
Foto: ABiD
BERLIN (kobinet) Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABiD) hat zu den Äußerungen von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und zu seinen Geldsparideen bei der Inklusion Stellung genommen. Demnach findet Tübingens Oberbürgermeister die derzeitigen Inklusionsbemühungen an Schulen zu teuer. Er will wieder mehr Sonderschulen, um Geld zu sparen. "Förderschulen spielen dabei eine wichtige Rolle in der Diskussion um Inklusion, da sie sowohl Chancen als auch Herausforderungen bieten." stellt der ABiD fest und erklärt: "Förderschulen bieten spezialisierte Lernumgebungen, in denen Kinder mit besonderen Bedürfnissen (zum Beispiel geistige, körperliche oder emotionale Beeinträchtigungen) gezielt unterstützt werden können. Sie verfügen über speziell geschultes Personal, kleinere Klassen und angepasste Lernmaterialien, die auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler zugeschnitten sind."
Förderschulen können, wie weiter vom ABiD festgestellt wird, Schüler auf den Übergang in inklusivere Bildungseinrichtungen vorbereiten. Durch gezielte Förderung und die Entwicklung von Kompetenzen wird es einigen Schülern erleichtert, später in Regelschulen integriert zu werden. Für manche Schüler bietet die Förderschule einen sicheren Raum, in dem sie ohne den sozialen und akademischen Druck einer Regelschule lernen können. Dies kann ihr Selbstvertrauen stärken und die Grundlage für zukünftige Integration schaffen.
Förderschulen können also eine Brücke schlagen, indem sie ihr Fachwissen über individuelle Fördermaßnahmen mit Regelschulen teilen. Diese Zusammenarbeit kann dazu beitragen, inklusive Bildungssysteme effektiver zu gestalten.
Förderschulen sind unheimlich wichtig, unterstreicht der ABiD, denn Inklusion bedeutet nicht zwingend, dass alle Kinder in denselben Räumen lernen müssen, sondern dass jeder die Unterstützung erhält, die er benötigt. Förderschulen können ein Teil eines inklusiven Systems sein, wenn sie flexible Übergänge ermöglichen und inklusives Denken fördern. Zusammenfassend wird vom ABiD festgestellt“ „Ein gut funktionierendes Bildungssystem sollte daher Förderschulen und inklusive Schulen als sich ergänzende Bausteine betrachten.“ Die Äußerung von Boris Palmer wertet der ABiD letztendlich als populistisch und politisch nicht durchdacht. Denn Inklusion ist und bleibt ein Menschenrecht.




