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Ältere Menschen nicht vom Deutschlandticket ausschließen

DR Fahrkartenautomat. Deutsche Reichsbahn ticket issuing machine, July 1993 Leipzig. von sludgegulper

HANNOVER (kobinet) Bei vielen Verkehrsverbünden in Niedersachsen kann das sogenannte Deutschlandticket nur digital über ein Smartphone gekauft werden. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht darin eine Diskriminierung von Menschen, die nicht über ein entsprechendes Gerät verfügen – insbesondere Seniorinnen und Senioren.



Rund eine halbe Million Menschen haben bundesweit bereits das Deutschlandticket gekauft, um Busse und Bahnen günstiger nutzen zu können. „Viele unserer Mitglieder erzählen uns allerdings, dass sie das Ticket nicht erwerben konnten, weil sie nicht über ein Smartphone verfügen“, berichtet Bernhard Sackarendt, Landesvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. In den meisten Fällen könne das Ticket nämlich nur digital bezogen werden. „Es gibt zwar einige Verkehrsverbünde, die es momentan als Papierticket oder Chipkarte anbieten. Aber auch diese Möglichkeit wird spätestens Ende des Jahres auslaufen. Dann gibt es nur noch die digitale Variante“, so Sackarendt weiter.

Zahlen zeigen jedoch, dass nur rund 70 Prozent der Seniorinnen und Senioren ein Smartphone besitzen. „Damit werden etwa 30 Prozent der älteren Menschen von der Nutzung eines kostengünstigen ÖPNVs bewusst ausgeschlossen. Für uns ist es überhaupt nicht hinnehmbar, dass günstige und klimafreundliche Mobilität vom Besitz eines Smartphones abhängt“, betont der niedersächsische SoVD-Chef.

Deshalb fordert Niedersachsens größter Sozialverband, dass an allen Verkaufsstellen der Verkehrsverbünde und in den Bahnhöfen das Deutschlandticket dauerhaft in Papierform oder als Chipkarte angeboten wird. „Ansonsten ist das Vorhaben der Regierung, mit dem Deutschlandticket alle Bürger*innen finanziell zu entlasten und einen Anreiz zur Nutzung von Bussen und Bahnen zu schaffen, nur ein leeres Versprechen und eine Farce“, so Sackarendt.