Dass es hier so schön ist". Dieser Song hat Jennifer Sonntag nicht nur daran erinnert, wie es bei ihr war, als sie diese Botschaft in ihrer Jugend bekam. Auf Facebook hat sie ermuntert durch den Song von Danger Dan einen kleinen Einblick ihrer Geschichte von der Nachricht über die bevorstehende Erblindung, ihre Zeit als Punkerin bis hin zu ihrem Wirken als Sozialpädagogin, Journalistin und in Sachen Empowerment gegeben. Dank der Zustimmung von Jennifer Sonntag veröffentlichen die kobinet-nachrichten im Folgenden den Beitrag von Jennifer Sonntag.
"Von dieser Krankheit wird man blind."
Beitrag von Jennifer Sonntag
"Von dieser Krankheit wird man blind." Diese Zeile aus Danger Dans Song "Dass es hier so schön ist" tobt gerade tief in mir. Flashback: Eine unterkühlte Augenarztpraxis. Die Ärztin knallt mir an den Kopf: "Du weißt doch, dass du blind wirst, das haben dir deine Eltern doch gesagt." Haben sie nicht, vermutlich weil sie gehofft hatten, dass die Retinitis Pigmentosa niemals zuschlagen würde. Mit Anfang 20 hat sie es dennoch getan. Mir zog es den Boden unter den Füßen weg. Es fühlte sich an, als säße ich nicht mehr auf dem Behandlungsplatz, sondern auf dem elektrischen Stuhl. Für mich als junge Teenagerin gab es damals nur eine Antwort: Flucht nach vorn. Ab in die Punk-Szene, nach dem Motto "Born to lose". Umgeben von Menschen, die auch etwas zu verlieren hatten, wollte ich das Leben bis auf den letzten Tropfen auskosten. Ich war kein Kind von Traurigkeit. Aber mich überkamen regelmäßig diese schwarzen Wolken, die Nachtgedanken, die ich auch in Danger Dans Song als Symbol für Erblindungsangst und Vergänglichkeit wiederfinde.
Aber heute weiß ich: Blindheit ist ganz anders, als ich mir damals als Punkerin ausgemalt habe. Sie ist für mich persönlich alles andere als dunkel, und ein glückliches und erfülltes Leben hängt nicht davon ab, ob man sehen kann oder nicht. Finstere Momente erlebe ich heute aus ganz anderen Gründen. Dorthin zu kommen, war jedoch ein Prozess – und genau deshalb arbeite ich heute als Sozialpädagogin, Autorin und Journalistin zu Inklusion und Empowerment. Was mir als junge Frau selbst am meisten fehlte, waren Rollenmodelle, mit denen ich mich identifizieren konnte. Auch wenn ich Danger Dan diese Funktion nicht überhelfen möchte und ihm die Diagnose Retinitis Pigmentosa gern erspart hätte, bewegt mich sein "Augen-Outing" auf verschiedenen Ebenen extrem. Ich bin seit vielen Jahren Fan der Antilopengang und seiner Solo-Projekte, durfte sogar mit ihm zusammen Teil der Anthologie "Nicht gesellschaftsfähig" sein. Bei aller Kontroverse teile ich viele seiner Themen und Werte. Seine kreative Auseinandersetzung mit der aktuell noch unheilbaren Augenkrankheit RP ist auch für mich ermutigend. Einfach nur danke, Danger Dan, für diesen Song, für deine Kunst und das Empowerment darin!
Link zum Facebook-Eintrag von Jennifer Sonntag
Link zum Song von Danger Dan Dass es hier so schön ist auf Youtube
Foto: Jennifer Sonntag
Halle (kobinet)
"Ich seh noch alles vor mir, hör wie der Arzt mir sagte, 'von dieser Krankheit wird man blind." So beginnt der Song von Danger Dan mit dem Titel "Dass es hier so schön ist". Dieser Song hat Jennifer Sonntag nicht nur daran erinnert, wie es bei ihr war, als sie diese Botschaft in ihrer Jugend bekam. Auf Facebook hat sie ermuntert durch den Song von Danger Dan einen kleinen Einblick ihrer Geschichte von der Nachricht über die bevorstehende Erblindung, ihre Zeit als Punkerin bis hin zu ihrem Wirken als Sozialpädagogin, Journalistin und in Sachen Empowerment gegeben. Dank der Zustimmung von Jennifer Sonntag veröffentlichen die kobinet-nachrichten im Folgenden den Beitrag von Jennifer Sonntag.
"Von dieser Krankheit wird man blind."
Beitrag von Jennifer Sonntag
"Von dieser Krankheit wird man blind." Diese Zeile aus Danger Dans Song "Dass es hier so schön ist" tobt gerade tief in mir. Flashback: Eine unterkühlte Augenarztpraxis. Die Ärztin knallt mir an den Kopf: "Du weißt doch, dass du blind wirst, das haben dir deine Eltern doch gesagt." Haben sie nicht, vermutlich weil sie gehofft hatten, dass die Retinitis Pigmentosa niemals zuschlagen würde. Mit Anfang 20 hat sie es dennoch getan. Mir zog es den Boden unter den Füßen weg. Es fühlte sich an, als säße ich nicht mehr auf dem Behandlungsplatz, sondern auf dem elektrischen Stuhl. Für mich als junge Teenagerin gab es damals nur eine Antwort: Flucht nach vorn. Ab in die Punk-Szene, nach dem Motto "Born to lose". Umgeben von Menschen, die auch etwas zu verlieren hatten, wollte ich das Leben bis auf den letzten Tropfen auskosten. Ich war kein Kind von Traurigkeit. Aber mich überkamen regelmäßig diese schwarzen Wolken, die Nachtgedanken, die ich auch in Danger Dans Song als Symbol für Erblindungsangst und Vergänglichkeit wiederfinde.
Aber heute weiß ich: Blindheit ist ganz anders, als ich mir damals als Punkerin ausgemalt habe. Sie ist für mich persönlich alles andere als dunkel, und ein glückliches und erfülltes Leben hängt nicht davon ab, ob man sehen kann oder nicht. Finstere Momente erlebe ich heute aus ganz anderen Gründen. Dorthin zu kommen, war jedoch ein Prozess – und genau deshalb arbeite ich heute als Sozialpädagogin, Autorin und Journalistin zu Inklusion und Empowerment. Was mir als junge Frau selbst am meisten fehlte, waren Rollenmodelle, mit denen ich mich identifizieren konnte. Auch wenn ich Danger Dan diese Funktion nicht überhelfen möchte und ihm die Diagnose Retinitis Pigmentosa gern erspart hätte, bewegt mich sein "Augen-Outing" auf verschiedenen Ebenen extrem. Ich bin seit vielen Jahren Fan der Antilopengang und seiner Solo-Projekte, durfte sogar mit ihm zusammen Teil der Anthologie "Nicht gesellschaftsfähig" sein. Bei aller Kontroverse teile ich viele seiner Themen und Werte. Seine kreative Auseinandersetzung mit der aktuell noch unheilbaren Augenkrankheit RP ist auch für mich ermutigend. Einfach nur danke, Danger Dan, für diesen Song, für deine Kunst und das Empowerment darin!
Link zum Facebook-Eintrag von Jennifer Sonntag
Link zum Song von Danger Dan Dass es hier so schön ist auf Youtube





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