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Ein Jahr Donald Trump: Zeit zur Gegenwehr für Vielfalt, soziale Gerichtigkeit und Inklusion

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Washington, D.C. (kobinet) Heute vor einem Jahr als Donald Trump am 20. Januar 2025 zum zweiten Mal das Amt des US-Präsidenten antrat, begann die weltweite Schockstarre gegenüber dem skruppellosen und arroganten Vorgehen des US-Präsidenten und seinen Vasallen sowie Profiteur*innen seiner egoistischen Politik. Ein Jahr später vor allem angesichts der mit der Bedrohung von Grönland mittlerweile offensichtlich unberechenbaren und völkerrechtswidrigen Politik der US-Regierung dürfte den Letzten klar sein, dass es Zeit ist, die Werte, die Donald Trump und seine Folgschaft systematisch zu zerstören versucht, konsequent zu verteidigen und sich gegen den Hass und die Abwertung von Menschen und ganzen Menschengruppen zu wehren. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul schildert in seinem Kommentar seine Gedanken ein Jahr nachdem Donald Trump umgeben von vielen Superreichen das Amt des US-Präsidenten zum zweiten Mal angetreten hat.

Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul

Seit einem Jahr leiden diejenigen, die an das Gute im Menschen, an den gesunden Menschenverstand, an Völkerverständigung, an Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion glauben, unter den täglichen Tiraden und Taten von Donald Trump und seinem Gefolge. Seit einem Jahr reiben wir uns fast täglich die Augen darüber, was den egomanischen US-Präsidenten umtreibt und was dieser an die Öffentlichkeit posaunt. Und immer wieder überrascht er uns, aber in einem negativen Sinne. Zum Teil kann man angesichts dieses egomanischen Gehabes lachen, doch dann bleibt einem schnell dieses Lachen im Halse stecken, wenn er seine ICE-Behörde in Städte schickt, um Migrant*innen und andere unliebsame Menschen zu jagen, zu verhaften und abzuschieben. Auch die zu seinen Gnaden ernannten Minister*innen und Milliardäre, die ihn umschwärmen, zeigen das hässliche Gesicht von Gier und Rücksichtslosigkeit im Angesicht der Macht, die sie mittlerweile haben. Elon Musk ist hierfür das beste Beispiel.

Donald Trump will Kanada, Donald Trump will den Panama-Kanal, Donald Trump benennt den Golf von Mexiko in den Golf von Amerika um, Donald Trump will das Öl in Venezuela und andere Bodenschätze in mittel- und südamerikanischen Staaten, Donald Trump braucht Grönland für die Sicherheit der USA und natürlich auch wegen der enormen Bodenschätze. Da spielt es auch keine Rolle, dass er damit ein NATO-Land massiv bedroht und ständig Unruhe schafft. Donald Trump sanktioniert all diejenigen, die nicht so wollen, wie er es will, mit Strafzöllen. Donald Trump lässt andere Staatschefs vor ihm kriechen und behandelt diese wie den ukrainischen Präsidenten zuweilen so von oben herunter, dass es peinlicher nicht geht. Und Donald Trump macht sich in naivster Art und Weise zum Büttel von Putin, der seit dem Treffen mit dem US-Präsidenten die Ukraine härter angreift, denn eh und je in diesem nun fast vierjährigen Angriffskrieg. Und er ist so egomanisch, dass er sich mit seinem Anspruch auf den Friedensnobelpreis öffentlich zum Affen macht und sich sogar die Nobelpreismedaille der venezulanischen Oppositionspolitikerin übergeben lässt. Frei nach dem Motto peinlicher geht immer. Vorne mit dabei die FIFA mit ihrem Friedenspreis, den sie Donald Trump angedient hat. Einem Donald Trump der ein militärisches Eingreifen in Grönland nicht ausschließt.

