Berlin (kobinet)
Die Bundes-Regierung hat Zahlen bekannt gegeben.
Bundes-Regierung bedeutet: Das sind die wichtigsten Politiker in Deutschland.
Es geht um Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.
Behinderung bedeutet: Manche Dinge im Leben sind schwieriger als für andere Menschen.
Die Werkstätten heißen kurz: WfbM.
So viele Menschen arbeiten in den Werkstätten:
Im Jahr 2014 waren es 278.591 Menschen.
Im Jahr 2019 waren es 294.500 Menschen.
Im Jahr 2023 waren es 283.581 Menschen.
Die Zahl ist wieder gesunken.
Die Menschen in den Werkstätten bekommen Geld.
Das Geld heißt: Arbeits-Entgelt.
Arbeits-Entgelt bedeutet: Das ist Geld für deine Arbeit.
Du bekommst es jeden Monat.
Im Jahr 2023 bekamen die Menschen 232 Euro im Monat.
Das ist sehr wenig Geld.
Das Arbeits-Entgelt hat sich so entwickelt:
Im Jahr 2014 gab es 181 Euro im Monat.
Im Jahr 2018 gab es 215 Euro im Monat.
Im Jahr 2021 gab es 214 Euro im Monat.
Im Jahr 2023 gab es 232 Euro im Monat.
Manche Menschen wechseln von der Werkstatt zum Arbeits-Markt.
Arbeits-Markt bedeutet: Dort suchen Menschen normale Arbeit bei Firmen.
Das passiert sehr selten.
Im Jahr 2015 waren es nur 0,26 Prozent.
Prozent bedeutet: Ein Teil von 100.
Das Zeichen ist: %
Im Jahr 2019 waren es nur 0,35 Prozent.
Das heißt: Fast niemand schafft den Wechsel.
Die Bundes-Regierung hat seit 2019 keine neuen Zahlen.
Das ist ein Problem.
Die Werkstätten sollen Menschen beim Wechsel helfen.
Aber die Bundes-Regierung weiß nicht mehr genau: Wie gut klappt das?
Viele denken: Menschen in Werkstätten leben in Wohn-Heimen.
Wohn-Heim bedeutet: Ein Haus, wo mehrere Menschen zusammen wohnen.
Das stimmt nicht für alle.
Nur 40 Prozent leben in Wohn-Heimen.
Die anderen 60 Prozent leben woanders.
Zum Beispiel zu Hause bei der Familie.
Es gibt eine neue Möglichkeit seit dem Jahr 2018.
Die Möglichkeit heißt: Budget für Arbeit.
Budget für Arbeit bedeutet: Du bekommst Geld vom Amt für Hilfe bei der Arbeit.
Du kannst dann in einer normalen Firma arbeiten.
Menschen mit Behinderungen können damit normal arbeiten.
Sie bekommen Hilfe dabei.
So viele Menschen nutzen das Budget für Arbeit:
Im Jahr 2018 waren es 355 Menschen.
Im Jahr 2019 waren es 1.477 Menschen.
Im Jahr 2022 waren es 2.950 Menschen.
Im Jahr 2023 waren es 3.457 Menschen.
Das sind sehr wenige Menschen.
Im Jahr 2023 arbeiteten 283.581 Menschen in Werkstätten.
Nur 3.457 Menschen nutzen das Budget für Arbeit.
Das sind nur 1,2 Prozent.
Ungefähr 27.000 Menschen arbeiten bei normalen Firmen.
Aber sie bekommen trotzdem nur Werkstatt-Lohn.
Werkstatt-Lohn bedeutet: Das niedrige Geld aus der Werkstatt.
Das ist sehr wenig Geld.
Auch hier muss sich etwas ändern.
Die Bundes-Regierung hat Pläne:
Das Budget für Arbeit soll besser werden.
Menschen mit Budget für Arbeit sollen später gute Rente bekommen.
Rente bedeutet: Geld für alte Menschen, die nicht mehr arbeiten.
Genauso wie Menschen in der Werkstatt.
