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Sonnenklar feiert siebenjähriges Bestehen als Leuchtturmprojekt für Gewaltprävention

Große Gruppe von Menschen, auch mit Rollstuhl, vor einer dunklen Wand und den leuchtenden Buchstaben
Das inklusive Team für Gewaltprävention, Beteiligung und Inklusion
Foto: equalizent

WIEN (kobinet)

Die Agentur Sonnenklar Peer-Streitschlichtung feiert am 1. Oktober 2026 ihr siebenjähriges Bestehen. Aus dem Programm "Wiener Wege zur Inklusion" des Fonds Soziales Wien (FSW) entstand 2019 das Projekt, das sich seither zu einem österreichweit beachteten Modell für inklusive Gewaltprävention und Peer-Arbeit entwickelt hat. Sonnenklar ist Teil von equalizent, einem Wiener Bildungs- und Beratungsinstitut mit Schwerpunkt Gebärdensprache und Inklusion, und wird zu 100 Prozent vom FSW gefördert.

Das inklusive Team von Sonnenklar verbindet Workshops, Peer-Streitschlichtung und Materialien in einfacher Sprache. Menschen mit Behinderungen gestalten die Angebote aktiv mit, übernehmen Verantwortung und wirken als Moderatorinnen und Moderatoren oder Peer-Streitschlichterinnen und Streitschlichtern. Seit dem Start haben über 4.200 Menschen an den Angeboten teilgenommen. Zu den Meilensteinen zählen das Handbuch "*Gemeinsam hinschauen – Wie können wir Gewalt durch Regeln verhindern?*" sowie die etablierte Peer-Streitschlichtung. 2026 wurde das Angebot gemeinsam mit dem Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen um ein E-Learning zur institutionellen Gewalt erweitert, das Wissen, Reflexion und Handlungsmöglichkeiten zur Gewaltprävention vermittelt.

Initiatorin des Projekts ist Monika Haider, Gründerin von equalizent und langjährige Pionierin in den Bereichen Diversität, Inklusion und Barrierefreiheit. Für sie steht Sonnenklar beispielhaft dafür, wie Inklusion nachhaltig gelingen kann: "Sonnenklar zeigt, dass Inklusion dann besonders wirksam wird, wenn Menschen nicht nur beteiligt, sondern zu aktiven Gestalter*innen werden. Genau dieser Perspektivwechsel macht das Projekt für mich so besonders: Menschen übernehmen Verantwortung, bringen ihre Erfahrungen ein und gestalten Lösungen für ihren eigenen Lebensalltag mit. Das ist gelebte Inklusion."

Nicole Osimk, Projektleitung von Sonnenklar, betont: "Gewaltprävention heißt für mich, nicht nur auf einzelne Vorfälle zu schauen, sondern auch auf die Strukturen und Machtverhältnisse, in denen Gewalt entstehen kann. Menschen mit Behinderungen müssen als Erwachsene ernst genommen werden und echte Möglichkeiten haben, mitzuentscheiden und Veränderungen selbst anzustoßen. Genau daran arbeiten wir bei Sonnenklar seit sieben Jahren."

Die Erfahrungen aus sieben Jahren fließen kontinuierlich in neue Angebote ein. Rückmeldungen aus Einrichtungen zeigen die Wirkung der Arbeit und geben Impulse für die Weiterentwicklung. Am 8. Oktober 2026 bringt Sonnenklar seine Expertise bei der Jahreskonferenz des Österreichischen Behindertenrats zum Thema "Gewalt im Leben von Menschen mit Behinderungen – Ursachen, Prävention und Schutz" ein. Im Mittelpunkt stehen Gewaltprävention, Opferschutz sowie Herausforderungen und Lösungsansätze.

Anfang 2027 wird Sonnenklar eine neue organisatorische Heimat finden. Marietta Adlbrecht, Geschäftsführerin von equalizent, blickt auf die gemeinsame Entwicklung zurück: "Gewaltprävention braucht Menschen, die hinschauen. Das Team von Sonnenklar hat sieben Jahre lang genau das getan – klar, mutig und wirksam. Dafür sagen wir von Herzen Danke. Für den neuen Abschnitt wünschen wir dem gesamten Team alles Gute und viel Erfolg."

Der Anspruch von Sonnenklar bleibt: Gewaltprävention konsequent mit Beteiligung, Selbstbestimmung und der Frage nach Macht zu verbinden.

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