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Mehr Menschen mit Behinderung durch Erdbeben und Gewalt

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Foto: handicap international

BERLIN (kobinet) Die Anzahl an Menschen mit Behinderung im Nordwesten Syriens in den Reha-Zentren, die Therapien oder Prothesen benötigen, ist nach oben geschnellt. Viele Menschen sind zudem zutiefst traumatisiert. Millionen Syrer und Syrerinnen wurden verletzt, vertrieben, sind verarmt, leben in Flüchtlingslagern oder sind obdachlos. Das Leid durch die Folgen des Erdbebens, der Gewalt und der Bombardierungen ist unermesslich.



Täglich gibt es dutzende Explosionen. Das Gebiet ist durch Blindgänger verseucht. „Sechs Monate sind seit dem Erdbeben vergangen, und leider gibt es keine Aussicht auf einen Wiederaufbau der Städte und Gebiete, die durch die Katastrophe verwüstet wurden. Infolgedessen werden zahlreiche Familien auf Dauer obdachlos sein, was die ohnehin schon hohe Zahl der Menschen, die aufgrund des anhaltenden Krieges in Lagern leben, noch weiter erhöht. In den letzten Monaten hat die Zahl der Flüchtlingslager im Nordwesten Syriens stark zugenommen. Zudem ist auch die bewaffnete Gewalt angestiegen. Das unermessliche Leid, das die Bevölkerung seit zwölf Jahren ertragen muss, und das überwältigende Ausmaß an notwendiger humanitärer Unterstützung schockieren mich zutiefst.“, beschreibt Myriam Abord-Hugon, die, Länderdirektorin für Syrien von Handicap International die Lage.

Mehr als 300 Kräfte von Handicap International arbeiten im Nordwesten Syriens, um den Menschen zu helfen, darunter in Krankenhäusern und Rehabilitations-Zentren. Die Hilfsorganisation konzentriert sich auf Physiotherapie und Prothesen für die Schwerstverletzten sowie psychologische Unterstützung für Tausende, die durch das Erdbeben und die unzähligen Nachbeben traumatisiert sind. Bisher wurden allein rund 10.000 Verletzte versorgt. Die Teams haben insgesamt seither 8.000 medizinische Hilfsmittel (wie Rollstühle, Geräte zur Verbesserung der Lungenfunktion oder Gehhilfen) verteilt, dazu 300 Prothesen und Orthesen.