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Welchen Beitrag kann der Tourismus zur Barrierefreiheit leisten?

Friedrich Müller beim Test von 3-D Hilfsmittel
Friedrich Müller beim Test von 3-D Hilfsmittel
Foto: ZsL Stuttgart

Stuttgart (kobinet) Von heute, dem 13. Januar bis zum 21. Januar 2024 findet auf der Messe Stuttgart die alljährliche Fachausstellung Caravan, Motor, Touristik (CMT) statt. Friedrich Müller vom Zentrum selbstbestimmt Leben (ZsL) in Stuttgart macht sich hierzu einige Gedanken über den Zusammenhang von Tourismus und Barrierefreiheit. "Barrierefreiheit ist längst nicht mehr nur ein Thema für Menschen mit Behinderung gleich welchen Alters, sondern betrifft in zunehmendem Maße auch die Gruppe der Seniorinnen und Senioren", schreibt Friedrich Müller.

„Die barrierefreie Gestaltung der Infrastruktur sowohl in städtischen als auch ländlichen Gebieten sowohl im öffentlichen Raum in den Bereichen Verkehr sowie Wohnungs- und Städtebau stellt eine wachsende Herausforderung für Städteplaner, Architekten und auch für Politiker dar. Am 2.1.2024 erschien in der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Artikel mit dem Titel “Wie Deutschland die Barrierefreiheit verschleppt“( Barrierefreiheit: Viele Orte schließen Menschen mit Rollstuhl aus (faz.net)). Der Autor beschreibt darin die Mängel und Defizite einer barrierefreien Infrastruktur in Deutschland, 14 Jahre nach dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Die Schlussfolgerungen aus diesem mit einigen Statistiken belegten Text bieten Anlass, einmal grundsätzlich über die Wechselwirkung zwischen Tourismus und der barrierefreien Gestaltung von Kommunen und Regionen nachzudenken“, berichtet Friedrich Müller.

Die Bevölkerung in Deutschland alter immer schneller, ebenso steige der Anteil der Menschen mit Behinderung. Dies seien unter anderem wesentliche Faktoren für die wachsende Anzahl von Menschen mit eingeschränkter Mobilität, darauf müsse die Gesellschaft nach Ansicht von Friedrich Müller in ihrer gesamten Breite reagieren und für die speziellen Bedürfnisse dieser Gruppen spezifisch angepasste Lösungen anbieten.

„Die Umsetzung der Barrierefreiheit im Allgemeinen lässt hierzulande noch viel zu wünschen übrig. Als Beispiel sei in diesem Zusammenhang nur erwähnt, dass der gesamte ÖPNV in Deutschland eigentlich schon seit 2022 barrierefrei ausgebaut sein sollte. Jeder, der sich damit befasst oder selbst als Mensch mit Mobilitätseinschränkung davon betroffen ist, kann viel darüber berichten, wie wenig bislang trotz einiger bemerkenswerter Fortschritte davon umgesetzt wurde. Auf der anderen Seite gibt es in Sachen barrierefreier Tourismus schon seit ca. 20 Jahren einige sehr positive Entwicklungen, die zeigen, dass die Branche die verschiedenen Zielgruppen mit Mobilitätseinschränkung durchaus für sich entdeckt hat. Dies kommt auch in der wachsenden Anzahl entsprechender Reiseangebote auf Messen wie der CMT zum Ausdruck. Von diesem positiven Trend im Tourismusbereich sollten auch Fortschritte bei der Herstellung allgemeiner Barrierefreiheit in allen Bereichen in Städten, Kommunen und Regionen profitieren, wie es vielerorts bereits geschieht. Es bleibt zu hoffen, dass trotz häufiger werdender Krisen und wachsender öffentlicher Sparzwänge diese Entwicklung nicht stehen bleibt, sondern auch künftig noch Spielräume für viele interessante Projekte in Sachen Barrierefreiheit realisiert werden können“, schreibt Friedrich Müller.

Das ABS – Zentrum selbstbestimmt Leben e.V. – ist eine Selbstvertretungsorganisation mit einer Beratungsstelle von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung. Der Stand des ZsL auf der CMT ist in diesem Jahr in Halle 6, F76 zu finden.

Lesermeinungen

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Marion
14.01.2024 11:27

Okay, jetzt haben wir etwa 7 millonen mal festgestellt, dass bei Barrierefreiheit noch viel getan werden muss und Kobinet hat darauf schon zig male hingewiesen. Das immer wieder zu lesen, ermüdet und ist kontraproduktiv, weil irgendwann will man davon nichts mehr lesen, sondern wartet auf Taten.

Genau hier, bei den Taten, könnte man ansetzen. Konzepte, Finanzierungen etc… alles was man erstellen könnte und für Leser*Innen auch interessant sein könnte. Nur genau da setzt das Problem an …. Man scheint genau das nicht zu wollen …. Nicht Worte, sondern Taten machen einen Menschen aus (oder so ähnlich war das Zitat …) und in diesem Sinne – Einen schönen Sonntag