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Inklusives Wohnen für Menschen mit Komplexer Behinderung: Modellprojekt zeigt positive Effekte

Gruppenfoto
Das Team Forschungsprojekt „IWoK“ (Inklusives Wohnen mit Komplexer Behinderung)
Foto: Inge Rosenberg

Klingenberg/Würzburg/Darmstadt (kobinet) Inge Rosenberger vom Projekt IWOK https://projekt-iwok.de/ sandte uns diesen Text zu.

Seit 2021 leben vier Frauen mit komplexer Behinderung in einer ambulant unterstützten Wohngemeinschaft in Klingenberg – ein bayernweit einzigartiges Modellprojekt. Begleitet wurde es durch das Forschungsprojekt „IWoK“ (Inklusives Wohnen mit komplexer Behinderung), das vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert wurde.

Das Forschungsteam um Prof. Christoph Ratz (Universität Würzburg) und Prof. Peter Groß (Evangelische Hochschule Darmstadt) untersuchte über dreieinhalb Jahre Lebensqualität und Teilhabe. Zum Team gehörte auch Fabian Riemen, Doktorand von Christoph Ratz.

Die Ergebnisse zeigen: Die Bewohnerinnen fühlen sich wohl und entwickeln sich positiv. Erste soziale Kontakte bestehen, doch umfassende Inklusion bleibt herausfordernd. Die Studie betont den Bedarf an gezielter Fortbildung für Fachkräfte.

Für ihren Abschlussbericht erhielten die Forscher den Wissenschaftspreis der Stiftung „Leben pur“. Das Preisgeld ging an die Wohngemeinschaft.

Jetzt kann die Politik den Weg für weitere inklusive Wohnformen ebnen.

Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Ratz – [email protected]
Prof. Dr. Peter Groß – [email protected]

https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/iwokprojekt/

Lesermeinungen

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4 Lesermeinungen
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Martin
01.11.2025 18:16

Inklusion unter dem Mikroskop. Selbstverständliches muss erforscht werden. Das Geld für dieses sog. Modellprojekt hätte in die Finanzierung der selbstbestimmter Assistenz fließen müssen. Ich hoffe die Herrn Professoren spenden vollständig ihr Gehalt…Was sagt der Bayrische Rechnungshof zu solchem Unfug…

Erzürnte Grüße Martin Theben

Uwe Heineker
Antwort auf  Martin
01.11.2025 20:29

das sehe ich genauso, Martin. Ich sehe zudem sogenannte „Modellprojekte“ und auch Forschungen eher sehr kritisch – sie sind nur Zeitschindereien und deren Ergebnisse schon im vorhinein eigentlich bereits vorhersehbar

Ralph Milewski
28.10.2025 14:02

„Inklusion ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht.“ So steht es auf der Projektseite.

Solange Menschen nur im Rahmen von Modellprojekten inklusiv leben dürfen, ist Inklusion kein gelebtes Recht, sondern ein zeitlich befristetes Experiment.

Dass die Wohngemeinschaft in Klingenberg überhaupt als „Modellprojekt“ gelten musste, zeigt, wie wenig unsere Strukturen auf ein normales, selbstverständliches Leben vorbereitet sind. Es braucht Genehmigungen, Forschung, Schirmherrschaft und Fördergelder – nur damit vier Frauen wohnen können wie andere junge Erwachsene auch.

Inklusion wird so nicht verwirklicht, sondern verwaltet. Und das eigentliche Problem bleibt unangetastet: dass die Gesellschaft Inklusion immer noch als Ausnahme behandelt, nicht als Selbstverständlichkeit.

Fazit

Inklusion ist kein Grundrecht, sondern ein Sonderprojekt!

Inge Ro.
Antwort auf  Ralph Milewski
28.10.2025 17:27

Inhaltliche absolute Zustimmung und eine Erklärung

Ich teile die Kritik uneingeschränkt: Bereits im Jahr 2009 habe ich in einer Petition an den Bayerischen Landtag darauf hingewiesen, dass das damalige Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG) keine Regelungen für Wohngemeinschaften für Menschen vorsah, die nicht in der Lage sind, ihre Interessen und Bedürfnisse mitteilen zu können.
Diese Gesetzeslücke führte dazu, dass solche Wohnformen ordnungsrechtlich nicht klar verortet werden konnten. Deshalb war es nur möglich, die Wohngemeinschaft als Modellprojekt unter wissenschaftlicher Begleitung zu realisieren – ein Umweg, der viel Zeit und Ressourcen kostete.
Dass zwischen dem ersten Gespräch mit dem Leistungsträger und dem tatsächlichen Einzug der Bewohnerinnen ganze sieben Jahre vergingen, ist ein unhaltbarer Zustand.
Das zeigt, wie dringend die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst werden müssten, um inklusive Wohnformen nicht nur zu ermöglichen, sondern wirklich aktiv zu fördern.