Hier gibt es mehr Informationen von der Bundes-Regierung:

Foto: privat
Berlin (kobinet) Während die Verbände behinderter Menschen weiterhin auf eine Reform des Werkstättensystems warten müssen, wie zuletzt bei der Online-Veranstaltung von Werkstatträte Deutschland vom 21. Oktober 2024 deutlich wurde, hat die Bundesregierung nun einige Zahlen über die Beschäftigtenzahl und das Entgelt in den Werkstätten geliefert. "Über die Zahl der Beschäftigten im Arbeitsbereich der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und die Höhe ihres durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelts berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/2311) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/1971). Danach stieg die Zahl der Beschäftigten im Arbeitsbereich der WfbM von 278.591 im Jahr 2014 auf 294.500 im Jahr 2019 und ging danach auf 283.581 im Jahr 2023 zurück. Die Höhe des durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelts der Menschen mit Behinderungen im Arbeitsbereich der WfbM lag den Angaben zufolge im Jahr 2023 bei 232 Euro", heißt es vonseiten des Informationsdienstes "Heute im Bundestag".
Im Hinblick auf die Entwicklung der Höhe des durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelts von behinderten Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten, haben sich die Zahlen u. a. wie folgt entwickelt: 2014 lag dieses bei 181 Euro, 2018 bei 215 Euro, 2021 bei 214 Euro und 2023 bei 232 Euro pro Monat.
Interessant ist die Antwort der Bundesregierung auf die Frage zu den Übergangsquoten von Werkstattbeschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Hier heißt es in der Antwort der Bundesregierung: „Nach den Ergebnissen der Werkstattstudie lag die Übergangsquote vom Arbeitsbereich der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt im Jahr 2015 bei 0,26 Prozent und im Jahr 2019 bei 0,35 Prozent. Darüber hinausgehende Daten liegen der Bundesregierung nicht vor.“ Da es sich bei der Ermöglichung behinderter Menschen für eine Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt um eine Kernaufgabe der WfbMs handelt, ist es erstaunlich, dass hierzu seit 2019 keine aktuellen Zahlen vorliegen oder bekannt gegeben wurden.
Erstaunlich ist auch, dass bei den Beschäftigten in Werkstätten nicht davon ausgegangen werden kann, dass diese in einer besonderen Wohnform leben. Dies trifft sogar nur für die Minderheit zu. In der Antwort der Bundesregierung heißt es dazu: „Nach den Ergebnissen der Werkstattstudie ist davon auszugehen, dass rund 40 Prozent der Beschäftigten im Arbeitsbereich einer WfbM in besonderen Wohnformen leben.“
Ein Blick auf die Zahlen zu den Nutzern des Budgets für Arbeit, einer Errungenschaft des Bundesteilhabegesetzes von 2016, zeigt, dass auch hier viel Luft nach oben ist. In der Antwort der Bundesregierung heißt es dazu: „Das Budget für Arbeit nach § 61 SGB IX wurde zum 1. Januar 2018 eingeführt. Die Zahl der Leistungsberechtigten, die laut dem Kennzahlenvergleich der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe (BAGüS) im Zeitraum von 2018 bis 2023 ein solches erhalten haben, kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Neuere Zahlen liegen nicht vor.“ Aus der Tabelle geht hervor, dass 2018 355 Personen das Budget für Arbeit nutzten. 2019 waren es 1.477, 2020 1.679. 2022 belief sich diese Zahl auf 2.950 behinderte Menschen, die das Budget für Arbeit nutzen. Für 2023 werden 3.457 behinderte Menschen angegeben. Im Vergleich zu der Zahl von 283.581 behinderten Menschen, die im Jahr 2023 im Arbeitsbereich der WfbM tätig waren, stellt die Zahl der 3.457 Nutzer eines Budgets für Arbeit gerade einmal etwas mehr als 1,2 Prozent dar. Wenn man bedenkt, dass ca. 27.000 behinderte Menschen zu den geringen Werkstattlöhnen zum Teil schon längere Zeit auf ausgelagerten Arbeitsplätzen bei regulären Arbeitgebern arbeiten, sind auch hier dringend Reformen nötig.
