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Thüringer Selbstvertretung fordert barrierefreien Wohnraum für alle

Ein Elektrorollstuhlfahrer steht vor einer Treppe im Treppenhaus
Wohnungsgesellschaft behindert „behinderten“ Mieter
Foto: Roman Urdl

ERFURT (kobinet) Anlässlich der Forderungen der Thüringer Wohnungswirtschaft unterstützt die LIGA der politischen Interessen- und Selbstvertretung von Menschen in Thüringen das Etablieren eines Förderprogramms zur Schaffung von barrierefreiem Wohnraum. LIGA Sprecher Markus Walloschek betont: "Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen relevant, sondern für alle. Jeder kann, sei es durch Krankheit, Unfall, Familienplanung, Behinderung oder einfach altersbedingt, in eine Situation geraten, in der barrierefreier Wohnraum notwendig wird, etwa durch die Nutzung eines Rollators oder Rollstuhls". Leider wurde gesellschaftlich noch immer nicht erkannt, wie wichtig und zentral barrierefreier Wohnraum ist. Er ermöglicht es Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben, fördert die gesellschaftliche Teilhabe und setzt damit eine zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) um.

Geschäftsstellenleiter Alexander Brick kritisiert in diesem Zusammenhang, die Forderung nach „barrierearmen“ Wohnraum. „Es gibt keine Definition, was barrierearm ist. Was nutzt der Aufzug im Gebäude, wenn an der Türschwelle dann Schluss ist. Daher sollte konsequent auf Barrierefreiheit mit den zugehörigen Gesetzen und Normen gesetzt werden.“ Dabei ist unbedingt auch das Wohnumfeld zu betrachten, damit man die eigene Wohnung überhaupt erreichen kann. Weiterhin würde ein flächendeckender Um- und auch Neubau es Betroffenen ermöglichen, sich ihren Wohnort selbst auszusuchen und nicht durch das minimale Angebot in ihrer bisherigen Wohnung auf Dauer bleiben zu müssen.

In dem Zusammenhang fordert die LIGA Selbstvertretung Thüringen nicht nur ein Förderprogramm für barrierefreien Wohnraum, sondern appelliert an die konsequente Einbeziehung aller betroffenen Akteure. „Ein erfolgreiches Förderprogramm kann nur gelingen, wenn neben den Vertretern der Wohnungswirtschaft, auch die Gewerke, Architekten und die Menschen einbezogen werden, die den Wohnraum auch nutzen.“, so nochmals Markus Walloschek. Auch damit würden man die UN-BRK umsetzen, die die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in alle für sie relevanten Bereiche fordert.