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Sonderkündigungsrecht greift nicht sofort

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Foto: gemeinfrai

FRANKFURT am MAIN (kobinet) Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen haben zum Jahreswechsel ihre Beiträge erhöht – mehr als 20 Millionen Bundesbürger sind betroffen. Deshalb setzen sich jetzt viele Versicherte mit einem möglichen Kassenwechsel auseinander. Beim Thema Sonderkündigungsrecht kommt es dabei häufig zu der falschen Annahme, dass man sofort die Kasse wechseln kann.

Der Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals gesetzlichekrankenkassen.de, Thomas Adolph erklärt den Sachverhalt, bei dem das „Sonderkündigungsrecht“ und die „Kündigungsfrist“ differenziert betrachtet werden müssen.

Wenn eine Krankenkasse ihren Beitrag erhöht, hat jedes Mitglied nach §175 des Sozialgesetzbuchs 5 (§ 175 SGB V) ein Sonderkündigungsrecht. „Dieses besagt aber ,nur‘, dass man trotz einer Bindefrist die Kasse kündigen darf. Relevant ist das lediglich für all diejenigen, die in den letzten zwölf Monaten ihre Krankenkasse gewechselt haben. Dann besteht nämlich eine zwölfmonatige Bindefrist, die durch das Sonderkündigungsrecht aufgehoben wird“, so Thomas Adolph.

Unabhängig davon, ob das Sonderkündigungsrecht geltend gemacht wird oder nicht, beträgt die Kündigungsfrist zwei volle Monate. „Wer beispielsweise im Januar noch eine Mitgliedschaft in einer neuen Krankenkasse beantragt und damit bis zum 31. Januar die Kündigung bei der alten Kasse ausspricht, wird zum 1. April 2024 Mitglied der neuen Kasse – ob mit oder ohne Sonderkündigungsrecht“, veranschaulicht der Experte. Zwei Ausnahmen von dieser Regel gibt es allerdings:

  1. Wer den Arbeitgeber wechselt, kann auch sofort die Krankenkasse wechseln (bei Antrag innerhalb der ersten zwei Wochen nach Arbeitsbeginn).
  2. Selbständige mit dem Wahltarif „Krankengeld“ haben keinen Anspruch auf das Sonderkündigungsrecht.