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Sichere Wege durch akustische Signale

Symbol eines Lausprechers auf weißem Untergrund sowie zwei angedeutete Schallwellen
Akustische Signale sind wichtig
Foto: OpenClipart-Vectors In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

MÜNCHEN (kobinet) In der heutigen Mobilität gewinnen Elektrofahrzeuge immer mehr an Bedeutung. Doch für blinde und sehbehinderte Menschen ist die Orientierung im Verkehr oft eine besondere Herausforderung. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) weist deshalb regelmäßig darauf hin, dass Verbrennerfahrzeuge durch ihr deutlich hörbares Fahrgeräusch wahrnehmbar sind, während elektrisch angetriebene Fahrzeuge bei niedrigen Geschwindigkeiten kaum hörbar sind. Dies erhöht das Risiko von gefährlichen Situationen bei Straßenüberquerungen oder an Kreuzungen.

Kurz gesagt ()

Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) fordert während der Woche des Sehens die verpflichtende Einführung nicht abschaltbarer akustischer Warnsignale (AVAS) für Elektrofahrzeuge bis 30 km/h. E-Autos sind bei niedrigen Geschwindigkeiten praktisch lautlos und stellen dadurch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für blinde und sehbehinderte Menschen dar, die sich im Verkehr aufs Gehör orientieren müssen.

Der BBSB richtet im Rahmen der vom 8. bis zum 15. Oktober 2025 stattfindenden Woche des Sehens einen deutlichen Appell an Politik und Wirtschaft zur vorgeschriebenen Einführung eines akustischen Signals bei E-Autos. Denn dieses verbessert die auditive Orientierungsmöglichkeit blinder und sehbehinderter Menschen, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu stören.

Dazu Stefanie Freitag, BBSB-Bezirksgruppenleiterin und selbst stark sehbehindert: „Wir haben kürzlich eine Sensibilisierungsschulung für angehende Fahrlehrende durchgeführt. Sie mussten mit verbundenen Augen einen Weg überqueren und von der Seite kamen Autos: eins mit Verbrennermotor und danach folgte ein E-Auto. Die Teilnehmenden konnten das langsam herannahende E-Auto weder orten noch hören.“ Wichtig dabei ist, dass das Signal auch bei Hintergrundgeräuschen wahrgenommen wird. Hier könnte ein fest installiertes, nicht abschaltbares Warnsignal – das AVAS – Abhilfe schaffen.

Aktuell ist das jetzige AVAS ein künstlich erzeugtes, vom Fahrzeug selbst ausgehendes akustisches Signal, angelehnt an das Geräuschniveau von Verbrennerfahrzeugen bei Geschwindigkeiten bis 20 km/h. Dabei soll die Lautstärke neben der Warnfunktion jedoch gleichzeitig keine akustische Belästigung durch zu hohe Lautstärke darstellen. Um die Verkehrssicherheit für Menschen mit Behinderung zuverlässig zu erhöhen, darf das akustische Warnsignal unterhalb einer Geschwindigkeit von 30 km/h nicht abschaltbar und muss deutlich wahrnehmbar sein. Gerade im Stadtverkehr werden Menschen mit den unterschiedlichsten Geräuschen konfrontiert. Ein zu leises akustisches Warnsignal eines E-Autos könnte im Straßenlärm leicht untergehen.