Klingenberg/Würzburg/Darmstadt (kobinet)
Inge Rosenberger arbeitet beim Projekt IWOK.
Sie hat uns diesen Text geschickt.
4 Frauen leben zusammen in Klingenberg
Seit dem Jahr 2021 leben 4 Frauen zusammen.
Die Frauen haben eine komplexe Behinderung.
Komplexe Behinderung bedeutet: Die Frauen brauchen viel Hilfe bei vielen Dingen.
Die Frauen leben in einer Wohn-Gemeinschaft.
Die Wohn-Gemeinschaft ist in Klingenberg.
Klingenberg ist eine Stadt in Bayern.
Das ist eine Wohn-Gemeinschaft mit Hilfe
Die Frauen bekommen Hilfe von Fach-Kräften.
Fach-Kräfte sind: Menschen mit besonderer Ausbildung.
Sie haben gelernt, wie man Menschen mit Behinderung hilft.
Die Fach-Kräfte kommen zu den Frauen nach Hause.
So eine Wohn-Gemeinschaft gibt es in Bayern sonst nicht.
Das ist ein besonderes Projekt.
Forscher haben das Projekt begleitet
Forscher haben das Projekt beobachtet.
Das Projekt heißt: IWOK.
IWOK bedeutet: Inklusives Wohnen mit komplexer Behinderung.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die Forscher kommen von 2 Hoch-Schulen.
Professor Christoph Ratz arbeitet an der Universität Würzburg.
Professor Peter Groß arbeitet an der Hoch-Schule Darmstadt.
Wer hat das Projekt bezahlt
Das Bayerische Gesundheits-Ministerium hat Geld gegeben.
So konnten die Forscher arbeiten.
Fabian Riemen hat auch mit-geforscht.
Er ist Doktorand von Professor Ratz.
Ein Doktorand ist: Ein Student an der Uni.
Er hat schon einen Abschluss.
Jetzt schreibt er eine sehr große Arbeit.
Diese Arbeit heißt: Doktor-Arbeit.
Die Forscher haben 3 Jahre lang beobachtet
Die Forscher haben über 3 Jahre beobachtet.
Sie wollten wissen:
Wie geht es den Frauen?
Können die Frauen am Leben teil-nehmen?
Teil-Habe bedeutet: Man macht bei etwas mit.
Man ist dabei und kann mit-bestimmen.
Das haben die Forscher heraus-gefunden
Die Frauen fühlen sich wohl.
Die Frauen entwickeln sich gut.
Die Frauen haben erste Kontakte zu anderen Menschen.
Aber: Inklusion ist noch schwer.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Alle machen mit.
Die Frauen sollen noch mehr am Leben teil-nehmen können.
Fach-Kräfte brauchen mehr Wissen
Die Forscher sagen:
Die Fach-Kräfte brauchen mehr Fort-Bildung.
Fort-Bildung bedeutet: Die Fach-Kräfte gehen zu Kursen.
Dort lernen sie neue Dinge.
Dann können sie die Frauen besser unterstützen.
Die Forscher haben einen Preis bekommen
Die Forscher haben einen Bericht geschrieben.
Der Bericht ist sehr gut.
Deshalb haben die Forscher einen Preis bekommen.
Der Preis ist von der Stiftung Leben pur.
Eine Stiftung ist: Eine Gruppe von Menschen.
Die Gruppe hilft anderen Menschen oder Projekten.
Sie hat dafür Geld gespart.
Die Forscher haben auch Geld bekommen.
Das Geld haben sie der Wohn-Gemeinschaft gegeben.
Was soll jetzt passieren
Die Politik soll helfen.
Es soll mehr solche Wohn-Gemeinschaften geben.
Dann können mehr Menschen mit Behinderung so wohnen.
Kontakt
Sie können die Forscher anschreiben:
Professor Christoph Ratz
Professor Peter Groß

Foto: Inge Rosenberg
Klingenberg/Würzburg/Darmstadt (kobinet) Inge Rosenberger vom Projekt IWOK https://projekt-iwok.de/ sandte uns diesen Text zu.
Seit 2021 leben vier Frauen mit komplexer Behinderung in einer ambulant unterstützten Wohngemeinschaft in Klingenberg – ein bayernweit einzigartiges Modellprojekt. Begleitet wurde es durch das Forschungsprojekt „IWoK“ (Inklusives Wohnen mit komplexer Behinderung), das vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert wurde.
Das Forschungsteam um Prof. Christoph Ratz (Universität Würzburg) und Prof. Peter Groß (Evangelische Hochschule Darmstadt) untersuchte über dreieinhalb Jahre Lebensqualität und Teilhabe. Zum Team gehörte auch Fabian Riemen, Doktorand von Christoph Ratz.
Die Ergebnisse zeigen: Die Bewohnerinnen fühlen sich wohl und entwickeln sich positiv. Erste soziale Kontakte bestehen, doch umfassende Inklusion bleibt herausfordernd. Die Studie betont den Bedarf an gezielter Fortbildung für Fachkräfte.
Für ihren Abschlussbericht erhielten die Forscher den Wissenschaftspreis der Stiftung „Leben pur“. Das Preisgeld ging an die Wohngemeinschaft.
Jetzt kann die Politik den Weg für weitere inklusive Wohnformen ebnen.
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Ratz – [email protected]
Prof. Dr. Peter Groß – [email protected]
https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/iwokprojekt/

