Marburg (kobinet)
Der Journalist Franz-Josef Hanke schreibt einen Kommentar.
Ein Journalist schreibt Texte für Zeitungen. Das ist sein Beruf.
Ein Kommentar ist ein Text mit einer Meinung. Der Schreiber erklärt seine Sichtweise zu einem Thema.
Der Kommentar erscheint bei marburg.news und kobinet-nachrichten.
Es geht um Spar-Pläne bei der Kranken-Versicherung.
Eine Kranken-Versicherung bezahlt den Arzt für dich. Man nennt sie auch Kranken-Kasse.
Es geht auch um Spar-Pläne bei der Behinderten-Hilfe.
Behinderten-Hilfe ist Unterstützung für Menschen mit Behinderung. Sie hilft beim Alltag und beim Leben in der Gesellschaft.
Spar-Zwang? Behinderte bekommen bestimmt nicht zu viel!
Spar-Zwang bedeutet: Man muss Geld sparen. Man hat keine andere Wahl.
Kommentar von Franz-Josef Hanke
Die Bundes-Regierung will Geld sparen.
Die Bundes-Regierung besteht aus dem Bundes-Kanzler und den Ministern. Sie kümmern sich um die Politik in ganz Deutschland.
Alle sollen dazu beitragen.
Auch die Behinderten-Hilfe soll geprüft werden.
Bundes-Kanzler Friedrich Merz hat dazu etwas gesagt.
Er sagte: Behinderte Menschen kosten immer mehr Geld.
Die Bundes-Vereinigung Lebens-Hilfe macht sich Sorgen.
Eine Bundes-Vereinigung ist ein großer Zusammen-Schluss von Gruppen. Diese Gruppen arbeiten gemeinsam für ein Ziel.
Lebens-Hilfe ist eine Organisation für behinderte Menschen.
Die Organisation befürchtet große Einschränkungen.
Einschränkungen bedeutet: Man darf weniger tun als vorher. Man bekommt weniger Hilfe oder Möglichkeiten.
Behinderte Menschen sollen weniger am Leben teilhaben.
Immer mehr Menschen leben mit einer Behinderung.
Auch die Kosten für Personal und Pflege steigen.
Bundes-Gesundheits-Ministerin Nina Warken hat Spar-Pläne vorgelegt.
Sie nennt diese Pläne einen Kompromiss.
Ein Kompromiss ist eine Einigung zwischen Menschen. Alle geben etwas ab. Dann sind alle zufrieden.
Menschen sollen mehr für Medikamente zuzahlen.
Ein Medikament ist eine Arznei. Es hilft dir, gesund zu werden.
Zuzahlen bedeutet: Du zahlst selbst einen Teil.
Auch Familien-Mitglieder sollen weniger mitversichert werden.
Das klingt zuerst fair.
Bei genauem Hinschauen gibt es aber Ungerechtigkeiten.
Ungerechtigkeiten bedeutet: Manche Menschen werden schlechter behandelt als andere. Das ist nicht fair.
Zum Beispiel werden Medikamenten-Preise nicht gesenkt.
Viele Ärzte bekommen täglich Besuch von Arznei-Firmen.
Arznei-Firmen sind Unternehmen, die Medikamente herstellen. Sie verkaufen diese Medikamente an Apotheken und Arzt-Praxen.
Dieses Geld könnte man sinnvoller nutzen.
Die Bundes-Regierung traut sich nicht an reiche Menschen heran.
Wer sehr viel Geld besitzt, soll nicht mehr zahlen.
Eine Vermögens-Steuer von 5 Prozent wäre möglich.
Eine Vermögens-Steuer ist Geld, das sehr reiche Menschen an den Staat zahlen. Es wird auf ihr gesamtes Vermögen berechnet.
Sehr reiche Menschen würden das gut verkraften.
Am 22. August 2025 gab es eine Ausstellungs-Eröffnung.
Die Ausstellung heißt: Verfolgung behinderter Menschen im National-Sozialismus.
Verfolgung bedeutet: Menschen wurden wegen ihrer Herkunft oder Behinderung verfolgt. Sie wurden bedroht oder bestraft.
National-Sozialismus ist eine menschen-feindliche Welt-Ansicht. Nazis glaubten an den National-Sozialismus.
Bernd Gökeler sprach dort.
Er fährt einen Roll-Stuhl.
Er erklärte, wie schwer das Leben mit Behinderung in Deutschland ist.
Mehr Infos zur Ausstellung gibt es hier: marburg.news
Bernd Gökeler stellte eine Frage an alle Anwesenden.
Er fragte: Wollt ihr vor jedem Konzert einen Antrag stellen?
Ein Antrag ist ein schriftliches Gesuch an eine Behörde. Du fragst damit offiziell um etwas, zum Beispiel um Hilfe oder eine Genehmigung.
Wollt ihr vor Gericht um euren Stuhl kämpfen?
Genau das müssen viele behinderte Menschen tun.
Wer bei Behinderten spart, muss sich fragen lassen:
Ist das wirklich gerecht?
Reiche Menschen kommen dabei ungestraft davon.
Das ist kein Zeichen für eine echte Demo-Kratie.
Demo-Kratie bedeutet auf Deutsch: Herrschaft des Volkes. Das Volk entscheidet über wichtige Dinge. Alle Menschen haben die gleichen Rechte.

Foto: privat
Marburg (kobinet) "Wer an Behinderten spart und Milliardäre ungeschoren davonkommen lässt, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er wirklich ein überzeugter Demokrat ist." So fasst der Marburger Journalist Franz-Josef Hanke seinen Kommentar zusammen, den er für marburg.news und die kobinet-nachrichten anlässlich der massiven Einsparungsdebatten bei der Krankenversicherung und der Behindertenhilfe verfasst hat.
