
Foto: Der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung
München (kobinet) Der Mangel an Fachkräften ist schon seit einer ganzen Weile im Bereich der Menschen mit Behinderung zu spüren, in den letzten Monaten jedoch verstärkt. Holger Kiesel, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung ist sehr besorgt über diese Entwicklung: "Der Mangel an Personal in den Einrichtungen, bei den ambulanten Diensten und im Bereich der Persönlichen Assistenz gefährdet zunehmend die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung! Viele Einrichtungen können niemanden mehr aufnehmen, die Situation bei vielen Betroffenen, in ihren Familien und innerhalb vieler Institutionen der Eingliederungshilfe wird immer angespannter, die Organisation eines eigenständigen und selbstbestimmten Alltags für Viele immer noch herausfordernder."
„Damit dennoch Menschen mit – egal welcher – Behinderung im Sinne der UN-BRK so wohnen und leben können, wie sie es möchten, müssen deshalb die gesetzlichen Bestimmungen im Freistaat deutlich mehr Raum für innovative Konzepte und Ideen, z.B. im Bereich Wohnen, lassen. In meinem gemeinsamen Projekt mit dem Verein WOHN:SINN arbeiten wir an Empfehlungen zur Stärkung vor allem kleinerer inklusiver Wohnprojekte, gewachsen aus der Mitte der Gesellschaft“, betonte Holger Kiesel.
Gemeinsame Wohnprojekte von Menschen mit und ohne Behinderung gehören nach Ansicht von Holger Kiesel zu den direktesten und niedrigschwelligsten Erfolgsfaktoren für eine inklusive Gesellschaft. Das Gespräch am Briefkasten, gemeinsames Kochen und Essen, zusammen Filme schauen, Spieleabende oder Hinterhoffeste: All das baue Barrieren ab und gäbe Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, selbstbestimmt mittendrin zu sein. Gemeinsam mit dem Verein WOHN:SINN – Bündnis für inklusives Wohnen e.V. und der Aktion Mensch hat Holger Kiesel das Projekt „Inklusives Wohnen in Bayern stärken“ ins Leben gerufen. Seit Juli 2022 arbeiten sechs Arbeitsgruppen zu den wichtigsten Themen, um inklusives Wohnen in Bayern leichter und attraktiver zu machen. Denn: „Gerade in Zeiten des wachsenden Personalmangels braucht es innovative Projekte, die mit und für Menschen mit Behinderung ein Maximum an Selbstbestimmung ermöglichen“, betont der bayerische Landesbehindertenbeauftragte.