Zu den weiteren Plänen in Sachen Budget für Arbeit teilt die Bundesregierung mit: „Der Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode sieht vor, das Budget für Arbeit attraktiver zu machen. Menschen mit Behinderungen, die sich für ein Budget für Arbeit entscheiden, sollen bei der Rente nicht schlechter gestellt werden als Beschäftigte in einer WfbM.“

Foto: privat
Berlin (kobinet) Während die Verbände behinderter Menschen weiterhin auf eine Reform des Werkstättensystems warten müssen, wie zuletzt bei der Online-Veranstaltung von Werkstatträte Deutschland vom 21. Oktober 2024 deutlich wurde, hat die Bundesregierung nun einige Zahlen über die Beschäftigtenzahl und das Entgelt in den Werkstätten geliefert. "Über die Zahl der Beschäftigten im Arbeitsbereich der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und die Höhe ihres durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelts berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/2311) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/1971). Danach stieg die Zahl der Beschäftigten im Arbeitsbereich der WfbM von 278.591 im Jahr 2014 auf 294.500 im Jahr 2019 und ging danach auf 283.581 im Jahr 2023 zurück. Die Höhe des durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelts der Menschen mit Behinderungen im Arbeitsbereich der WfbM lag den Angaben zufolge im Jahr 2023 bei 232 Euro", heißt es vonseiten des Informationsdienstes "Heute im Bundestag".
Im Hinblick auf die Entwicklung der Höhe des durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelts von behinderten Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten, haben sich die Zahlen u. a. wie folgt entwickelt: 2014 lag dieses bei 181 Euro, 2018 bei 215 Euro, 2021 bei 214 Euro und 2023 bei 232 Euro pro Monat.
Interessant ist die Antwort der Bundesregierung auf die Frage zu den Übergangsquoten von Werkstattbeschäftigten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Hier heißt es in der Antwort der Bundesregierung: „Nach den Ergebnissen der Werkstattstudie lag die Übergangsquote vom Arbeitsbereich der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt im Jahr 2015 bei 0,26 Prozent und im Jahr 2019 bei 0,35 Prozent. Darüber hinausgehende Daten liegen der Bundesregierung nicht vor.“ Da es sich bei der Ermöglichung behinderter Menschen für eine Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt um eine Kernaufgabe der WfbMs handelt, ist es erstaunlich, dass hierzu seit 2019 keine aktuellen Zahlen vorliegen oder bekannt gegeben wurden.
Erstaunlich ist auch, dass bei den Beschäftigten in Werkstätten nicht davon ausgegangen werden kann, dass diese in einer besonderen Wohnform leben. Dies trifft sogar nur für die Minderheit zu. In der Antwort der Bundesregierung heißt es dazu: „Nach den Ergebnissen der Werkstattstudie ist davon auszugehen, dass rund 40 Prozent der Beschäftigten im Arbeitsbereich einer WfbM in besonderen Wohnformen leben.“
Ein Blick auf die Zahlen zu den Nutzern des Budgets für Arbeit, einer Errungenschaft des Bundesteilhabegesetzes von 2016, zeigt, dass auch hier viel Luft nach oben ist. In der Antwort der Bundesregierung heißt es dazu: „Das Budget für Arbeit nach § 61 SGB IX wurde zum 1. Januar 2018 eingeführt. Die Zahl der Leistungsberechtigten, die laut dem Kennzahlenvergleich der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe (BAGüS) im Zeitraum von 2018 bis 2023 ein solches erhalten haben, kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Neuere Zahlen liegen nicht vor.“ Aus der Tabelle geht hervor, dass 2018 355 Personen das Budget für Arbeit nutzten. 2019 waren es 1.477, 2020 1.679. 2022 belief sich diese Zahl auf 2.950 behinderte Menschen, die das Budget für Arbeit nutzen. Für 2023 werden 3.457 behinderte Menschen angegeben. Im Vergleich zu der Zahl von 283.581 behinderten Menschen, die im Jahr 2023 im Arbeitsbereich der WfbM tätig waren, stellt die Zahl der 3.457 Nutzer eines Budgets für Arbeit gerade einmal etwas mehr als 1,2 Prozent dar. Wenn man bedenkt, dass ca. 27.000 behinderte Menschen zu den geringen Werkstattlöhnen zum Teil schon längere Zeit auf ausgelagerten Arbeitsplätzen bei regulären Arbeitgebern arbeiten, sind auch hier dringend Reformen nötig.
Zu den weiteren Plänen in Sachen Budget für Arbeit teilt die Bundesregierung mit: „Der Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode sieht vor, das Budget für Arbeit attraktiver zu machen. Menschen mit Behinderungen, die sich für ein Budget für Arbeit entscheiden, sollen bei der Rente nicht schlechter gestellt werden als Beschäftigte in einer WfbM.“




