Bremen (kobinet)
Am Donnerstag, den 16. Juli 2026, haben 2 Vereine geklagt.
Klagen bedeutet: Jemand geht vor Gericht.
Er möchte, dass das Gericht ein Problem löst.
Ein Verein ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen arbeiten gemeinsam für ein Ziel.
Die Vereine heißen:
- Selbst-bestimmt Leben
- Landes-Arbeits-Gemeinschaft Selbst-hilfe behinderter Menschen Bremen (kurz: LAGS Bremen)
Landes-Arbeits-Gemeinschaft bedeutet: Ein Zusammen-schluss von Gruppen in einem Bundes-land.
Ein Zusammen-schluss bedeutet: Mehrere Gruppen tun sich zusammen.
Sie arbeiten dann gemeinsam.
Ein Bundes-land ist ein Teil von Deutschland.
Deutschland hat 16 Bundes-länder.
Die Vereine haben das Verwaltungs-gericht Bremen angerufen.
Ein Verwaltungs-gericht ist ein besonderes Gericht.
Dort kann man Streit mit dem Staat lösen.
Sie klagen gegen Pläne des Senats.
Der Senat ist die Regierung von Bremen.
Der Senat entscheidet über wichtige Dinge für die ganze Stadt.
Der Senat will die Haltestellen an der Doms-heide umbauen.
Eine Haltestelle ist ein fester Platz.
Dort hält ein Bus oder eine Straßen-bahn an.
Die Doms-heide ist ein Platz im Zentrum von Bremen.
Dort steigen viele Menschen zwischen Bus und Straßen-bahn um.
Der Senat will die Haltestellen verschieben.
Die Haltestellen sollen weiter weg voneinander sein.
Manche Haltestellen sollen um etwa 50 Meter verschoben werden.
Andere Haltestellen sollen um etwa 35 Meter verschoben werden.
Viele Gruppen kritisieren diese Pläne schon viele Jahre lang.
Kritisieren bedeutet: Etwas ablehnen und sagen, warum es schlecht ist.
Die Gruppen sagen: Die Umstiegs-wege werden zu lang.
Ein Umstiegs-weg ist der Weg zwischen 2 Haltestellen.
Man geht diesen Weg, wenn man umsteigt.
Der längste Weg wäre bis zu 185 Meter lang.
Außerdem gibt es in der Balge-brücken-straße ein langes Gefälle.
Ein Gefälle bedeutet: Der Boden ist schräg.
Er geht bergab.
Es gibt auch eine gefährliche Stelle.
Menschen müssen dort einen Fahrrad-weg überqueren.
Dieser Fahrrad-weg ist stark befahren.
Die Behinderten-verbände sagen: Das ist eine besondere Gefahr.
Ein Behinderten-verband ist eine Gruppe von Menschen.
Diese Menschen setzen sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein.
Jürgen Karbe ist der Vorsitzende der LAGS Bremen.
Der Vorsitzende ist der Chef einer Gruppe.
Er leitet die Gruppe.
Er ist blind.
Er sagt: Fahrräder sind leise.
Er kann sie deshalb nicht rechtzeitig hören.
Viele Rad-fahrer halten an roten Ampeln nicht an.
Eine Ampel zeigt mit Farben, was man tun soll.
Rot bedeutet: Stehen bleiben.
Das ist für ihn sehr gefährlich.
Er selbst hat schon gefährliche Situationen erlebt.
Im letzten Jahr haben 4 Vereine ein Schlichtungs-verfahren eingeleitet.
Ein Schlichtungs-verfahren ist ein Versuch, Streit ohne Gericht zu lösen.
Beide Seiten reden miteinander.
Sie suchen gemeinsam eine Lösung.
Die 4 Vereine waren:
- Blinden- und Seh-behinderten-verein Bremen (BSV Bremen)
- LAGS Bremen
- Selbst-bestimmt Leben
- Sozial-verband Deutschland, Landes-verband Bremen (SoVD)
Dieses Verfahren ist im Mai 2026 gescheitert.
