HAMBURG (kobinet)
Es gibt ein neues Gesetz in Europa.
Das Gesetz heißt: European Accessibility Act.
Die Abkürzung ist: EAA.
Auf Deutsch heißt es: Europäisches Barriere-Freiheits-Gesetz.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können alles benutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Das Gesetz sagt: Alle Menschen müssen Dinge nutzen können.
Zum Beispiel: Internet-Seiten.
Zum Beispiel: Geld-Automaten.
Ein Geld-Automat ist eine Maschine.
Du kannst dort Geld abheben.
Du brauchst dafür eine Karte.
Das Gesetz gibt es seit 6 Monaten.
Eine Firma hat Internet-Seiten geprüft.
Die Firma heißt: AccessiWay.
Das Ergebnis ist schlecht.
Keine deutsche Internet-Seite ist barriere-frei.
AccessiWay hat 100 große Internet-Seiten geprüft.
Die Seiten sind aus 5 Ländern.
Die Länder sind: Deutschland.
Frankreich.
Italien.
Österreich.
Und Groß-Britannien.
Deutschland hat die meisten Fehler.
In Deutschland haben 0 Prozent keine Barrieren.
Eine Barriere ist ein Hindernis.
Etwas ist im Weg.
Menschen können etwas nicht nutzen.
Das heißt: Alle deutschen Seiten haben Barrieren.
Deutsche Seiten haben 2,9 Fehler pro Seite.
Das ist der höchste Wert in Europa.
Diese Barrieren gibt es oft:
Online-Shops haben besonders viele Fehler.
Ein Online-Shop ist ein Geschäft im Internet.
Du kannst dort Sachen kaufen.
Du bestellst die Sachen im Internet.
Auch Mode-Seiten haben viele Fehler.
Diese Seiten machen fast die Hälfte aller Fehler.
Die vielen Fehler sind ein großes Problem.
Firmen können Geld-Strafen bekommen.
Geld-Strafe bedeutet: Jemand muss Geld bezahlen.
Das ist eine Strafe.
Die Strafe kommt: Wenn jemand sich nicht an Regeln gehalten hat.
Menschen können die Firmen verklagen.
Verklagen bedeutet: Du gehst zu einem Gericht.
Ein Gericht ist ein Ort.
Dort entscheiden Menschen über Recht und Unrecht.
Du sagst dort: Eine Firma hat etwas Falsches gemacht.
Das Gericht prüft das dann.
Das Gericht entscheidet: Wer hat Recht?
Der Ruf der Firmen wird schlechter.
Viele Menschen können die Internet-Seiten nicht nutzen.
Das sind Millionen mögliche Kunden.
Die Barrieren verhindern den Zugang.
So ist die Situation in Europa:
AccessiWay hat Seiten in ganz Europa geprüft.
94 Prozent der Seiten haben Fehler.
Kein Land erfüllt das Gesetz vollständig.
Aber es gibt Unterschiede zwischen den Ländern.
In Groß-Britannien: 15 Prozent erfüllen das Gesetz.
Das heißt: 85 Prozent haben Fehler.
In Frankreich: 10 Prozent erfüllen das Gesetz.
In Österreich: 5 Prozent erfüllen das Gesetz.
In Deutschland: 0 Prozent erfüllen das Gesetz.
In Italien: auch 0 Prozent.
Das sind die schlechtesten Ergebnisse.
In Frankreich gibt es schon Klagen.
In Österreich gibt es auch schon Klagen.
Bald wird es in Deutschland auch Klagen geben.
Bald wird es auch mehr Kontrollen geben.
In Magdeburg gibt es bald eine neue Stelle.
Die Stelle heißt: Markt-Überwachungs-Stelle der Länder.
Markt-Überwachung bedeutet: Das ist ein Amt vom Staat.
Das Amt prüft Produkte und Dienst-Leistungen.
Eine Dienst-leistung ist eine Hilfe.
Jemand hilft dir bei etwas.
Das Amt schaut: Sind die Regeln eingehalten?
Wenn nicht: Das Amt kann Strafen geben.
Die Stelle prüft Barriere-Freiheit von Produkten.
Die Stelle prüft auch Dienst-Leistungen.
Sie können den vollständigen Bericht herunter-laden.
Das Herunter-laden kostet nichts.

