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Deutsche Websites fallen bei Barrierefreiheit durch

Icon eines Baumes der mit seinen Ästen viele Angebote vernetzt
Netzwerke helfen, Aufgaben zu erledigen
Foto: geralt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

HAMBURG (kobinet) Sechs Monate nach Inkrafttreten des European Accessibility Act (EAA) zieht AccessiWay eine alarmierende Bilanz: Keine der untersuchten deutschen Websites erfüllt derzeit die gesetzlichen Anforderungen an digitale Barrierefreiheit. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Reports "Digitale Barrierefreiheit: EAA-Bilanz nach sechs Monaten", für den AccessiWay 100 große verbraucherorientierte Websites in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Großbritannien analysiert hat. Im europäischen Vergleich bildet Deutschland demnach mit einer Compliance-Rate von 0 Prozent das europaweite Schlusslicht – und zeigt mit 2,9 Barrieren pro Webseite den höchsten Fehler-Durchschnitt.

Die häufigsten Barrieren auf deutschen Webseiten:

  • Layouts, die bei 400 Prozent Zoom brechen (Reflow bei 12 der 20 untersuchten Websites),
  • fehlende Tastaturnavigation (9 von 20) und unzureichende Fokus-Sichtbarkeit (9 von 20).

Besonders betroffen sind in Deutschland Retail- und Fashion-Websites, die fast die Hälfte aller festgestellten Fehler verursachen. Das Ergebnis ist nach Einschätzung von AccessiWay mehr als ein technisches Problem: Unternehmen riskieren Bußgelder, Klagen und Reputationsverluste. Vor allem aber schließen sie Millionen potenzieller Kunden aus, deren Zugang zu Online-Angeboten durch fehlende Barrierefreiheit verhindert wird.

In Europa fielen 94 Prozent der von AccessiWay getesteten Websites bei mindestens einer Accessibility-Prüfung durch. Kein Land erfüllt die Vorgaben vollständig. Trotzdem gibt es sichtbare Unterschiede: In Großbritannien sind derzeit 15 Prozent der getesteten Websites EAA-konform, das heißt: 85 Prozent wiesen Mängel auf. In Frankreich erfüllen zehn Prozent der Websites die Standards, in Österreich fünf Prozent. Deutschland und Italien fallen mit 0 Prozent Konformität zurück. Mit Frankreich oder Österreich wurden bereits in ersten Ländern rechtliche Schritte gegen Unternehmen eingeleitet. Es ist zu erwarten, dass Klagen und behördliche Prüfungen auch in Deutschland sprunghaft ansteigen werden. In Magdeburg nimmt in Kürze die Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen ihre Arbeit auf.

Der vollständige Report findet sich zum kostenfreien Download zur Verfügung.

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Johanne van der med
03.12.2025 13:47