Gescheitert bedeutet: Die 2 Seiten haben keine Einigung gefunden.
Sie konnten sich nicht einigen.
Danach haben LAGS Bremen und Selbst-bestimmt Leben entschieden: Sie klagen vor Gericht.
BSV Bremen und SoVD sind Mitglieder der LAGS Bremen.
Mitglieder bedeutet: Diese Vereine gehören zur LAGS Bremen dazu.
Sie machen bei der LAGS Bremen mit.
Sie werden durch die LAGS Bremen mit vertreten.
Die klagenden Vereine haben einen Rechts-anwalt beauftragt.
Ein Rechts-anwalt kennt sich mit Gesetzen aus.
Er hilft Menschen vor Gericht.
Der Rechts-anwalt heißt Dr. Michael Richter.
Er hat schon viele solche Fälle vor Gericht geführt.
Dr. Richter sagt: Die Klage hat gute Chancen.
Gute Chancen bedeutet: Das Gericht gibt den Vereinen wahrscheinlich Recht.
Er sagt: Die langen Umstiegs-wege erfüllen die Regeln zur Barriere-freiheit nicht.
Barriere-freiheit bedeutet: Alle Menschen können einen Ort gut nutzen.
Auch Menschen mit Behinderung.
Niemand hat dabei Probleme.
Der ADAC ist ein großer Verein in Deutschland.
Der ADAC kümmert sich unter anderem um den Verkehr.
Der ADAC hat Rad-fahrer beobachtet.
8 von 100 Rad-fahrern halten nicht an roten Ampeln an.
Deshalb wäre auch eine Ampel an der Kreuzung nicht sicher genug.
Eine Kreuzung ist ein Ort, wo sich 2 Wege treffen.
Dort fahren Menschen aus verschiedenen Richtungen.
Dr. Joachim Steinbrück ist Vorsitzender von Selbst-bestimmt Leben.
Er war früher Landes-behinderten-beauftragter in Bremen.
Ein Landes-behinderten-beauftragter kümmert sich in einem Bundes-land um Menschen mit Behinderung.
Diese Person setzt sich für ihre Rechte ein.
Er sagt: Ziel ist eine kompakte Haltestellen-Anlage.
Haltestellen-Anlage bedeutet: Alle Haltestellen an einem Ort zusammen.
Kompakt bedeutet: Alles liegt nah beieinander.
Die Umstiegs-wege sollen möglichst kurz sein.
Die Verkehrs-senatorin hat ein neues Gesprächs-angebot gemacht.
Eine Verkehrs-senatorin ist eine Politikerin.
Sie ist in der Regierung zuständig für Busse, Bahnen und Straßen.
Die Vereine wollen dieses Angebot annehmen.
Sie hoffen: Der Senat ändert die Pläne.
Die Haltestellen sollen dann nah beieinander bleiben.

Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay
Bremen (kobinet) Am Donnerstag, den 16. Juli 2026, haben der Verein Selbstbestimmt Leben sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen (LAGS Bremen) vor dem Verwaltungsgericht Bremen Klage gegen die Pläne des Senats zur Umgestaltung der ÖPNV-Umsteigeanlage an der Domsheide im Zentrum Bremens eingereicht. Bekanntlich beabsichtigt der Senat, die Haltestellen der Bus- und Straßenbahnlinien, die vom Bahnhof kommen bzw. dorthin fahren, zusammenzulegen und sie in der Balgebrückstraße weiter um etwa 50 m in Richtung Wilhelm-Kaisen-Brücke zu verschieben. Die Haltestellen der Linien 2 und 3 sollen hiernach auf der Domsheide vor dem alten Postamt verbleiben, allerdings um ca. 35 m Richtung Innenstadt verlegt werden.
