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Höcke-Taktik: ebenso simpel wie gefährlich

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Foto: DBR

Kassel / Berlin (kobinet) Entschieden widersprechen die im Deutschen Behindertenrat (DBR) zusammenarbeitenden Verbände den Äußerungen von Björn Höcke zur Inklusion behinderter Kinder. Im mdr-Sommerinterview hatte der Thüringer AfD-Chef am vergangenen Mittwoch gefordert, behinderte Kinder nicht mehr an Regelschulen zu unterrichten. Außerdem bezeichnete er Inklusion als "Ideologieprojekt“, von dem man die Regelschulen "befreien“ müsse. "Inklusion ist keine Ideologie, sondern ein Menschenrecht und Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Eine Gesellschaft, die anfängt, Teile ihrer Mitglieder auszusondern und ins Abseits zu stellen, befindet sich auf einem riskanten und abschüssigen Pfad“, stellte die Vorsitzende des DBR-Sprecherinnenrats, Prof. Dr. Sigrid Arnade klar.



Arnade verweist auf die Stärke einer Gesellschaft durch Vielfalt. „Höckes Taktik ist ebenso simpel wie gefährlich“, analysiert sie, „das Sommerloch wird genutzt, um menschenrechtsverachtende Äußerungen zu platzieren und Aufmerksamkeit zu generieren. Das ist der Versuch, diese und andere wohl begründeten Grundrechte und Werte dieser Gesellschaft in Frage zu stellen. “Außerdem kommt inklusiver Unterricht allen Schüler*innen zugute, wenn sie in kleineren Klassen mit Teamteaching individuell gefördert werden“, erläuterte Prof. Dr. Sigrid Arnade. Sie verweist darauf, dass andere Länder mit viel höheren Inklusionsquoten als hierzulande bei PISA- und sonstigen schulischen Leistungsvergleichen regelmäßig besser abschneiden als Deutschland.

Arnade kritisiert aber auch den mdr, der Björn Höcke diese Plattform bietet und nicht eingreift, wenn menschenrechtsverachtende Thesen artikuliert werden.

Der Deutsche Behindertenrat (DBR) ist ein Aktionsbündnis der Behindertenverbände, Selbsthilfe- und Selbstvertretungsorganisationen in Deutschland und engagiert sich seit 1999 für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Im DBR haben sich über 140 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen vereinigt. Das Bündnis repräsentiert über drei Millionen Betroffene. Für das Jahr 2023 hat der Verein Weibernetz die Koordination des DBR übernommen. Vorsitzende des 4-köpfigen Sprecher*innenrats ist Prof. Dr. Sigrid Arnade.

Lesermeinungen

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2 Lesermeinungen
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Uwe N.
14.08.2023 13:17

Ich kann mich Täuschen, aber:
Ist es nicht so, das wir (also deutschland) einen Vertrag namens UN BRK unterschrieben haben?
und ist es nicht auch so, das hauptbestandteil dieses Vertrages die INKLUSION und deren Erreichung ist?
Wenn dem so sein sollte……… Warum dann diese Unsinnige Diskussion? Ich verstehe es nicht!!
Warum gibt man so einem Menschen noch Aufmerksamkeit? Können wir uns nicht einfach mal an den Fakten orientieren? Denn wenn wir das tun, geben wir solchen Menschen erst gar keine Plattform!!

„In der UN BRK geht es drum INKLLUSION entstehen zu lassen. Im interview dieses menschen nicht! Entspricht nicht den Fakten, bekommt meine Aufmerksamkeit NICHT!!!!!“

Marion
Antwort auf  Uwe N.
14.08.2023 14:26

Die Diskussion darum, sehe ich als sehr wichtig an. Zwar hat Kobinet nicht drüber berichtet, aber es ist die AfD die mit einem Antrag im Bundestag, das Institut für Menschenrechte abschaffen wollte.

Eine Unterschrift (UN-BRK) allein reicht nicht, denn daraus müssen Handlungen erfolgen und wenn man die nicht macht, ja was passiert dann? Eben genau nichts und daher sind solche Ratifizierungen nicht viel wert.

Die UN-BRK ist Bundesgesetz, aber wer klagt seine Rechte ein und hat das Geld im Extremfall bis vor den EUGH oder das IGH zu gehen? Kraft und Geld fehlen da oft und die Folgen sind schon jetzt offensichtlich ….