BERLIN (kobinet)
Mehr als 13 Prozent der Menschen in Deutschland wurden diskriminiert.
Dis-kri-mi-nie-rung bedeutet: Eine Person wird ungerecht behandelt.
Die Person wird schlechter behandelt als andere Menschen.
Das sind rund 9 Millionen Menschen.
Das zeigt eine große Um-fra-ge in Deutschland.
Die Um-fra-ge heißt Sozio-Öko-no-mi-sches Panel. Kurz: SOEP.
Besonders oft betroffen sind Menschen mit Zu-wan-de-rungs-ge-schich-te.
Auch Muslime werden oft diskriminiert.
Frauen werden oft diskriminiert.
Menschen mit Be-hin-de-rung werden oft diskriminiert.
Be-hin-de-rung bedeutet: Manche Sachen sind schwieriger für diese Menschen.
Trans-ge-schlecht-li-che und nicht-bi-näre Personen werden oft diskriminiert.
Nicht-bi-när bedeutet: Eine Person ist weder Mann noch Frau.
Ferda Ataman ist die Bundes-Be-auf-trag-te für Anti-Dis-kri-mi-nie-rung.
Eine Bundes-Be-auf-trag-te ist eine Person mit einem besonderen Auftrag.
Ferda Ataman sagt: Dis-kri-mi-nie-rung schadet dem Zusammen-halt in Deutschland.
Zusammen-halt bedeutet: Alle Menschen helfen sich gegenseitig.
Sie fordert schnelle Lösungen von der Politik.
Dis-kri-mi-nie-rung passiert in vielen Bereichen des Lebens.
Zum Beispiel auf der Straße und in Geschäften.
Zum Beispiel bei der Arbeit und beim Arzt.
Zum Beispiel in der Schule und bei Ämtern.
Auch bei der Wohnungs-suche passiert Dis-kri-mi-nie-rung.
Dis-kri-mi-nie-rung macht krank.
Be-trof-fe-ne Menschen sind weniger zufrieden mit ihrem Leben.
Be-trof-fe-ne Menschen vertrauen dem Staat weniger.
56 Prozent der Be-trof-fe-nen wehren sich nicht.
Viele glauben nicht an Schutz durch Gesetze.
Es gibt ein Gesetz gegen Dis-kri-mi-nie-rung in Deutschland.
Das Gesetz heißt All-ge-mei-nes Gleich-be-hand-lungs-Ge-setz. Kurz: AGG.
Das AGG schützt Menschen vor ungerechter Behandlung.
Alle Menschen sollen gleich behandelt werden.
Das AGG schützt aber nicht überall.
Ferda Ataman fordert: Das AGG muss verbessert werden.

Foto: omp
BERLIN (kobinet) Bei der größte Repräsentativbefragung zu Benachteiligung zeigen die Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) umfassend, wie verbreitet Diskriminierung in Deutschland ist. Besonders von Diskriminierung betroffen sind demnach Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Muslime, Frauen und Menschen mit Behinderungen. Mit dem blick auf die Zahlen schlägt die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman Alarm und stellt fest: "Dieses Ausmaß an Diskriminierung gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt". Mehr als 13 Prozent der Menschen in Deutschland berichten bei dieser Umfrage davon, in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erfahren zu haben. Auf die erwachsene Bevölkerung umgerechnet entspricht das rund neun Millionen Menschen.
„Die Ergebnisse der Umfrage sind ein klarer Auftrag an Politik und Gesellschaft. Denn nun wissen wir ganz eindeutig: Diskriminierung ist keine Randerscheinung, sondern ein Kernproblem. Das Ausmaß an Diskriminierung ist eine Belastungsprobe für unser Land. Eine Gesellschaft, in der sich Millionen Menschen als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse fühlen, ist instabil und anfällig. Die besonders hohen Werte für Diskriminierungen am Arbeitsmarkt und beim Zugang zu Dienstleistungen und Gütern haben auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. Dafür brauchen wir Lösungen“, sagte Ferda Ataman, Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen. Menschen mit Migrationshintergrund berichten deutlich häufiger von Diskriminierung als Menschen ohne Migrationshintergrund. Besonders Muslime und Menschen, die von rassistischen Zuschreibungen betroffen sind, berichten von Diskriminierungserfahrungen. Auch Frauen, trans- und inter-geschlechtliche sowie nicht-binäre Personen, Menschen mit Behinderungen oder chronisch Erkrankte erleben überdurchschnittlich häufig Diskriminierung.
