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Würdigung und Vernetzung inklusiv arbeitender Unternehmen in Hamburg

Ulrike Kloiber
Ulrike Kloiber
Foto: privat

Hamburg (kobinet) Wenn man mit Ulrike Kloiber spricht, die seit 1. Oktober 2021 Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (SkbM) in Hamburg ist, wird schnell deutlich, wie wichtig ihr die Inklusion in allen Lebensbereichen ist. Im Gespräch mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der die Senatskoordinatorin vor kurzem im Rahmen einer Tour zu guten Nachrichten zur Inklusion besucht hat, verwies sie u.a. auf einen besonderen Neujahrsempfang, den sie vor kurzem für und mit inklusiv arbeitenden Unternehmen aus Hamburg durchgeführt hat. Ein gutes und nachahmenswertes Instrument zur Würdigung deren Aktivitäten und zur Vernetzung.

Bericht von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul

Am 8. Februar 2023 war es soweit. Der Neujahrsempfang der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, Ulrike Kloiber, im Hamburger Rathaus konnte stattfinden. Gemeinsam mit der Gleichstellungssenatorin und zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank, begrüßte sie Unternehmen, die sich durch ihren Einsatz für Inklusion auszeichnen. Das neue Format des Neujahrsempfangs bot eine Plattform für einen Austausch zum Thema Inklusion auf dem Arbeitsmarkt für die Unternehmen, die schon viel dafür tun, bzw. tun wollen. Gäste aus den Bereichen Wirtschaft, den für Arbeit und Inklusion zuständigen Fachbehörden und Einrichtungen sowie Multiplikator*innen konnten hier Erfahrungen austauschen. Das gemeinsame Zie istl: Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt stärken.

„Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern, gibt es von der Stadt Hamburg bereits eine Vielzahl an Unterstützungs- und Leistungsangeboten für Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen. Darüber hinaus sollen Aktionen, wie die Verleihung des Hamburger Inklusionspreises für die Beschäftigung und/oder Ausbildung von Menschen mit Behinderungen oder der DUOday, eine Art Schnuppertag für Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, insbesondere die Unternehmen für Inklusion sensibilisieren und zum Nachahmen anregen“, heißt es im Bericht über den Neujahrsempfang zum Hintergrund.

Die Fakten zur Beschäftigung behinderter Menschen machen deutlich, dass weiteres Engagement nötig ist, was auch Ulrike Kloiber antreibt. Laut der Agentur für Arbeit Hamburg waren 2021 etwa 5.000 Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet, mehr als 39.800 Arbeitsplätze mit Menschen mit Behinderungen zu besetzen. Obwohl sich unter der großen Zahl, der bei der Agentur für Arbeit als arbeitslos gemeldeten Menschen mit einer Schwerbehinderung, viele qualifizierte Fachkräfte, ausgebildete Spezialist*innen oder Expert*innen sowie Akademiker*innen befinden, blieben ca.12.200 dieser Stellen unbesetzt. Eine Situation, die es vor dem Hintergrund einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und den immer größer werdenden Auswirkungen des Fachkräftemangels, dringend zu verändern gilt, findet Ulrike Kloiber.

Ca.150 Gäste durften die Gleichstellungssenatorin und zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank und die Senatskoordinatorin Ulrike Kloiber zum Neujahrsempfang im Rathaus begrüßen. Im Mittelpunkt standen dabei die Vertreter*innen unterschiedlicher Unternehmen: von Gartenbaubetrieben, über Zahnarztpraxen, Restaurants und Medienunternehmen, von kleineren bis zu großen Playern der Hamburger Wirtschaft – sie alle setzen sich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein. Dieses Engagement sollte im Rahmen des Neujahrsempfangs nicht nur gewürdigt werden. Vielmehr ging es um einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch, der Sichtbarmachung von Hürden und Herausforderungen, aber auch von Unterstützungs- und Beratungsangeboten. Hierfür informierten Detlef Scheele, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, und Ewa Maria Jakubczak, kommissarische Leitung der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber*innen (EAA) BIHA Hamburg, über die Möglichkeiten zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen und zu konkreten Leistungsangeboten, wie beispielsweise das Budget für Arbeit. Beim anschließenden Empfang hatten die Gäste die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und beispielsweise mit dem Integrationsamt, der Agentur für Arbeit und Integrationsfachdiensten ins Gespräch zu kommen, wie es im Bericht über den Neujahrsempfang heißt.

„Ich habe mich sehr über das große Interesse an dieser Veranstaltung und die positiven Rückmeldungen gefreut. Ich bin mir sicher, dass dieser gemeinsame Austausch dazu beitragen kann, die Unternehmen weiter für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu motivieren und sie in ihrem Vorhaben zu bestärken. Besonders wichtig finde ich es aber auch, dass die Stadt erfährt, was Arbeitgeber*innen brauchen und wie ihre Unterstützungsangebote ankommen. Nur so kann sich verbessert werden und der Inklusionsprozess in der Arbeitswelt weiter gemeinsam vorangetrieben werden. Ob wir einen solchen Austausch in dieser Form auch zukünftig anbieten oder ob es andere Formate braucht, das gilt es jetzt zu überprüfen“, betonte Ulrike Kloiber.

Link zu weiteren Infos und zur Liste von Unternehmen mit guten Beispielen