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Im Netzwerk Gewaltschutz erreichen

Karte, welche mit Punkten die Standorte der Netzwerkpartner zeigt
Netzwerk zum Gewaltschutz in Nordrhein-Westfalen
Foto: NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW

MÜNSTER (kobinet) Das NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung Nordrhein-Westfalen hat in einer weiteren Online-Veranstaltung über Barrieren im Gewaltschutz sowie Möglichkeiten, diese abzubauen oder durch Vernetzung auszugleichen, beraten. Im Vorfeld hatten alle Teilnehmenden einen speziell erarbeiteten Fragebogen zur Prüfung der Barrieren innerhalb ihrer eigenen Anlaufstelle erhalte.



Für manche war dies ein Einstieg in das Thema Barrierefreiheit, aber auch erfahrene Anlaufstellen wie die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen (kurz: KoKoBe) aus dem Rheinland, welche sich speziell an Menschen mit Lernschwierigkeiten richten, konnten Verbesserungsmöglichkeiten feststellen. Auch anwesende Werkstatt-Frauenbeauftragte berichteten von Barrieren in ihren eigenen Werkstätten.

Nicht nur bauliche Barrieren wurden angesprochen, sondern auch Hindernisse in der Bereitstellung von Informationen in Broschüren oder auf Websites. Die gesamte Veranstaltung wurde in einfacher Sprache durchgeführt: von der Einladung und dem Vorbereitungsmaterial bis hin zu den Vorträgen und zur Moderation.

Angesichts des nahenden Projektendes bei „SiStaS – vernetzt!“ betonte Monika Rosenbaum vom NetzwerkBüro NRW den intersektionalen Ansatz des NetzwerkBüros und die Bedeutung der Projektarbeit. „Gewaltschutz für Frauen mit Beeinträchtigung erfordert Netzwerke, die auf Vertrauen basieren, Akteurinnen, die die Grenzen zwischen Eingliederungshilfe und der übrigen Gewaltinfrastruktur überschreiten, und schließlich eine unabhängige Unterstützung der Frauen in Werkstätten und Wohneinrichtungen,“ erklärte sie.

Im Hinblick auf die Zukunft verwies Monika Rosenbaum auf den dringenden Handlungsbedarf in Wohneinrichtungen: „Frauen in Wohneinrichtungen oder besonderen Wohnformen sind oft noch weniger mit der Außenwelt verbunden: Vor allem Frauen mit komplexen Unterstützungsbedarfen stehen vor vielen Herausforderungen, um kurzfristig eine von Gewalt geprägte Situation zu verändern.“ Angesichts oft langwieriger Antragsbearbeitungen in der Eingliederungshilfe gewinnen gute Netzwerke als Wege zu erster Hilfe zusätzlich an Bedeutung, denn, wie es eine Teilnehmerin formulierte: „Gewalterfahrung ist nicht planbar!“