MÜNCHEN (kobinet)
Heute ist der 9. Internationale Tag der Gebärden-Sprache.
Gebärden-Sprache bedeutet: Eine Sprache mit den Händen und dem Gesicht.
Gehörlose Menschen können nichts oder kaum etwas hören.
Gehörlose Menschen nutzen Gebärden-Sprache zum Sprechen.
Der Landes-Verband Bayern der Gehörlosen fordert heute etwas Wichtiges.
Eine Gruppe, die gehörlose Menschen in Bayern vertritt.
Die Gruppe fordert einen festen Platz im Bayerischen Landes-Behinderten-Rat.
Der Landes-Behinderten-Rat ist ein wichtiges Gremium in Bayern.
Gremium bedeutet: Eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam Entscheidungen treffen.
Im Landes-Behinderten-Rat sollen künftig auch gehörlose Menschen mitentscheiden.
Der Tag der Gebärden-Sprache gehört zur Internationalen Woche der Gehörlosen.
Diese Woche findet vom 21. bis 27. September statt.
Das ist eine besondere Woche im September.
In dieser Woche geht es um die Rechte gehörloser Menschen auf der ganzen Welt.
Das Motto in diesem Jahr lautet: Wir erklären die Menschen-Rechte gehörloser Menschen.
Menschen-Rechte sind Rechte für alle Menschen.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Die Rechte gelten auf der ganzen Welt.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention feiert 2026 ihr 20-jähriges Bestehen.
UN-Behinderten-Rechts-Konvention bedeutet: Ein internationales Gesetz für die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Der Welt-Verband der Gehörlosen feiert 2026 seinen 75. Geburtstag.
Ein Welt-Verband ist eine große Gruppe.
Diese Gruppe kümmert sich um ein Thema auf der ganzen Welt.
Der Landes-Verband berichtet von einem wichtigen Beispiel aus dem Schul-Bereich.
Der Schul-Bereich ist alles, was mit Schule zu tun hat.
Zum Beispiel Unterricht, Lehrer und Schul-Bücher.
Im Februar 2026 gab es ein Problem mit einem Lese-Heft für die 2. Klasse.
Ein Lese-Heft ist ein kleines Buch für die Schule.
Kinder üben damit das Lesen.
Das Lese-Heft heißt Fach-Integrierte Lese-Förderung Bayern.
Im Lese-Heft stand ein Text über gehörlose Menschen.
Dieser Text war nicht mehr zeitgemäß.
Zeitgemäß bedeutet: Der Text passt nicht mehr zu dem, was wir heute wissen.
Das Schul-Ministerium hat schnell gehandelt.
Ein Schul-Ministerium ist eine Behörde.
Es bestimmt Regeln für alle Schulen in einem Bundes-Land.
Das Schul-Ministerium hat den Text aus dem Internet entfernt.
Dann hat das Schul-Ministerium alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen.
Bei diesem Treffen haben alle zusammen nach Lösungen gesucht.
Eine Fach-Frau hat einen neuen Text geschrieben.
Eine Fach-Frau kennt sich sehr gut aus.
Sie weiß viel über ein bestimmtes Thema.
Dabei haben gehörlose Menschen mitgeholfen.
Der neue Text erscheint ab dem Schul-Jahr 2026/2027 im neuen Lese-Heft.
Alle Schulen bekommen den Text zum Einkleben in alte Hefte.
Der Landes-Verband dankt dem Ministerium für die schnelle Lösung.
Das Beispiel zeigt: Wenn Betroffene früh mitmachen, geht es schneller.
Betroffene bedeutet hier: Menschen, um die es in dem Text geht.
Deshalb brauchen gehörlose Menschen einen festen Platz in wichtigen Gremien.
Der Landes-Verband hat 4 Forderungen für Bayern.
Forderung 1: Ein eigener Sitz im Bayerischen Landes-Behinderten-Rat.
Ein Sitz in einem Rat ist ein fester Platz.
Wer einen Sitz hat, darf dort mitreden und mitentscheiden.
In 12 von 16 Bundes-Ländern haben gehörlose Menschen bereits so einen Sitz.
Ein Bundes-Land ist ein Teil von Deutschland.
Deutschland hat 16 Bundes-Länder.
In Bayern haben gehörlose Menschen diesen Sitz noch nicht.
