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Gegen Armut jetzt an allen Stellschrauben drehen

Sortiment verschiedener Holzschrauben
An allen Schrauben drehen
Foto: Pixabay/Clker-Free-Vector-Images

HANNOVER (kobinet) Die Zahlen des niedersächsischen Landesamts für Statistik malen in punkto Armutsgefährdung ein düsteres Bild: Die Armut in Niedersachsen verfestigt sich und zwar in allen Bevölkerungsgruppen. Unter den Minderjährigen galt 2022 mehr als jeder Fünfte als armutsgefährdet, bei den 18- bis unter 25-Jährigen sind es fast 25 Prozent. Anlässlich des morgigen „Internationales Tags zur Beseitigung der Armut“ fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen deshalb ein von diesen Tatsachen ausgehendes Vorgehen, das alle Betroffenen gleichermaßen in den Blick nimmt.



Wiederholt bestätigt hat sich 2022 auch, dass die Armutsgefährdung im Alter überdurchschnittlich ausfällt. So liegt die Armutsgefährdungsquote von 65-Jährigen und Älteren bei etwa 18 Prozent. Für den größten Sozialverband in Niedersachsen ein unhaltbarer Zustand. „Das ist in einem reichen Land wie Deutschland nicht hinnehmbar“, betont Dirk Swinke, SoVD-Vorstandsvorsitzender in Niedersachsen. Der Verband fordert deshalb von der Politik, bei ihren Plänen alle Betroffenen zu berücksichtigen. „Es muss an vielen Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden“, so Swinke.

Maßnahmen wie die Grundrente, die Erhöhung des Bürgergelds oder die Kindergrundsicherung seien zwar richtig und wichtig. „Sie sind aber bei weitem nicht ausreichend. Vielmehr muss der Mindestlohn erhöht werden, ansonsten droht den Arbeitnehmer*innen Armut im Alter. Auch die Punkte günstiger Wohnraum und die kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen müssen angegangen werden“, erläutert Swinke.

Es sei ein entschlossenes Gesamtvorgehen statt einzelner Maßnahmen notwendig. „Eine einfache Lösung gibt es leider nicht. Aber die Probleme müssen jetzt angegangen werden, ansonsten sind immer mehr Menschen in Niedersachsen von Armut bedroht“, ist sich der Vorstandsvorsitzende sicher.