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Abbrechern der Pflegefachausbildung eine zweite Chance geben

Die Hand einer älteren Person wird von der Hand einer jüngeren Person gehalten
Gute Pflege braucht ausreichend gute Pflegende
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

STUTTGART (kobinet) Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg macht darauf aufmerksam, dass nach einer Studie zur Personalbemessung in Pflegeheimen es bis zum Jahr 2030 bundesweit einen Personalmehrbedarf von 112.000 Vollzeitstellen bei ausgebildeten Pflegehilfskräften geben wird. Gleichzeitig haben Auszubildende der generalistischen Pflegeausbildung, die ihr Abschlussexamen nicht bestehen oder die Ausbildung mittendrin abbrechen, keinerlei Abschluss auch nicht zur Pflegehilfskraft. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert, das zu verändern.

Laut Statistischem Bundesamt betraf das im Jahr 2022 in Baden Württemberg 10 Prozent der rund 18.114 Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler. Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg, die generalistische Pflegeausbildung so zu gestalten, dass ein Abschluss zur Pflegehilfskraft möglich ist.

Pflegehilfskräfte werden in den Pflegeeinrichtungen dringend gebraucht, um dem wachsenden Bedarf an professionellen Pflegeleistungen gerecht werden zu können. Darüber hinaus sollte künftig der Übergang von der geplanten bundeseinheitlichen Pflegehilfeausbildung in die generalistische Pflegeausbildung ohne Probleme möglich sein, auch um die Karrierechancen in der Pflege zu erhöhen, so der Verband.

„Laut einer Studie fehlen in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2040 rund 24.000 zusätzliche Pflegekräfte. Deshalb können wir es uns nicht erlauben, künftige Pflegekräfte zu verlieren. Diese Auszubildenden sind motiviert, den Pflegeberuf zu ergreifen. Das Nichtbestehen oder Durchfallen bei der Prüfung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann bedeutet nicht unbedingt, dass man für den Pflegeberuf nicht geeignet ist. Die Ursache für das Scheitern können persönliche Umstände oder die hohen fachlichen Ansprüche der generalistischen Pflegeausbildung sein“, erklärt Uta-Micaela Dürig, Vorständin Sozialpolitik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Es müsse deshalb für diese Auszubildenden eine Chance geben, in ihrem Beruf zu bleiben und unkompliziert einen Abschluss zur Pflegehilfskraft zu erlangen.