Donald Trump weiß, wie er mit seinem Drang, die Nachrichten zu beherrschen, ablenken kann, wie er die Menschen ermüden kann. Denn bei so viel Unsinn, bei so viel Empörendem, was er verbreitet, erblast sein empörendes Verhalten zusehends. Viele können es nicht mehr hören, viele blicken gar nicht mehr durch, was wahr und was falsch ist, was Trump und seine Helfershelfer verbreiten. Und so steht man all dem recht machtlos, müde, frustriert gegenüber, wenn ein Tabubruch den nächsten jagt. So hat sich Donald Trump im ersten Jahr seiner Präsidentschaft eine Aura verschafft, die viele vor ihm buckeln lassen und die eine enorme Macht ausstrahlt. Denn der US-Präsident schert sich nicht nur recht wenig um geltendes Recht, er überzieht auch seine Gegner mit Klagen mit unglaublich hohen Forderungen. Klagen, die sich ein Staatschef der USA und ein Milliardär mit seiner Herde von Anwälten leisten kann, die andere aber in die Knie zwingen. Und dieser US-Präsident belässt es nicht dabei, in seinem eigenen Land zu wüten, er und seine Gefolgsleute intrigieren auch immer wieder in anderen Ländern, so auch in Deutschland. Dass die AfD den Republikanern und dem Vorgehen von Donald Trump nahe stehen, das ist kein Geheimnis und das macht es für uns gefährlich.

Für behinderte Menschen in den USA bedeutet die Präsidentschaft von Donald Trump eine massive Bedrohung. Seine Hetze gegen Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion hat Donald Trump ganz früh in seiner Präsidentschaft gestartet. Programme für benachteiligte Gruppen wurden schnell eingestellt und angegriffen. Universitäten, die sich nicht beugten, wurde Geld von der Bundesregierung entzogen. Viele Leute wurden gefeuert und die Gesetze wurden dahingehend geändert, dass auch viele behinderte Menschen ihre Krankenversicherung bereits verloren haben, bzw. verlieren werden. Dafür wurden Steuererleichterungen für die Reichen und Schönen verlängert und ausgebaut. Man hat ja schließlich Verpflichtungen denjenigen gegenüber, die für den Wahlkampf spenden, die einen umgeben und der eigene Profit, der Trump und seinen Clan in seinem ersten Präsidentschaftsjahr wesentlich reicher gemacht hat, verpflichtet natürlich.

In diesem ersten Jahr von Donald Trump hat sich nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern, so auch in Deutschland, vieles verschoben. Dinge, die vor nicht allzulanger Zeit noch hochgehalten wurden, als gesetzt galten, werden heute massiv angegriffen. So zum Beispiel soziale Standards, Vielfalt, Repekt und Inklusion. Wenn der US-Präsident sich nicht um Recht und Anstand scheren muss und damit noch Erfolg hat, warum soll das hierzulande nicht auch funktionieren. Wenn die Milliardäre aus Trumps Umfeld immer dreistere Ideen und Forderungen entwickeln, sich verstärkt der Zahlung von Steuern entziehen, warum soll das auch nicht hierzulande funktionieren. Und so befinden auch wir in Deutschland uns mittlerweile in einem Klima, in dem Begriffe wie Inklusion, Vielfalt, Toleranz pfui werden, in dem man sich zum Teil zurücknimmt, Inklusion zu propagieren, weil der Gegenwind immer größer geworden ist. Und dabei stehen in den nächsten Monaten wichtige Kommunal- und Landtagswahlen in Deutschland an.

Spätestens nach der Bedrohung der USA von Grönland und damit eines NATO-Staates dürfte den Letzten deutlich geworden sein, dass die Gier der Mächtigen keine Grenzen kennt und auch nicht vor Rechtsbrüchen, militärischen Konflikten und dem Bruch von Bündnissen Halt macht. Halt dürfte diese Politik auch nicht vor der Verfolgung von Minderheiten machen. Und genau deshalb ist es nun, ein Jahr nachdem Donald Trump die Macht in Washington übernommen hat, Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir uns diesem Zeitgeist und unsäglichen Treiben reicher und meist alter Männer entgegenstellen. Wir wurden bereits soweit zurückgedrängt, dass die täglichen Forderungen nach mehr Arbeit, nach massiven Kürzungen im sozialen und Gesundheitsbereich hingenommen werden.

Wir müssen wieder verstärkt in die Offensive gehen und unsere Vision, unser Streben für eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft vorantrieben. Und wir müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die viel Geld haben, damit verantwortlich und nicht immer gieriger nach mehr umzugehen haben. Mit Appellen kommt man hier nicht weiter, klare Regelungen müssen her, denn wie die Veröffentlichung von Oxfam zeigt, werden die Reichen immer schneller immer reicher, während andere in ihren sozialen Leistungen beschnitten und weiter an den Rand gedrängt werden. Ein Jahr Donald Trump ist also ein guter Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie wir uns gegenseitig stärken und gemeinsam für eine Politik streiten, die die Menschen und nicht nur mehr Gewinnmaximierung und Einfluss im Sinn haben.