Foto: Inge Rosenberg
Klingenberg/Würzburg/Darmstadt (kobinet) Inge Rosenberger vom Projekt IWOK https://projekt-iwok.de/ sandte uns diesen Text zu.
Seit 2021 leben vier Frauen mit komplexer Behinderung in einer ambulant unterstützten Wohngemeinschaft in Klingenberg – ein bayernweit einzigartiges Modellprojekt. Begleitet wurde es durch das Forschungsprojekt „IWoK“ (Inklusives Wohnen mit komplexer Behinderung), das vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert wurde.
Das Forschungsteam um Prof. Christoph Ratz (Universität Würzburg) und Prof. Peter Groß (Evangelische Hochschule Darmstadt) untersuchte über dreieinhalb Jahre Lebensqualität und Teilhabe. Zum Team gehörte auch Fabian Riemen, Doktorand von Christoph Ratz.
Die Ergebnisse zeigen: Die Bewohnerinnen fühlen sich wohl und entwickeln sich positiv. Erste soziale Kontakte bestehen, doch umfassende Inklusion bleibt herausfordernd. Die Studie betont den Bedarf an gezielter Fortbildung für Fachkräfte.
Für ihren Abschlussbericht erhielten die Forscher den Wissenschaftspreis der Stiftung „Leben pur“. Das Preisgeld ging an die Wohngemeinschaft.
Jetzt kann die Politik den Weg für weitere inklusive Wohnformen ebnen.
Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Ratz – [email protected]
Prof. Dr. Peter Groß – [email protected]
https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/iwokprojekt/





Inklusion unter dem Mikroskop. Selbstverständliches muss erforscht werden. Das Geld für dieses sog. Modellprojekt hätte in die Finanzierung der selbstbestimmter Assistenz fließen müssen. Ich hoffe die Herrn Professoren spenden vollständig ihr Gehalt…Was sagt der Bayrische Rechnungshof zu solchem Unfug…
Erzürnte Grüße Martin Theben
das sehe ich genauso, Martin. Ich sehe zudem sogenannte „Modellprojekte“ und auch Forschungen eher sehr kritisch – sie sind nur Zeitschindereien und deren Ergebnisse schon im vorhinein eigentlich bereits vorhersehbar
„Inklusion ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht.“ So steht es auf der Projektseite.
Solange Menschen nur im Rahmen von Modellprojekten inklusiv leben dürfen, ist Inklusion kein gelebtes Recht, sondern ein zeitlich befristetes Experiment.
Dass die Wohngemeinschaft in Klingenberg überhaupt als „Modellprojekt“ gelten musste, zeigt, wie wenig unsere Strukturen auf ein normales, selbstverständliches Leben vorbereitet sind. Es braucht Genehmigungen, Forschung, Schirmherrschaft und Fördergelder – nur damit vier Frauen wohnen können wie andere junge Erwachsene auch.
Inklusion wird so nicht verwirklicht, sondern verwaltet. Und das eigentliche Problem bleibt unangetastet: dass die Gesellschaft Inklusion immer noch als Ausnahme behandelt, nicht als Selbstverständlichkeit.
Fazit
Inklusion ist kein Grundrecht, sondern ein Sonderprojekt!
Inhaltliche absolute Zustimmung und eine Erklärung
Ich teile die Kritik uneingeschränkt: Bereits im Jahr 2009 habe ich in einer Petition an den Bayerischen Landtag darauf hingewiesen, dass das damalige Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG) keine Regelungen für Wohngemeinschaften für Menschen vorsah, die nicht in der Lage sind, ihre Interessen und Bedürfnisse mitteilen zu können.
Diese Gesetzeslücke führte dazu, dass solche Wohnformen ordnungsrechtlich nicht klar verortet werden konnten. Deshalb war es nur möglich, die Wohngemeinschaft als Modellprojekt unter wissenschaftlicher Begleitung zu realisieren – ein Umweg, der viel Zeit und Ressourcen kostete.
Dass zwischen dem ersten Gespräch mit dem Leistungsträger und dem tatsächlichen Einzug der Bewohnerinnen ganze sieben Jahre vergingen, ist ein unhaltbarer Zustand.
Das zeigt, wie dringend die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst werden müssten, um inklusive Wohnformen nicht nur zu ermöglichen, sondern wirklich aktiv zu fördern.