Diese Pläne stoßen seit Jahren auf massive Kritik der Behindertenverbände, aber auch des Ortsbeirats Mitte, des Ausschusses der Seniorenvertretung für generationsgerechte Stadtentwicklung, des Landesteilhabebeirates und des Landesbehindertenbeauftragten. Kritisiert an den Senatsplänen werden vor allem die langen Umstiegswege von bis zu 185 m verbunden mit dem langgezogenen Gefälle in der Balgebrückstraße sowie die Querung der Fahrradachse Dechanatstraße – Marktstraße. Die Behindertenverbände sehen hierin eine besondere Gefahrenstelle.
Jürgen Karbe, Vorsitzender der LAGS Bremen meint hierzu: „Für mich als blinder Verkehrsteilnehmer ist es äußerst gefährlich, einen stark befahrenen Fahrradweg queren zu müssen. Fahrräder sind geräuschlos. Ich kann sie deshalb nicht rechtzeitig wahrnehmen. Und Radfahrer*innen beachten rote Ampeln häufig nicht. Ich selbst habe da schon wirklich gefährliche Situationen erlebt.“ Im vergangenen Jahr hatten der Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen (BSV Bremen), die LAGS Bremen, Selbstbestimmt Leben sowie der Sozialverband Deutschland (SoVD), Landesverband Bremen wegen ihrer Kritik an den Senatsplänen ein Schlichtungsverfahren nach dem Bremischen Behindertengleichstellungsgesetz eingeleitet. Dieses Verfahren scheiterte jedoch im Mai dieses Jahres.
Daraufhin haben sich die LAGS Bremen sowie Selbstbestimmt Leben dazu entschlossen, eine Verbandsklage vor dem Verwaltungsgericht zu erheben. Der BSV Bremen und der Landesverband des SoVD sind Mitglieder der LAGS Bremen und werden daher durch diese mitvertreten. Beide klagenden Verbände haben den Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Rechte behinderter Menschen gGmbH Dr. Michael Richter mit ihrer Prozessvertretung beauftragt. Der Rechtsanwalt hat bereits zahlreiche Verbandsklageverfahren durchgeführt, davon auch einige in Bremen. Dr. Richter hält die Verbandsklage für durchaus aussichtsreich, weil die langen Umstiegswege den Anforderungen an die Barrierefreiheit einer ÖPNV-Umsteigeanlage nicht genügen und die Querung der Fahrradachse Dechanatstraße – Marktstraße für alle Fahrgäste, insbesondere auch für blinde und sehbehinderte Personen, eine besondere Gefahrenquelle darstellt. Dr. Richter erklärt hierzu: „Es gibt Untersuchungen des ADAC,
wonach circa acht Prozent der Radfahrer und Radfahrerinnen rote Ampeln ignorieren. Deshalb würde selbst eine Ampelanlage an der Querungsstelle Marktstraße – Dechanatstraße keine Verkehrssicherheit bieten.“
Dr. Joachim Steinbrück, Bremens früherer Landesbehindertenbeauftragter und Vorsitzender des Vereins Selbstbestimmt Leben, äußert zum Verfahren: „Unser Ziel ist es nach wie vor, an der Domsheide eine kompakte Haltestellenanlage mit möglichst kurzen Umstiegswegen durchzusetzen. Deshalb haben wir das Gerichtsverfahren eingeleitet. Allerdings werden wir das erneute Gesprächsangebot der Verkehrssenatorin, welches uns über den Landesbehindertenbeauftragten übermittelt worden ist, annehmen. Die Hoffnung, doch noch zu einer tragfähigen Lösung an der Domsheide zu kommen, die im beiderseitigen Interesse liegt, haben wir noch nicht endgültig aufgegeben.“

Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay
Bremen (kobinet) Am Donnerstag, den 16. Juli 2026, haben der Verein Selbstbestimmt Leben sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen (LAGS Bremen) vor dem Verwaltungsgericht Bremen Klage gegen die Pläne des Senats zur Umgestaltung der ÖPNV-Umsteigeanlage an der Domsheide im Zentrum Bremens eingereicht. Bekanntlich beabsichtigt der Senat, die Haltestellen der Bus- und Straßenbahnlinien, die vom Bahnhof kommen bzw. dorthin fahren, zusammenzulegen und sie in der Balgebrückstraße weiter um etwa 50 m in Richtung Wilhelm-Kaisen-Brücke zu verschieben. Die Haltestellen der Linien 2 und 3 sollen hiernach auf der Domsheide vor dem alten Postamt verbleiben, allerdings um ca. 35 m Richtung Innenstadt verlegt werden.
