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Geist der Weltspiele in Berlin ist noch greifbar

Bläulich beleuchtete Silhouette in einem Stadium mit vielen Menschen.
50.000 Besucherinnen und Besucher kamen ins Berliner Olympiastadion zur Eröffnung der Weltspiele am 17. Juni 2023
Foto: SOD / Marvin Güngör

BERLIN (kobinet) Auch ein Jahr nach den Special Olympics World Games Berlin 2023 ist der Geist, dieses Sportgroßevent noch greifbar, das schätzt Swen Albrecht, der Geschäftsführer von Special Olympics Deutschland und CEO der Weltspiele vom letzten Jahr ein und erläutert die Aufgaben für die Sport- und Special-Olympic-Bewegung in den kommenden Jahren.



Wir geben jetzt hier einige Gedanken wider, die Thomas Flehmer von Special Olympics Deutschland zusammengefasst hat. Demnach ist der inklusive Sport durch die Spiele vom 17. bis zum 25. Juni vergangenen Jahres gewachsen, aber es gibt auch viel Luft nach oben. Bisher sind nur acht Prozent der Athletinnen und Athleten mit geistiger Beeinträchtigung im organisierten Sport registriert.

Unterstützung erhält der ehemalige Leistungsturner aus Teilen der Politik, Kultur und natürlich auch vom Sport selbst. „Durch die Bedeutung der Special Olympics World Games als größte inklusive Sportveranstaltung der Welt hat sich für Berlin ein enormes Potenzial ergeben, Inklusion in der Stadt dauerhaft zu stärken und sich als internationale und inklusive Sportmetropole zu etablieren“, sagt Sportsenatorin Iris Spranger. Das Berliner Nachhaltigkeitsprogramm „Inklusion 23“ fördert 14 Projekte, um in verschiedenen gesellschaftlichen Bereich Barrierefreiheit und nachhaltig inklusiven Angebots-, Infra- und Kommunikationsstrukturen zu schaffen.

Auch der Landessportbund Berlin (LSB) hat bedingt durch die Weltspiele einen viel schärferen Fokus auf den inklusiven Sport gelegt und merkt auch bei Veranstaltungen eine sensiblere Aufmerksamkeit gegenüber beeinträchtigten Sportlerinnen und Sportlern.

Das größere Interesse ist auch ein Erfolg des Gastgeberprogramms Host Town Program, das Monate vor dem Beginn der Weltspiele ins Leben gerufen wurde. Mehr als 200 Kommunen und Städte hatten sich mit speziellen Projekten dem inklusiven Sport angenähert und zudem vor dem Start der World Games in Berlin Delegationen aus den verschiedenen Nationen aufgenommen. Gerade durch diese Projekte spüren die Verantwortlichen laut Swen Albrecht „ganz klar den Rückenwind, dass sich in den Kommunen etwas tut und auch mehr Zugänge geschaffen werden.“ Allerdings gibt es in Deutschland rund 10 000 Kommunen, davon sind bisher über 200 eingebunden gewesen.

Wie der LSB begleitet auch Special Olympics Deutschland die Vereine, die inklusiven Sport in ihr Programm aufnehmen möchten und wofür gewisse Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Zum einen müssen die Athletinnen und Athleten überhaupt den Sportplatz erreichen, der natürlich barrierefrei sein sollte. Für viele Sportbegeisterte sei das das erste Hemmnis, um überhaupt Sport treiben zu können.

Dass genügend Erfahrung von Special Olympics Deutschland auch auf anderen Gebieten vorhanden ist, zeigt das Interesse anderer Nationen, die demnächst selbst Spiele ausrichten werden oder ausrichten möchten. „Wir sind in enger Abstimmung mit den Organisatoren der Winterspiele 2029 in der Schweiz. Wir haben diverse Austauschformate schon mit den Organisatoren der Special Olympics World Games in Chile gehabt. Insbesondere mit der Präsidentin, die dort die Treiberin ist. Dort werden wir auch eine enge Kooperation weiter eingehen, wir sind gerade in der Abstimmung. Auch das ist der Geist der Spiele, dass nämlich diese nachhaltige Wirkung alle sehen und man das gerne übertragen möchte“, sagt Albrecht, „und es gibt schon zwei, drei andere Interessenten – die Namen darf ich jetzt nicht nennen – die zukünftig auch gerne Ausrichter von Weltsommerspielen werden wollen. Die Interessenten sind bereits mit uns in Kontakt und wollen lernen.“

Sorgen bereiten dem Geschäftsführer „bestimmte gesellschaftliche Kräfte. Wir stellen uns mit ganz großer Kraft gegen Diskriminierung und gegen Ausgrenzung. Wir hatten gerade eine Situation in Mönchengladbach, bei der voraussichtlich ein vermeintlicher Anschlag auf eine Einrichtung stattgefunden hat. Deswegen kann ich nur sagen, dass wir sehr laut und sehr aktiv bleiben, dass diese Gesellschaft so bunt und vielfältig bleibt wie sie ist. Das ist auch ein Auftrag für uns.“