Sparzwang? Behinderte bekommen bestimmt nicht zuviel!
Kommentar von Franz-Josef Hanke
Die Bundesregierung muss sparen. Da müssen alle ihren Beitrag leisten. Auch die Behindertenhilfe kommt auf den Prüfstand. Diese blöden Behinderten kosten schließlich immer mehr Geld! Sinngemäß hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz in der Vergangenheit ähnlich geäußert. Darum befürchtet die Bundesvereinigung Lebenshilfe (BVLH) jetzt massive Einschränkungen der Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben. Schließlich steigt die Zahl behinderter Bürgerinnen und Bürger dank höherer Lebenserwartung stetig an. Zudem steigen auch die Kosten für das Personal und die Pflege.
Auch bei den geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angeblich einen „ausgewogenen Kompromiss“ vorgelegt. Höhere Zuzahlungen sind dort ebenso vorgesehen wie Einschränkungen der beitragsfreien Mitversicherung von Familienangehörigen.
Im ersten Augenblick klingt das ganz gut und gerecht, aber bei näherer Prüfung offenbaren sich erhebliche Ungerechtigkeiten.
Warum werden die Medikamentenpreise beispielsweise nicht stärker beschnitten. Viele Ärzte in Deutschland erhalten fast täglich Besuch von Pharmareferenten der Arzneimittelhersteller. Den Großteil der Kosten solcher Besuche könnte man sicherlich sinnvoller verwenden.
Warum traut sich die Bundesregierung nicht an die Pharmakonzerne und die Vermögen der Superreichen heran? Wer Hunderte von Millionen besitzt, der könnte eine Vermögenssteuer von 5 Prozent wahrscheinlich ganz gut verkraften. Schließlich ist die Rendite vieler Anlagen deutlich höher.
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Verfolgung behinderter Menschen im Nationalsozialismus“ hat Bernd Gökeler am 22. August 2025 sehr eindringlich vor Augen geführt, wie menschenunwürdig die Teilhabe Behinderter in Deutschland immer noch geregelt ist. Der Rollstuhlfahrer forderte die Anwesenden auf, doch einmal darüber nachzudenken, ob sie bei jedem Besuch einer Veranstaltung vorher einen Antrag stellen und um die Bereitstellung ihres Stuhls notfalls vor Gericht kämpfen wollen. Wer an Behinderten spart und Milliardäre ungeschoren davonkommen lässt, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er wirklich ein überzeugter Demokrat ist.

Foto: privat
Marburg (kobinet) "Wer an Behinderten spart und Milliardäre ungeschoren davonkommen lässt, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er wirklich ein überzeugter Demokrat ist." So fasst der Marburger Journalist Franz-Josef Hanke seinen Kommentar zusammen, den er für marburg.news und die kobinet-nachrichten anlässlich der massiven Einsparungsdebatten bei der Krankenversicherung und der Behindertenhilfe verfasst hat.
Sparzwang? Behinderte bekommen bestimmt nicht zuviel!
Kommentar von Franz-Josef Hanke
Die Bundesregierung muss sparen. Da müssen alle ihren Beitrag leisten. Auch die Behindertenhilfe kommt auf den Prüfstand. Diese blöden Behinderten kosten schließlich immer mehr Geld! Sinngemäß hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz in der Vergangenheit ähnlich geäußert. Darum befürchtet die Bundesvereinigung Lebenshilfe (BVLH) jetzt massive Einschränkungen der Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben. Schließlich steigt die Zahl behinderter Bürgerinnen und Bürger dank höherer Lebenserwartung stetig an. Zudem steigen auch die Kosten für das Personal und die Pflege.
Auch bei den geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angeblich einen „ausgewogenen Kompromiss“ vorgelegt. Höhere Zuzahlungen sind dort ebenso vorgesehen wie Einschränkungen der beitragsfreien Mitversicherung von Familienangehörigen.
Im ersten Augenblick klingt das ganz gut und gerecht, aber bei näherer Prüfung offenbaren sich erhebliche Ungerechtigkeiten.
Warum werden die Medikamentenpreise beispielsweise nicht stärker beschnitten. Viele Ärzte in Deutschland erhalten fast täglich Besuch von Pharmareferenten der Arzneimittelhersteller. Den Großteil der Kosten solcher Besuche könnte man sicherlich sinnvoller verwenden.
Warum traut sich die Bundesregierung nicht an die Pharmakonzerne und die Vermögen der Superreichen heran? Wer Hunderte von Millionen besitzt, der könnte eine Vermögenssteuer von 5 Prozent wahrscheinlich ganz gut verkraften. Schließlich ist die Rendite vieler Anlagen deutlich höher.
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Verfolgung behinderter Menschen im Nationalsozialismus“ hat Bernd Gökeler am 22. August 2025 sehr eindringlich vor Augen geführt, wie menschenunwürdig die Teilhabe Behinderter in Deutschland immer noch geregelt ist. Der Rollstuhlfahrer forderte die Anwesenden auf, doch einmal darüber nachzudenken, ob sie bei jedem Besuch einer Veranstaltung vorher einen Antrag stellen und um die Bereitstellung ihres Stuhls notfalls vor Gericht kämpfen wollen. Wer an Behinderten spart und Milliardäre ungeschoren davonkommen lässt, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er wirklich ein überzeugter Demokrat ist.




