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Duderstadt (kobinet) Dass die Zukunft behinderter und nichtbehinderter Menschen inklusiv geplant und gestaltet werden kann, das wurde beim 1. Zukunftsplanungs Mitmach-Camp deutlich. Dieses fand vom 17. bis 20. Oktober 2024 im Jugendgästehaus in Duderstadt mit 100 Teilnehmenden statt. Die Veranstaltung, die vom Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung durchgeführt wurde, war schnell ausgebucht, so dass es bei entsprechendem Platz sicherlich noch viel mehr Anmeldungen gegeben hätte. Deutlich wurde bei diesem Mitmach-Camp in Sachen Persönliche Zukunftsplanung nicht nur die Kreativität, die in dieser Methode steckt, sondern auch die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten und Methoden. "Wir sind viele, wir sind bunt", wie das Motto des Zukunftsplanungs Mitmach-Camp lautete, war also Programm in Duderstadt und spiegelte sich bei den verschiedenen Akteur*innen wider. Dass das Sozialgesetzbuch IX Möglichkeiten für die Finanzierung von Zukunftsplanungen mit behinderten Menschen bietet, darauf machten u.a. Prof. Dr. Stefan Doose und Carolin Emrich in ihrem Impulsvortrag deutlich.
„Zur selbstbestimmten und eigenständigen Bewältigung des Alltages einschließlich der Tagesstrukturierung werden Leistungen für Assistenz erbracht. Sie umfassen insbesondere Leistungen für die allgemeinen Erledigungen des Alltags wie die Haushaltsführung, die Gestaltung sozialer Beziehungen, die persönliche Lebensplanung, die Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben, die Freizeitgestaltung einschließlich sportlicher Aktivitäten sowie die Sicherstellung der Wirksamkeit der ärztlichen und ärztlich verordneten Leistungen. Sie beinhalten die Verständigung mit der Umwelt in diesen Bereichen.“ Auf diese im Sozialgesetzbuch IX in § 78 Absatz 1 durch das Bundesteilhabegesetz eingefügte Regelung zu Assistenzleistungen bezogen sich Stefan Doose und Carolin Emrich in ihrem Impulsvortrag u.a. Denn ihrer Meinung nach bietet die Formulierung, dass auch „die persönliche Lebensplanung“ zu den möglichen Assistenzleistungen, die im Rahmen der Eingliederungshilfe gefördert werden, einen guten Rahmen für die Persönliche Zukunftsplanung. In einigen Regionen werden Zukunftsplanungsprozesse bereits von den Kostenträgern der Eingliederungshilfe finanziert, denn letztendlich geht es entscheidend um die Wünsche der behinderten Menschen. Um diese zu ermitteln, kann eine Persönliche Zukunftsplanung ein sehr gutes Instrument sein. Diese Ergebnisse können dann gezielt in andere Planungsprozesse, wie die von den Kostrenträgern verantworteten Gesamt- oder Teilhabeplanungen, eingebracht werden.
Dies war nur eine Erkenntnis des 1. Zukunftsplanungs Mitmach-Camp. Der Austausch brachte auch viele gute Beispiele hervor, die durch Zukunftsplanungen beflügelt werden konnten. Sei es der Übergang von der Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, Veränderungen beim Wohnen aus dem Elternhaus oder einer Wohneinrichtung heraus in die eigenen vier Wände oder mehr Selbstbestimmung bei der Freizeitgestaltung, Persönliche Zukunftsplanung ist ein gutes Instrument, herauszubekommen, was man will. Durch Unterstützungskreise können entsprechende Veränderungsprozesse beflügelt werden, in dem deren von den Betroffenen selbst ausgesuchte Mitwirkende ihre Ideen und Verbindungen einbringen können. So konnte so mancher Traum Wirklichkeit werden oder in abgeänderter Form seinen Weg finden. Die Präsentation eines Fanvideos für den FC St. Pauli, bei der eine Schaltkonferenz ans Millerntor die Teilnahme an der Freischaltung eines YouTube Videos ermöglichte, ist nur ein Beispiel dafür.
Über dieses und vieles mehr kann man sich auf dem Live-Blog zum 1. Zukunftsplanungs Mitmach-Camp informieren, der zu der von der Aktion Mensch geförderten Veranstaltung auch mit vielen Bildern erstellt wurde.




