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Willis 40-Grad-Plus-Hitzesommer-Glosse: Schriftverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin verzerrt!

Redaktioneller Hinweis: Für Artikel der Kategorie "Meinung" sind ausschließlich die Autoren verantwortlich. Dies gilt auch für deren Äußerungen in den Lesermeinungen sowie für die Moderation der Kommentare zu deren Beiträgen. Die Inhalte geben nicht die Meinung der Redaktion oder des Trägervereins wieder. Inhaltliche Kritik richten Sie bitte direkt an die Autoren per Email.
Durchblick vs. Kurzsicht
Durchblick vs. Kurzsicht
Foto: Ralph Milewski

Staufen (kobinet)

Die Hoodies vom Verfassungsschutz haben heute früh das Kobi-Netz gehackt und dessen federführende KI-Autorenassistenten auf verfassungsfeindliche Schadsoftware hin durchsucht. Und fanden keine. Das Mindset des KI-Assistenten muss nicht ausgetauscht werden. – Anders könnte es sich beim selbsternannten Durchblicker-Kolumnisten Weis verhalten, vermutlich ebenfalls im Visier der Verfassungsschützer. Bislang haben ihn die gesichert verfassungskonformen Redaktionskollegen durch konsequente Dialogverweigerung und Debattenblockade noch erfolgreich einhegen können. Allerdings wie lange noch. Wenn so was total Verrücktes wie heute früh passiert und Kolumnist Weis als einziger darüber berichtet, dann stürzen sich alle auf die kobinet-Nachrichten und können gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Wo überall an behindertenpolitischen Brennpunkten Verfassungsschützer noch zugeschlagen haben

Ungefähr zur gleichen Zeit heute früh stattete der Verfassungsschutz auch der ISL-Zentrale und etlichen anderen Behindertenselbstvertretungen einen Besuch ab. Eine Nachricht, die an sich im Kopfkino eines Behinderten wie mir nur dieses eine Bild erzeugt: Beamte des Verfassungsschutzes Auge in Auge mit der institutionalisierten Interessenvertretung "Selbstbestimmt leben"! Ultimativer Showdown! – Aber nein, ich liege komplett falsch. Die Beamten sind unbewaffnet als sie sich ohne Hunde Zutritt verschaffen. Einzig, um dem zunächst verdutzten, dann aber freudig überraschten professionellen Leitungsteam die ihm von Bundespräsident Steinmeier spontan und unbürokratisch und überdies kostenneutral zuerkannte "Unbedenklichkeitsmedaille " mit Systemverträglichkeitszertifikat zu überreichen. Was der Behindertenhilfe-Selbstvertretung schwarz auf weiß ihre Systemverträglichkeit bescheinigt. Woraufhin sich in dieser vom Verfassungsschutz beehrten behindertenpolitischen Niederlassung so etwas wie eine "Sternstunde der liberalen Demokratie" abspielt. Sektgläser klirren, Partygebäck und kleine Häppchen werden gereicht. Man sei "völlig aus dem Häuschen gewesen", wie von Teilnehmerinnen, sogenannte Bilforsch- Thinktankerinnen vom isl-eigenen Denkpanzer, der Kobinetredaktion aus erster Hand am späten Vormittag mitgeteilt wurde.

Die spektakuläre Verleihung der politischen "Unbedenklichkeitsmedaille" mit zertifizierter Systemverträglichkeitsbescheinigung ist selbstverständlich an eine entscheidende Bedingung geknüpft: Dass mit der "Selbstinstitutionalisierung" der Behindertenbewegung weiterhin deren "Befriedung" (wie sich Udo Sierck ausdrückt, Behinderten-Bewegungshistoriograph) einhergeht und garantiert bleibt. Das heißt, dass man sich behindertenpolitisch bitteschön strikt auf Lobbyarbeit bzw. Klientelpolitik (Antidiskriminierung, Barriereabbau, soziale Teilhabe und ein Platz auf dem "allgemeinen Arbeitsmarkt") beschränkt. Folglich über Rüstung und Kriegsvorbereitung kein kritisches Wort verliert und einen systemverursachten klimakatastrophischen Hitzesommer (mit Waldbränden und ausgetrockneten Gewässern europaweit und tausenden von Hitzetoten) schicksalsergeben hinnimmt und klaglos über sich ergehen lässt.

Ob Hitze oder Krieg – stillhalten, nicht anecken, sich politisch nicht exponieren, da zu komplex, besser kein Wort als ein falsches, das den "olivgrünen Burgfrieden" stört oder die Herrschaftsverhältnisse von Grund auf infrage stellt; keinesfalls "das System sprengen", realpolitisch ein Teil davon werden! So halten es auch, so weit ich sehe, die behindertenpolitisch vorbildlich aufgestellten "Sozialhelden" und ihr Chef und Mastermind Raul Krauthausen. Auch bei ihnen dürfte daher heute früh eine Verfassungsschutzabordnung mit der "Unbedenklichkeitsmedaille" vorstellig geworden sein. Und die Bundesbehörde (Bundesamt für Verfassungsschutz) wird Frau Maischberger grünes Licht gegeben haben, Krauthausen ein weiteres Mal in ihre ARD-TV-Talkshow einzuladen, könne man bei ihm doch sicher sein, dass er dort garantiert nichts Falsches sagt. – Ich selber hatte schon einmal den ehrlichen Impuls, Raul Krauthausen für seine unbestreitbaren behindertenpolitischen Verdienste den Ehrentitel "Raul der Erste" zu verleihen oder schlicht "King Krauthausen". Wofür er mich jedoch schroff zurecht gewiesen hat. Ich nehme an, weil er sich lieber als "Primus unter Parias", Behinderten-Parias, versteht.

Alarm oder wie ich soeben in Echtzeit in die Realität katapultiert werde.

Ich sinniere darüber, was sich heute früh zugetragen hat und in diesem Augenblick klingelt es an meiner Wohnungstür. Was sage ich, es läutet Sturm! Reflexartig stürze ich in den Flur und reiße die Wohnungstür auf. Draußen stehen eine Abteilung schwerbewaffneter Verfassungsschutz und eine Hundestaffel. Der King Krauthausen-Kalauer war zu viel, schießt es mir durch den Kopf, sie ziehen dich aus dem Verkehr ...

… und so wäre es gewiss auch geschehen, hätte ich nicht eine Schrecksekunde darauf realisiert, dass es nicht an meiner Wohnungstür geläutet hat, sondern lediglich mein Wecker geklingelt hat. Es war alles also nur ein böser Traum, was ich da verzapft habe. Ein gesichert verfassungsfeindliches Delirium, das mirder Verfassungsschutz nie verzeihen wird. Dies ist jedoch der Preis, den einer wie ich zu zahlen hat: Wer sich in seichten Sommerlöchern suhlt, dekompensiert allzu leicht und dann passiert derlei Unfug.

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