Die Studie zeigt zudem deutlich die Folgen von Diskriminierung auf: Betroffene berichten von schlechterer Gesundheit, geringerer Lebenszufriedenheit, psychischer Belastung und einem sinkenden Vertrauen in den Staat. Gleichzeitig sieht die Mehrheit der Betroffenen (56 Prozent) offenbar keinen Sinn darin, gegen Benachteiligungen aktiv zu werden. Das deutet auf ein mangelndes Vertrauen in den gesetzlichen Diskriminierungsschutz hin.
Diskriminierung findet, wie die Umfrage zeigt, in nahezu allen Lebensbereichen statt, besonders oft im öffentlichen Raum, beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, im Arbeitsleben, im Gesundheits- und Pflegebereich, in der Schule, im Kontakt mit Behörden und Polizei sowie bei der Wohnungs- und Haussuche statt. Die Studie zeigt, dass Diskriminierung oft in Bereichen stattfindet, in denen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) kaum oder gar nicht schützt – etwa auf der Straße (öffentlicher Raum) oder beim Kontakt mit dem Staat. So berichtet fast jede fünfte Person von Benachteiligungen durch Ämter, Behörden oder Polizei. Auch Menschen mit geringen Einkommen, ohne deutschen Pass oder Personen, die ihre Angehörigen pflegen oder Kinder betreuen, sind besonders gefährdet, diskriminiert zu werden.
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman fordert deshalb, die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zügig umzusetzen.

Foto: omp
BERLIN (kobinet) Bei der größte Repräsentativbefragung zu Benachteiligung zeigen die Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) umfassend, wie verbreitet Diskriminierung in Deutschland ist. Besonders von Diskriminierung betroffen sind demnach Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Muslime, Frauen und Menschen mit Behinderungen. Mit dem blick auf die Zahlen schlägt die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman Alarm und stellt fest: "Dieses Ausmaß an Diskriminierung gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt". Mehr als 13 Prozent der Menschen in Deutschland berichten bei dieser Umfrage davon, in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erfahren zu haben. Auf die erwachsene Bevölkerung umgerechnet entspricht das rund neun Millionen Menschen.
„Die Ergebnisse der Umfrage sind ein klarer Auftrag an Politik und Gesellschaft. Denn nun wissen wir ganz eindeutig: Diskriminierung ist keine Randerscheinung, sondern ein Kernproblem. Das Ausmaß an Diskriminierung ist eine Belastungsprobe für unser Land. Eine Gesellschaft, in der sich Millionen Menschen als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse fühlen, ist instabil und anfällig. Die besonders hohen Werte für Diskriminierungen am Arbeitsmarkt und beim Zugang zu Dienstleistungen und Gütern haben auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. Dafür brauchen wir Lösungen“, sagte Ferda Ataman, Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen. Menschen mit Migrationshintergrund berichten deutlich häufiger von Diskriminierung als Menschen ohne Migrationshintergrund. Besonders Muslime und Menschen, die von rassistischen Zuschreibungen betroffen sind, berichten von Diskriminierungserfahrungen. Auch Frauen, trans- und inter-geschlechtliche sowie nicht-binäre Personen, Menschen mit Behinderungen oder chronisch Erkrankte erleben überdurchschnittlich häufig Diskriminierung.
Die Studie zeigt zudem deutlich die Folgen von Diskriminierung auf: Betroffene berichten von schlechterer Gesundheit, geringerer Lebenszufriedenheit, psychischer Belastung und einem sinkenden Vertrauen in den Staat. Gleichzeitig sieht die Mehrheit der Betroffenen (56 Prozent) offenbar keinen Sinn darin, gegen Benachteiligungen aktiv zu werden. Das deutet auf ein mangelndes Vertrauen in den gesetzlichen Diskriminierungsschutz hin.
Diskriminierung findet, wie die Umfrage zeigt, in nahezu allen Lebensbereichen statt, besonders oft im öffentlichen Raum, beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, im Arbeitsleben, im Gesundheits- und Pflegebereich, in der Schule, im Kontakt mit Behörden und Polizei sowie bei der Wohnungs- und Haussuche statt. Die Studie zeigt, dass Diskriminierung oft in Bereichen stattfindet, in denen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) kaum oder gar nicht schützt – etwa auf der Straße (öffentlicher Raum) oder beim Kontakt mit dem Staat. So berichtet fast jede fünfte Person von Benachteiligungen durch Ämter, Behörden oder Polizei. Auch Menschen mit geringen Einkommen, ohne deutschen Pass oder Personen, die ihre Angehörigen pflegen oder Kinder betreuen, sind besonders gefährdet, diskriminiert zu werden.
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman fordert deshalb, die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zügig umzusetzen.




