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Sozialverband fordert Zeitenwende für den Sozialstaat

Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Armut hängt immer häufiger mit dem Alter zusammen
Foto: Pixabay/anaterate

DÜSSELSORF (kobinet) Altersarmut, Pflegefall oder Sozialhilfe sind nur drei Begriffe, welche in diesen Zeiten leider immer präsenter und alltäglicher werden, vor allem im höheren Alter. Und die Zahl der Betroffenen steigt rasant. Bis 2030 werden in Nordrhein-Westfalen zehn Prozent mehr Rentnerinnen und Rentner leben als heute. In ländlichen Kreisen wie Borken-Coesfeld, Paderborn, Heinsberg oder Euskirchen werden sogar Zuwächse von bis zu 20 Prozent erwartet. Der Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen sieht vor allem die Gefahr einer wachsenden Altersarmut und fordert deshalb eine Zeitenwende für den Sozialstaat..



Ältere Menschen müssen sich außerdem im Ruhestand immer häufiger etwas hinzuverdienen – das sind 50 Prozent mehr Menschen als noch vor zehn Jahren. „Es droht eine Spaltung zwischen gut qualifizierten und gesunden Fachkräften, die weiterarbeiten können und die Rente als Zusatzeinkommen beziehen und diejenigen, die das nicht schaffen und auf eine niedrige Rente angewiesen bleiben“, konstatiert Thomas Zander, Vorstandssprecher des Sozialverbands VdK in diesem Bundesland. Hier müsse es vom Staat eine bessere Absicherung und einen vereinfachten Zugang geben, vor allem für Erwerbsgeminderte. „Niemand sucht es sich aus krank zu werden! Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten sind und bleiben ungerecht. Und die Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente sind so hoch, dass sich viele schwer kranke Menschen vergeblich darum bemühen und sich – auf Kosten der Gesundheit – irgendwie weiter durchschlagen müssen“, betont Thomas Zander.

Aktuell ist schon fast jede fünfte Person in Nordrhein-Westfalen im Alter von 65 Jahren und mehr betroffen. Den Angaben des Bundesarbeitsministeriums zufolge müssten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon jetzt 14,56 Euro brutto pro Stunde verdienen, um durch ihren Lohn und ohne zusätzliche Sozialleistungen auf eine Rente zu kommen, die der Höhe der Grundsicherung im Alter entspricht. Der Mindestlohn als nach wie vor wichtigstes Instrument gegen Altersarmut liegt aber nur bei 12,41 Euro.