Das UN-Gesetz für Menschen mit Behinderung verlangt dies aber ausdrücklich.
Der Grundsatz lautet: Nichts über uns ohne uns.
Dieser Satz ist geltendes Völker-Recht.
Völker-Recht ist eine Sammlung von Regeln.
Die Regeln sagen, wie Länder miteinander umgehen müssen.
Das heißt: Dieser Satz ist ein echtes Gesetz.
Forderung 2: Deutsche Gebärden-Sprache fest in der Bildung verankern.
Bildung bedeutet: In der Schule und im Leben lernen.
Zum Beispiel Lesen, Schreiben und Rechnen.
Das UN-Gesetz sagt: Gehörlose Kinder haben ein Recht auf gute Bildung.
Diese Bildung soll mehrsprachig sein.
Mehrsprachig bedeutet hier: Unterricht in Laut-Sprache und in Gebärden-Sprache.
Dafür braucht es Lehr-Kräfte, die Gebärden-Sprache sicher beherrschen.
Lehr-Kräfte sind Menschen, die in der Schule unterrichten.
Ein anderes Wort dafür ist Lehrer oder Lehrerin.
Der Landes-Verband fordert: Alle Lehrer sollen Gebärden-Sprache lernen.
Alle Lehrer sollen darin auch eine Prüfung machen.
Die Lehrer-Ausbildung ist die Zeit des Lernens für Lehrer.
Danach dürfen sie in der Schule unterrichten.
Außerdem soll Gebärden-Sprache ein eigenes Schul-Fach in Bayern werden.
Ein Schul-Fach ist ein Thema, das man in der Schule lernt.
Forderung 3: Die Geschichte des Gebärden-Sprach-Verbots verstehen und erklären.
Ein Gebärden-Sprach-Verbot heißt: Gebärden-Sprache war verboten.
Gehörlose Menschen durften ihre Sprache nicht benutzen.
Viele Generationen lang war Gebärden-Sprache in deutschen Schulen verboten.
Eine Generation sind alle Menschen, die ungefähr zur gleichen Zeit geboren wurden.
Gehörlose Kinder mussten in der Laut-Sprache lernen.
Das ist eine Folge des Mailänder Kongresses von 1880.
1880 gab es ein großes Treffen von Fach-Leuten in Mailand.
Mailand ist eine Stadt in Italien.
Dort haben Menschen entschieden: Gehörlose Kinder dürfen in der Schule nicht gebärden.
Am 22. Oktober 2026 befasst sich der Bayerische Land-Tag mit dieser Geschichte.
Der Land-Tag ist das Parlament von Bayern.
Parlament bedeutet: Eine Versammlung von Volks-Vertretern.
Dort bestimmen Politiker über Regeln im Land.
Der Landes-Verband wird bei diesem Gespräch als Sachverständiger teilnehmen.
Ein Sachverständiger kennt sich mit einem Thema sehr gut aus.
Er gibt anderen Menschen dazu Rat.
Forderung 4: Ein Gehörlosen-Geld für Bayern einführen.
Gehörlosen-Geld bedeutet: Eine extra Zahlung für die besonderen Kosten gehörloser Menschen.
Mehrere Bundes-Länder zahlen dieses Geld bereits.
Bayern gehört noch nicht dazu.
Marcus Willam ist der 1. Vorsitzende des Landes-Verbands Bayern der Gehörlosen.
Der Vorsitzende leitet einen Verein oder eine Gruppe.
Er spricht für alle Mitglieder.
Marcus Willam sagt: Rechte erklären ist der eine Teil.
Der andere Teil ist: Die Rechte müssen im Alltag wirklich gelten.
Gehörlose Menschen müssen die Rechte auch wirklich nutzen können.
Das UN-Gesetz für Menschen mit Behinderung ist jetzt 20 Jahre alt.
Deshalb muss Bayern jetzt handeln.
Gehörlose Menschen in Bayern sollen dort mitentscheiden, wo es um sie geht.
Hier könnt ihr ein Video mit diesen Informationen ansehen.
Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen
MÜNCHEN (kobinet)
Anlässlich des heutigen 9. Internationalen Tags der Gebärdensprachen fordert der Landesverband Bayern der Gehörlosen e. V. eine strukturelle Vertretung der Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft im Bayerischen Landesbehindertenrat. Der Tag wird seit 2018 jährlich begangen und ist Teil der Internationalen Woche der Gehörlosen, die in diesem Jahr vom 21. bis 27. September stattfindet. Das Motto des Weltverbands der Gehörlosen (WFD) lautet 2026 "Declaring Deaf People’s Human Rights" – die Menschenrechte gehörloser Menschen erklären. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen, der WFD sein 75-jähriges Jubiläum.
Der Landesverband verweist auf ein aktuelles Beispiel aus dem bayerischen Schulwesen: Im Februar 2026 hatte der Verband einen Sachtext über gehörlose Menschen im Leseheft der Fachintegrierten Leseförderung Bayern (FiLBY) für die Jahrgangsstufe 2 beanstandet, da dieser den heutigen Sichtweisen nicht gerecht wurde. Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus reagierte umgehend, nahm den Text aus der Online-Sammlung und lud zu einem Runden Tisch ein. Ein neuer Lesetext, entwickelt von Prof. Dr. Laura Avemarie in Abstimmung mit dem Landesverband und dem Lehrstuhl für Sonderpädagogik – Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation einschließlich inklusiver Pädagogik, wird ab dem Schuljahr 2026/2027 in der Neuauflage des Lesehefts erscheinen und den Schulen zusätzlich zum Einkleben in bestehende Hefte zur Verfügung gestellt.
Der Verband dankt dem Ministerium für das lösungsorientierte Vorgehen und betont, dass der Vorgang zeige: Wenn Betroffene frühzeitig einbezogen werden, seien lange Verfahren unnötig. Genau deshalb reiche Beteiligung im Einzelfall nicht aus – sie brauche einen festen Platz in den Strukturen.
Konkrete Forderungen des Landesverbands für Bayern umfassen vier Punkte:
Erstens einen eigenständigen Sitz für die Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft im Bayerischen Landesbehindertenrat. In zwölf von sechzehn Bundesländern sei diese bereits strukturell in den Landesbehindertenbeiräten vertreten, in Bayern jedoch nicht. Die UN-BRK verlangt in Artikel 4 Absatz 3 und Artikel 33 die aktive Einbeziehung der Betroffenen über ihre eigenen Organisationen. "Nichts über uns ohne uns" sei kein Slogan, sondern geltendes Völkerrecht, so der Verband.
Zweitens die Verankerung der Deutschen Gebärdensprache (DGS) in der Bildung. Artikel 24 der UN-BRK sichert gehörlosen Kindern eine hochwertige, mehrsprachige und inklusive Bildung zu. Dafür seien Lehrkräfte nötig, die die DGS sicher beherrschen und darin geprüft worden sind. Der Verband fordert, Gebärdensprachkompetenz in der bayerischen Lehrkräftebildung verbindlich zu prüfen und die DGS als Unterrichtsfach an bayerischen Schulen einzuführen.
Drittens die Aufarbeitung des historischen Gebärdensprachverbots. Über Generationen sei gehörlosen Kindern an deutschen Schulen die Gebärdensprache untersagt worden – eine Folge des Mailänder Kongresses von 1880. Am 22. Oktober 2026 befasst sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie des Bayerischen Landtags in einem öffentlichen Fachgespräch mit dieser Geschichte. Der Landesverband begrüßt das Fachgespräch und wird als Sachverständiger daran mitwirken.
Viertens die Einführung eines Gehörlosengelds in Bayern. Mehrere Bundesländer glichen die besonderen Mehraufwendungen gehörloser Menschen durch ein eigenes Gehörlosengeld aus. Bayern gehöre nicht dazu, so der Verband.
"Rechte zu erklären ist der eine Teil. Der andere ist, sie im Alltag wirksam zu machen. Zwanzig Jahre nach der UN-Behindertenrechtskonvention erwarten wir, dass gehörlose Menschen in Bayern dort mitentscheiden, wo über sie entschieden wird", sagte Marcus Willam, 1. Vorsitzender des Landesverbands Bayern der Gehörlosen e. V.
Hier steht ein entsprechendes Video mit diesen Informationen zur Verfügung.
Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen
MÜNCHEN (kobinet)
Anlässlich des heutigen 9. Internationalen Tags der Gebärdensprachen fordert der Landesverband Bayern der Gehörlosen e. V. eine strukturelle Vertretung der Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft im Bayerischen Landesbehindertenrat. Der Tag wird seit 2018 jährlich begangen und ist Teil der Internationalen Woche der Gehörlosen, die in diesem Jahr vom 21. bis 27. September stattfindet. Das Motto des Weltverbands der Gehörlosen (WFD) lautet 2026 "Declaring Deaf People’s Human Rights" – die Menschenrechte gehörloser Menschen erklären. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen, der WFD sein 75-jähriges Jubiläum.
Der Landesverband verweist auf ein aktuelles Beispiel aus dem bayerischen Schulwesen: Im Februar 2026 hatte der Verband einen Sachtext über gehörlose Menschen im Leseheft der Fachintegrierten Leseförderung Bayern (FiLBY) für die Jahrgangsstufe 2 beanstandet, da dieser den heutigen Sichtweisen nicht gerecht wurde. Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus reagierte umgehend, nahm den Text aus der Online-Sammlung und lud zu einem Runden Tisch ein. Ein neuer Lesetext, entwickelt von Prof. Dr. Laura Avemarie in Abstimmung mit dem Landesverband und dem Lehrstuhl für Sonderpädagogik – Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation einschließlich inklusiver Pädagogik, wird ab dem Schuljahr 2026/2027 in der Neuauflage des Lesehefts erscheinen und den Schulen zusätzlich zum Einkleben in bestehende Hefte zur Verfügung gestellt.
Der Verband dankt dem Ministerium für das lösungsorientierte Vorgehen und betont, dass der Vorgang zeige: Wenn Betroffene frühzeitig einbezogen werden, seien lange Verfahren unnötig. Genau deshalb reiche Beteiligung im Einzelfall nicht aus – sie brauche einen festen Platz in den Strukturen.
Konkrete Forderungen des Landesverbands für Bayern umfassen vier Punkte:
Erstens einen eigenständigen Sitz für die Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft im Bayerischen Landesbehindertenrat. In zwölf von sechzehn Bundesländern sei diese bereits strukturell in den Landesbehindertenbeiräten vertreten, in Bayern jedoch nicht. Die UN-BRK verlangt in Artikel 4 Absatz 3 und Artikel 33 die aktive Einbeziehung der Betroffenen über ihre eigenen Organisationen. "Nichts über uns ohne uns" sei kein Slogan, sondern geltendes Völkerrecht, so der Verband.
Zweitens die Verankerung der Deutschen Gebärdensprache (DGS) in der Bildung. Artikel 24 der UN-BRK sichert gehörlosen Kindern eine hochwertige, mehrsprachige und inklusive Bildung zu. Dafür seien Lehrkräfte nötig, die die DGS sicher beherrschen und darin geprüft worden sind. Der Verband fordert, Gebärdensprachkompetenz in der bayerischen Lehrkräftebildung verbindlich zu prüfen und die DGS als Unterrichtsfach an bayerischen Schulen einzuführen.
Drittens die Aufarbeitung des historischen Gebärdensprachverbots. Über Generationen sei gehörlosen Kindern an deutschen Schulen die Gebärdensprache untersagt worden – eine Folge des Mailänder Kongresses von 1880. Am 22. Oktober 2026 befasst sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie des Bayerischen Landtags in einem öffentlichen Fachgespräch mit dieser Geschichte. Der Landesverband begrüßt das Fachgespräch und wird als Sachverständiger daran mitwirken.
Viertens die Einführung eines Gehörlosengelds in Bayern. Mehrere Bundesländer glichen die besonderen Mehraufwendungen gehörloser Menschen durch ein eigenes Gehörlosengeld aus. Bayern gehöre nicht dazu, so der Verband.
"Rechte zu erklären ist der eine Teil. Der andere ist, sie im Alltag wirksam zu machen. Zwanzig Jahre nach der UN-Behindertenrechtskonvention erwarten wir, dass gehörlose Menschen in Bayern dort mitentscheiden, wo über sie entschieden wird", sagte Marcus Willam, 1. Vorsitzender des Landesverbands Bayern der Gehörlosen e. V.
Hier steht ein entsprechendes Video mit diesen Informationen zur Verfügung.




