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Einsatz für Gleichberechtigung nötiger denn je

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Nancy Frind am Mikrofon
Nancy Frind am Mikrofon
Foto: privat

Erfurt (kobinet) Der Einsatz für Gleichberechtigung, Inklusion und ein Leben ohne Gewalt bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und nötiger denn je. Feministische Bewegungen stehen deshalb weiterhin vor der Aufgabe, laut, sichtbar und solidarisch zu bleiben. So die Einschätzung von Nancy Frind in ihrem Kommentar für die kobinet-nachrichten. Am 8. und 9. März 2026 standen bundesweit Aktionen rund um den Internationalen Frauentag und den feministischen Frauen*streik im Mittelpunkt. Dabei ging es um internationale, feministische und solidarische Zusammenarbeit für mehr Gleichberechtigung. Viele Initiativen und Aktivistinnen machten deutlich: Frauenrechte müssen weiterhin sichtbar eingefordert werden.

Internationaler Frauentag und bundesweiter Frauen*streik

Kommentar von Nancy Frind

Am 8. und 9. März 2026 standen bundesweit Aktionen rund um den Internationalen Frauentag und den feministischen Frauen*streik im Mittelpunkt. Dabei ging es um internationale, feministische und solidarische Zusammenarbeit für mehr Gleichberechtigung. Viele Initiativen und Aktivistinnen machten deutlich: Frauenrechte müssen weiterhin sichtbar eingefordert werden.

Auch heute ist Gleichberechtigung noch nicht selbstverständlich. Besonders Frauen, die mehrfach benachteiligt werden – etwa Frauen mit Behinderungen – werden in gesellschaftlichen und feministischen Debatten häufig übersehen. Dabei erleben sie oft mehrere Formen von Diskriminierung gleichzeitig.

Ein besonderes Problem betrifft Frauen, die in Werkstätten für behinderte Menschen oder in anderen Einrichtungen arbeiten. Für viele von ihnen ist es schwierig, sich an einem Frauen*streik zu beteiligen. In Werkstätten gelten andere Strukturen als auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Viele Beschäftigte sind unsicher über ihre Rechte oder haben Angst vor möglichen Konsequenzen am Arbeitsplatz. Auch wenn eine Kündigung rechtlich oft nicht ohne Weiteres möglich ist, hält diese Unsicherheit viele davon ab, an Protestaktionen teilzunehmen.

Gerade deshalb ist es wichtig, dass der feministische Kampf wirklich alle einschließt – auch Frauen mit Behinderungen und Frauen in Werkstätten oder anderen Einrichtungen. Feministische Solidarität bedeutet, niemanden zu vergessen.

Bereits am 8. März fand auf dem Domplatz in Erfurt eine Demonstration zum Internationalen Frauentag statt, bei der zahlreiche Organisationen und Initiativen zusammenkamen. Für den Landesverband für Frauen mit Behinderungen in Thüringen (LaFiT) wurde dort ein Redebeitrag gehalten. Darin wurde besonders auf die Situation von Frauen mit Behinderungen aufmerksam gemacht, die deutlich häufiger von Gewalt betroffen sind. Auch Themen wie Selbstbestimmung beim Kinderkriegen sowie Zwangssterilisation wurden angesprochen – Bereiche, über die noch immer zu wenig öffentlich gesprochen wird.

Deutschland hat sich mit der Istanbul-Konvention verpflichtet, Mädchen und Frauen besser vor Gewalt zu schützen – ausdrücklich auch Frauen mit Behinderungen. Ebenso betont die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) das Recht auf Gleichberechtigung, Schutz und Selbstbestimmung für alle Menschen. Diese Verpflichtungen müssen konsequent umgesetzt werden.

Der Einsatz für Gleichberechtigung, Inklusion und ein Leben ohne Gewalt bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Feministische Bewegungen stehen deshalb weiterhin vor der Aufgabe, laut, sichtbar und solidarisch zu bleiben.