Diese Pläne stoßen seit Jahren auf massive Kritik der Behindertenverbände, aber auch des Ortsbeirats Mitte, des Ausschusses der Seniorenvertretung für generationsgerechte Stadtentwicklung, des Landesteilhabebeirates und des Landesbehindertenbeauftragten. Kritisiert an den Senatsplänen werden vor allem die langen Umstiegswege von bis zu 185 m verbunden mit dem langgezogenen Gefälle in der Balgebrückstraße sowie die Querung der Fahrradachse Dechanatstraße – Marktstraße. Die Behindertenverbände sehen hierin eine besondere Gefahrenstelle.
Jürgen Karbe, Vorsitzender der LAGS Bremen meint hierzu: „Für mich als blinder Verkehrsteilnehmer ist es äußerst gefährlich, einen stark befahrenen Fahrradweg queren zu müssen. Fahrräder sind geräuschlos. Ich kann sie deshalb nicht rechtzeitig wahrnehmen. Und Radfahrer*innen beachten rote Ampeln häufig nicht. Ich selbst habe da schon wirklich gefährliche Situationen erlebt.“ Im vergangenen Jahr hatten der Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen (BSV Bremen), die LAGS Bremen, Selbstbestimmt Leben sowie der Sozialverband Deutschland (SoVD), Landesverband Bremen wegen ihrer Kritik an den Senatsplänen ein Schlichtungsverfahren nach dem Bremischen Behindertengleichstellungsgesetz eingeleitet. Dieses Verfahren scheiterte jedoch im Mai dieses Jahres.
Daraufhin haben sich die LAGS Bremen sowie Selbstbestimmt Leben dazu entschlossen, eine Verbandsklage vor dem Verwaltungsgericht zu erheben. Der BSV Bremen und der Landesverband des SoVD sind Mitglieder der LAGS Bremen und werden daher durch diese mitvertreten. Beide klagenden Verbände haben den Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Rechte behinderter Menschen gGmbH Dr. Michael Richter mit ihrer Prozessvertretung beauftragt. Der Rechtsanwalt hat bereits zahlreiche Verbandsklageverfahren durchgeführt, davon auch einige in Bremen. Dr. Richter hält die Verbandsklage für durchaus aussichtsreich, weil die langen Umstiegswege den Anforderungen an die Barrierefreiheit einer ÖPNV-Umsteigeanlage nicht genügen und die Querung der Fahrradachse Dechanatstraße – Marktstraße für alle Fahrgäste, insbesondere auch für blinde und sehbehinderte Personen, eine besondere Gefahrenquelle darstellt. Dr. Richter erklärt hierzu: „Es gibt Untersuchungen des ADAC,
wonach circa acht Prozent der Radfahrer und Radfahrerinnen rote Ampeln ignorieren. Deshalb würde selbst eine Ampelanlage an der Querungsstelle Marktstraße – Dechanatstraße keine Verkehrssicherheit bieten.“
Dr. Joachim Steinbrück, Bremens früherer Landesbehindertenbeauftragter und Vorsitzender des Vereins Selbstbestimmt Leben, äußert zum Verfahren: „Unser Ziel ist es nach wie vor, an der Domsheide eine kompakte Haltestellenanlage mit möglichst kurzen Umstiegswegen durchzusetzen. Deshalb haben wir das Gerichtsverfahren eingeleitet. Allerdings werden wir das erneute Gesprächsangebot der Verkehrssenatorin, welches uns über den Landesbehindertenbeauftragten übermittelt worden ist, annehmen. Die Hoffnung, doch noch zu einer tragfähigen Lösung an der Domsheide zu kommen, die im beiderseitigen Interesse liegt, haben wir noch nicht endgültig aufgegeben.“





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