
Foto: Schönwiese
Hartheim, Österreich (kobinet) Angehörige und Nachkommen von Opfern, zahlreiche Ehrengäste und diplomatische Vertreter:innen fanden sich am 1. Oktober 2023 im Lern- und Gedenkschloss Hartheim ein und gedachten der rund 30.000 Opfer der NS-Euthanasie. Der österreichische Erziehungswissenschaftler und Aktivist der Behindertenrechtsbewegung Volker Schönwiese hielt die diesjährige Gedenkrede. Er sprach über die Gedenkkultur, verborgene Geschichten des Widerstandes behinderter Menschen und kritisierte die aktuelle Behindertenpolitik, heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienstes BIZEPS.
„Er hielt sich auch mit Kritik über die aktuelle Behindertenpolitik nicht zurück. Er forderte endlich eine wirksame Gleichstellungspolitik, wo Rechte einklagbar gemacht werden, sowie die sofortige Umsetzung von De-Institutionalisierung und inklusiver Bildung. Zentrale Themen der Gedenkrede waren die Selbstorganisation von Menschen mit Behinderungen, die bereits in der Zwischenkriegszeit begann, und der Widerstand von Menschen mit Behinderungen gegen den Nationalsozialismus. Als Beispiel erwähnt Schönwiese den Pionier der österreichischen ‚Krüppelbewegung‘ Siegfried Braun, der in der NS-Zeit nach Theresienstadt deportiert und 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Schon in der Ersten Republik stellten er und die ‚Krüppelarbeitsgemeinschaft‘ Forderungen nach Selbstbestimmung“, heißt es u.a. im BIZEPS-Bericht.




