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Erlebnisreiche Tage und erfolgreicher Erfahrungsaustausch beim belarussischen Behindertenverband BelOI

Collage mit Fotos von den Beratungen, den  Besuchen der Einrichtungen des Behindertenverbandes und der Gedenkstätten
Impressionen des Besuches beim belarussischen Behindertenverband in Minsk
Foto: IP&P / André Nowak

BERLIN (kobinet) Auf Einladung des belarussischen Behindertenverbandes BelOI hatte Ende Oktober eine siebenköpfige Delegation des ABiD-Instituts Behinderung & Partizipation (IB&P) und des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland „Für Selbstbestimmung und Würde“ (ABiD) zum Erfahrungsaustausch Minsk, die Hauptstadt von Belarus, besucht. Diese Reise wurde von der Stiftung West-Östliche Begegnungen finanziell gefördert.



Zentrale Punkte des viertägigen Besuches waren ein Runder Tisch zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, der Besuch mehrerer Einrichtungen des BelOI, die Besichtigung der Gedenkstätten in Trostenez und Chatyn sowie die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Zerstörung des Minsker Ghettos und die Beratungen über die weitere Zusammenarbeit auf Grundlage der im Jahr 2009 zwischen dem ABiD und der BelOI geschlossenen Kooperationsvereinbarung.

Der belarussischen Behindertenverband BelOI wurde im Jahr 1988 gegründet und hat aktuell rund 45.000 Mitglieder in 123 regionalen Organisationen in allen sieben Regionen des Landes.

Einen wesentlichen Höhepunkt stellte der gemeinsame Besuch der Delegation mit einer Abordnung der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ (IBB) unter Leitung des Kuratoriumsvorsitzenden Matthias Platzeck in der Gedenkstätte Malyj Trostenez anlässlich des Gedenkens zum 80. Jahrestag der Liquidation des Minsker Ghettos dar. Hier wurde mit dem Niederlegen von Blumen gemeinsam den tausenden ermordeten Jüdinnen und Juden gedacht. Bemerkenswert war für die Besucher aus Deutschland wie die Aspekte der Barrierefreiheit in der gesamten Gedenkstätte berücksichtigt wurden.

Viele interessante Eindrücke konnte die ABiD-Delegation aus den Besuchen der von der BelOI betriebenen Werkstatt „Barkos“ und des BelOI-Zentrum für Adaption und Gesundheit „Insel der Hoffnung“ mitnehmen. Der belarussische Behindertenverband BelOI hat insgesamt 58 Betriebe / Werkstätten im ganzen Land, in denen rund 1.300 Menschen mit Behinderungen arbeiten. Interessant war in dem Zusammenhang auch, dass das Zentrum „Insel der Hoffnung“ täglich von mehr als 60 Jugendlichen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen besucht wird. 80 Prozent der Betreuten leben zu Hause bei einer alleinerziehenden Mutter, welche dadurch auch die Möglichkeit hat, arbeiten zu gehen und Geld zu verdienen.

Im Mittelpunkt der Beratungen des „Runden Tisches“ standen der Austausch zur Umsetzung der Artikel 9, 19 und 27 der UN-Behindertenrechtskonvention in Belarus und Deutschland sowie die Diskussion über die weitere Zusammenarbeit von BelOI mit dem ABiD und dem IB&P. Zwischendurch stellten sich die Rollstuhltanzgruppe sowie junge Sängerinnen und Sänger des BelOI mit einem mitreißenden Kulturprogramm vor.

In Fortführung der Kooperationsvereinbarung von BelOI und ABiD aus dem Jahr 2009 wurde ein neuer „Vertrag über die Zusammenarbeit zur vollen Teilhabeermöglichung für Menschen mit Behinderungen“ zwischen BelOI sowie ABiD und IB&P verhandelt. Im Anschluss daran wurde die neue Vereinbarung von dem ABiD-Vorsitzenden Marcus Graubner, dem Vorsitzenden von BelOI Wassili Wassilewitsch Lukaschewitsch und dem stellvertretenden Vorsitzender des IB&P André Nowak feierlich unterzeichnet.