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Pflegende Angehörige werden im Stich gelassen

Die Hand einer älteren Person wird von der Hand einer jüngeren Person gehalten
Gute Pflege braucht ausreichend gute Pflegende
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

OSNABRÜCK (kobinet) Die Lebenshilfe Osnabrück kritisiert den Kabinettsbeschluss zur geplanten Pflegereform. Pflegende Angehörige, insbesondere Familien mit Kindern mit Behinderung, werden entgegen aller Versprechungen im Stich gelassen. Die Lebenshilfe fordert daher dringend Nachbesserungen und appelliert an die Osnabrücker Bundestagsabgeordneten, sich für entsprechende Veränderungen einzusetzen.



Die jetzige Entwurf der Pflegereform ist für Familien mit Kindern mit Behinderung ein Schlag ins Gesicht“, sagt der Osnabrücker Lebenshilfe-Vorsitzende Thomas Schmidt-Benkowitz. Der ursprüngliche Referentenentwurf des sogenannten Pflegeunterstützungs- und -Entlastungsgesetzes hatte ein schon seit Jahren gefordertes Entlastungsbudget – einen gemeinsamen Jahresbetrag für die Verhinderungs- und Kurzzeitpflege – vorgesehen. Dieses Vorhaben wurde allerdings kurzerhand und völlig überraschend aus dem Anfang April vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzesentwurf herausgestrichen.

„Wir sind darüber völlig entsetzt, denn ein flexibles und unbürokratisches Entlastungsbudget hätte Familien mit Kindern mit Behinderung spürbar entlastet“, betont Schmidt-Benkowitz.

Bisher können die Familien die Kurzzeitpflege nur bedingt nutzen, da es insbesondere viel zu wenige Kurzzeitpflegeplätze gibt. In der Konsequenz entfallen dann diese Leistungen. Das Zusammenführen von Verhinderungs- und Kurzzeitpflegeleistungen zu einem flexiblen Jahresbetrag würde der Lebensrealität der Familien mit Kindern mit Behinderung Rechnung tragen. „Aber stattdessen werden diese Familien mal wieder nicht gesehen“, zeigt sich der Lebenshilfe-Vorsitzende enttäuscht.