Menu Close

Neues Buch zu Inklusiven Alternativen zur Sonderwelt erscheint im September

Cover des Buches Von Behinderung befreit
Cover des Buches Von Behinderung befreit
Foto: Kohlhammer

Kassel (kobinet) "Von Behinderung befreit: Inklusive Alternativen zur Sonderwelt bei Bildung, Arbeit und Wohnen", so lautet der Titel eines Buches, das im September 2024 im Verlag Kohlhammer erscheinen wird und das bereits vorbestellt werden kann. Herausgeber des Buches sind Ulrich F. Scheibner und Wilfried Windmöller. Als Mitautor*innen haben zudem Uwe Heineker, Dr. Brigitte Schumann, Gabriele Scheibner, André Thiel und Bernhard Sackarendt an dem Buch mitgewirkt. Im Vorfeld des Erscheinen des neuen Buches hat Uwe Heineker in den Jahresbericht 2023 des Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) geschaut und darin seine kritische Haltung gegenüber der "Inkompetenz des Staates und seiner Behörden in Sachen inklusiver Bildung" bestätigt gefunden. Er musste diese am eigenen Leib durchleben: "von amtlich attestierter Bildungsunfähigkeit bis zu seinem Studienabschluss". Seinen Werdegang stellt er in dem neuen Buch in die historischen und politischen Zusammenhänge.



„Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) hat dem Bundestag seinen Jahresbericht 2023 über die Menschenrechtssituation in unserem Staat vorgelegt. Die Bundestagsdrucksache 20/12395 vom 29.07.24 kann man im Internet abrufen unter: https://dserver.bundestag.de/btd/20/123/2012395.pdf. Dort geben auf Seite 20 die Repräsentant*inn·en der Monitoringstelle zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die Rechte behinderter Menschen, Britta Schlegel und Leander Palleit, ein zweifelsfreies Urteil ab: ‚Es gibt heute zwar mehr inklusive Angebote als vor 15 Jahren, aber der Anteil an Menschen mit Behinderungen in Sondereinrichtungen wie Förderschulen oder Werkstätten für behinderte Menschen sinkt nicht. Noch immer werden sechs von zehn Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen unterrichtet. Fast jede zweite Person, die im Alltag Unterstützung benötigt, lebt in stationären Wohneinrichtungen. Bisher fehlt die notwendige Entschlossenheit von Politik, Verwaltung und den Anbietern sozialer Dienste, diese gefestigten Sonderstrukturen grundsätzlich zu verändern.‘ Die DIMR-Fachleute kritisieren im Bericht: ‚Konkret werden zum Beispiel Werkstätten oder Förderschulen von vielen Akteuren immer noch als Teil eines inklusiven Systems bezeichnet. Das sind sie aber nicht‘. Im Buch, in dem ich als Buchautor mitwirke und das im September 2024 erscheint, werden die Kritik des DIMR konkretisiert und menschenrechtsgemäße − also inklusive − Alternativen präsentiert“, betonte Uwe Heineker gegenüber den kobinet-nachrichten.

Link zur Unterrichtung durch das Deutsche Institut für Menschenrechte an den Deutschen Bundestag vom 29.7.2024

„Inklusion ist ein Grundstein der demokratischen Gesellschaft, denn sie bedeutet vorbehaltlose Einbeziehung aller Menschen, ihre selbstverständliche Dazugehörigkeit und gleichberechtigte Teilhabe. Trotz internationaler, europäischer und deutscher Rechtsnormen werden Millionen BundesbürgerInnen an den gesellschaftlichen Rand gedrängt, darunter der große Bevölkerungsteil der Menschen mit erschwerenden Beeinträchtigungen. Sie werden als ‚behinderte‘ Personen benachteiligt und abgeschoben: in Sonderkindergärten, Sonderschulen, Sondertagesstätten und eine Sonderwelt aus Wohn- und Arbeitsstätten. Den bedenklichen Mangel an sozialer Inklusion beschreiben Fachleute in diesem Buch aus eigenem Erleben. Zu ihnen gehören wissenschaftlich qualifizierte ExpertInnen mit jahrzehntelangen Praxiserfahrungen im Bildungs- und Sozialsektor, u.a. als Leitungsmitglieder in den ‚Werkstätten‘. Zwei Autoren wurden wegen ihrer Beeinträchtigungen in jungen Jahren behördenseits als ‚bildungsunfähig‘ und ‚erwerbsunfähig‘ abgestempelt. Trotz dieses staatlichen Kainsmals haben sie zeitlebens gegen die strukturellen Behinderungen mühsam, aber mit Erfolgen gekämpft. Hier beschreiben sie und die Fachleute aus Wissenschaft und Praxis ihre Erkenntnisse sowie die historischen, sozialen und politischen Zusammenhänge. Alle AutorInnen entwerfen konkrete Alternativen zu den zahlreichen deutschen Sondereinrichtungen“, heißt es in der Produktbeschreibung des neuen Buches, das im September 2024 erscheint.

Link zu weiteren Infos und zur Bestellmöglichkeit des Buches

Interessant ist auch das bereits 2021 erschienene Buch mit dem Titel „Werkstätten für behinderte Menschen – Sonderwelt und Subkultur behindern Inklusion“, das von Heinrich Greving und Ulrich Scheibner herausgegeben wurde.

Link zu weiteren Infos und zur Bestellmöglichkeit des 2021 erschienenen Buches