Foto: geralt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
HAMBURG (kobinet) Sechs Monate nach Inkrafttreten des European Accessibility Act (EAA) zieht AccessiWay eine alarmierende Bilanz: Keine der untersuchten deutschen Websites erfüllt derzeit die gesetzlichen Anforderungen an digitale Barrierefreiheit. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Reports "Digitale Barrierefreiheit: EAA-Bilanz nach sechs Monaten", für den AccessiWay 100 große verbraucherorientierte Websites in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Großbritannien analysiert hat. Im europäischen Vergleich bildet Deutschland demnach mit einer Compliance-Rate von 0 Prozent das europaweite Schlusslicht – und zeigt mit 2,9 Barrieren pro Webseite den höchsten Fehler-Durchschnitt.
Die häufigsten Barrieren auf deutschen Webseiten:
- Layouts, die bei 400 Prozent Zoom brechen (Reflow bei 12 der 20 untersuchten Websites),
- fehlende Tastaturnavigation (9 von 20) und unzureichende Fokus-Sichtbarkeit (9 von 20).
Besonders betroffen sind in Deutschland Retail- und Fashion-Websites, die fast die Hälfte aller festgestellten Fehler verursachen. Das Ergebnis ist nach Einschätzung von AccessiWay mehr als ein technisches Problem: Unternehmen riskieren Bußgelder, Klagen und Reputationsverluste. Vor allem aber schließen sie Millionen potenzieller Kunden aus, deren Zugang zu Online-Angeboten durch fehlende Barrierefreiheit verhindert wird.
In Europa fielen 94 Prozent der von AccessiWay getesteten Websites bei mindestens einer Accessibility-Prüfung durch. Kein Land erfüllt die Vorgaben vollständig. Trotzdem gibt es sichtbare Unterschiede: In Großbritannien sind derzeit 15 Prozent der getesteten Websites EAA-konform, das heißt: 85 Prozent wiesen Mängel auf. In Frankreich erfüllen zehn Prozent der Websites die Standards, in Österreich fünf Prozent. Deutschland und Italien fallen mit 0 Prozent Konformität zurück. Mit Frankreich oder Österreich wurden bereits in ersten Ländern rechtliche Schritte gegen Unternehmen eingeleitet. Es ist zu erwarten, dass Klagen und behördliche Prüfungen auch in Deutschland sprunghaft ansteigen werden. In Magdeburg nimmt in Kürze die Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen ihre Arbeit auf.
Der vollständige Report findet sich zum kostenfreien Download zur Verfügung.

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HAMBURG (kobinet) Sechs Monate nach Inkrafttreten des European Accessibility Act (EAA) zieht AccessiWay eine alarmierende Bilanz: Keine der untersuchten deutschen Websites erfüllt derzeit die gesetzlichen Anforderungen an digitale Barrierefreiheit. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Reports "Digitale Barrierefreiheit: EAA-Bilanz nach sechs Monaten", für den AccessiWay 100 große verbraucherorientierte Websites in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Großbritannien analysiert hat. Im europäischen Vergleich bildet Deutschland demnach mit einer Compliance-Rate von 0 Prozent das europaweite Schlusslicht – und zeigt mit 2,9 Barrieren pro Webseite den höchsten Fehler-Durchschnitt.
Die häufigsten Barrieren auf deutschen Webseiten:
- Layouts, die bei 400 Prozent Zoom brechen (Reflow bei 12 der 20 untersuchten Websites),
- fehlende Tastaturnavigation (9 von 20) und unzureichende Fokus-Sichtbarkeit (9 von 20).
Besonders betroffen sind in Deutschland Retail- und Fashion-Websites, die fast die Hälfte aller festgestellten Fehler verursachen. Das Ergebnis ist nach Einschätzung von AccessiWay mehr als ein technisches Problem: Unternehmen riskieren Bußgelder, Klagen und Reputationsverluste. Vor allem aber schließen sie Millionen potenzieller Kunden aus, deren Zugang zu Online-Angeboten durch fehlende Barrierefreiheit verhindert wird.
In Europa fielen 94 Prozent der von AccessiWay getesteten Websites bei mindestens einer Accessibility-Prüfung durch. Kein Land erfüllt die Vorgaben vollständig. Trotzdem gibt es sichtbare Unterschiede: In Großbritannien sind derzeit 15 Prozent der getesteten Websites EAA-konform, das heißt: 85 Prozent wiesen Mängel auf. In Frankreich erfüllen zehn Prozent der Websites die Standards, in Österreich fünf Prozent. Deutschland und Italien fallen mit 0 Prozent Konformität zurück. Mit Frankreich oder Österreich wurden bereits in ersten Ländern rechtliche Schritte gegen Unternehmen eingeleitet. Es ist zu erwarten, dass Klagen und behördliche Prüfungen auch in Deutschland sprunghaft ansteigen werden. In Magdeburg nimmt in Kürze die Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen ihre Arbeit auf.
Der vollständige Report findet sich zum kostenfreien Download zur Verfügung.





Leider sind Accessibility Overlays keine Verbesserung, was digitale Barrierefreiheit angeht. Was sie gut können ist Marketing.