Menu Close

BER bietet Unterstützungen für nicht sichtbar behinderte Menschen

Banner: BER wird Sunflower-Airport
Banner: BER wird Sunflower-Airport
Foto: BER

Berlin (kobinet) Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) will Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen unterstützen, Abfertigungen, Kontrollen und Wege besser zu bewältigen. Mit dem internationalen Sunflower-Programm soll der Flughafen für Betroffene, wie zum Beispiel Menschen mit psychischen, nichtsichtbaren körperlichen und epileptischen Beeinträchtigungen bzw. Erkrankungen barrierefrei gestaltet werden. Hierfür können sich Fluggäste an Infoschaltern im Gebäude das grüne Sunflower-Umhängeband mit dem Sonnenblumensymbol holen und tragen – als erkennbares Zeichen, dass sie Unterstützungsbedarf benötigen. Die Mitarbeitenden des Flughafens werden hierfür verpflichtend geschult. Über diese neue Initiative berichtet Thomas Künneke, der für die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) an der Pressekonferenz des BER zur Vorstellung des neuen Angebots teilgenommen hat.



„Festzustellen ist, dass es bei dieser Initiative eine wirkliche Beteiligung von Selbstvertretungsorganisationen von nichtsichtbaren Behinderungen nicht gegeben hat. Laut Flughafenbetreiber wurden zwar Verbände von Menschen mit Behinderung, wie die Lebenshilfe …, beteiligt. Wie auch viele Menschen mit Sehbehinderungen keine Gelbe Binde mit 3 schwarzen Punkten, aufgrund vor der Sorge der Stigmatisierung und der Erfahrung aus unserer Geschichte, zum Beispiel Davidstern, mehr tragen, möchten viele Menschen mit nichtsichtbaren Behinderungen bei großen Menschenansammlungen anonym bleiben. Die Frage, ob auch die geschulten Mitarbeitenden, wie auf anderen internationalen Airports, sich mit dem weißen Sunflower-Umhängeband zu erkennen geben, wurde eher verneint. Guter Ansatz, doll ausbaufähig …“, kommentiert Thomas Künneke seine Eindrücke von der Pressekonferenz des BER vom 15. Februar.

„Menschen mit versteckten Beeinträchtigungen sollen am BER alle Reisemöglichkeiten uneingeschränkt nutzen können. Darum hat der BER als erster deutscher Flughafen das Sunflower-Umhängeband eingeführt. Es ist ein international anerkanntes Symbol für nicht sichtbare Beeinträchtigungen. Es gibt den Trägerinnen und Trägern am BER die Möglichkeit, den Mitarbeitenden wie auch Mitreisenden diskret und doch eindeutig zu signalisieren, dass sie eine nicht sichtbare Einschränkung haben und gegebenenfalls etwas mehr Unterstützung, Zeit oder ein wenig Geduld während ihres Aufenthalts am Flughafen benötigen. Für Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen kann es aus verschiedenen Gründen eine große Herausforderung sein, sich von einem Ort zum anderen oder durch Räume oder Plätze mit vielen Menschen – wie zum Beispiel Flughäfen – zu bewegen. Denn nur, weil man etwas nicht sehen kann, heißt das nicht, dass es nicht da ist. Allen nicht sichtbaren oder auch versteckten Beeinträchtigungen ist gemein, dass sie für Außenstehende nicht sofort erkennbar sind“, heißt es u.a. zum neuen Angebot des BER auf dessen Internetseite.

Link zu weiteren Infos des BER über das neue Angebot

Lesermeinungen

Bitte beachten Sie unsere Regeln in der Netiquette, unsere Nutzungsbestimmungen und unsere Datenschutzhinweise.

Sie müssen angemeldet sein, um eine Lesermeinung verfassen zu können. Sie können sich mit einem bereits existierenden Disqus-, Facebook-, Google-, Twitter-, Microsoft- oder Youtube-Account schnell und einfach anmelden. Oder Sie registrieren sich bei uns, dazu können Sie folgende Anleitung lesen: Link
2 Lesermeinungen
Neueste
Älteste
Inline Feedbacks
Alle Lesermeinungen ansehen
Patrick Herrigel
20.02.2023 13:52

Lieber Verfasser, liebe Leser

Also ich finde, dass diese Kritik unpassend ist, diese Kritik müsste eigentlich in eine andere Richtung gehen, an die Gesellschaft sowie an die Politik aber auch an die Verbände, Organisationen, Unternehmen usw.

Der erste Punkt, dass viele Menschen mit Einschränkungen dieses möglichst nicht öffentlich zeigen möchten, ist ja nicht das Problem vom Netzwerk Hidden Disabilities, sondern ein besonders in Deutschland ausgeprägtes Problem, dass Menschen mit Behinderung ausgegrenzt werden, also die fehlende Inklusion. Durch verstecken Spielen in der Öffentlichkeit wird man aber nicht die Probleme beseitigen, man sorgt nur dafür, dass die Allgemeinheit diese noch weniger wahrnimmt und dadurch für mehr Missverständnisse und Diskriminierung.

Der zweite Punkt, dass ist ein ganz wichtiger, die Verbände von nicht sichtbaren Behinderungen, haben bis heute kein wirkliches Interesse gezeigt die Inklusion zu fördern, es wurde viel intern über diese Themen gesprochen aber nur wenig unternommen, wenn eher nur in Kindergärten und Schulen, aber auch diese Menschen werden irgendwann Erwachsen.

Ich selber bin seit über einem Jahr mit dem Landesbehindertenbeauftragten des Saarlandes Herr Dr. Bieber an diesem Thema beschäftigt, einzig der Autismusverband aus den Saarland hat uns gegenüberbisher signalisiert diesem Thema sich zu widmen.

Hidden Disabilities Sunflower hingegen arbeitet in vielen Ländern schon mit zahlreichen Verbänden zusammen, so dass man nicht davon sprechen kann, dass keine Verbände von „nicht sichtbaren Behinderungen“ beteiligt sind, eher hat Hidden Disabilities wohl ein sehr großes Fachwissen zu vielen der nicht sichtbaren Behinderungen und ist damit ein idealer Partner für den BER und mehr Barrierefreiheit und Inklusion in Deutschland.

Unser Verein wird jetzt aktiv daran arbeiten Unternehmen, Behörden sowie Organisationen (auch die Verbände in Deutschland) anzusprechen und für Hidden Disabilities zu gewinnen, damit solchen haltlosen Kritiken nicht wieder entstehen.

Barrierefreiheit und Inklusion, jetzt aber recht!

Viele Grüße
Patrick Herrigel

Verein Herr Igel und seine Welt
herrigelundseinewelt.com

Marion
16.02.2023 12:06

Genauso wie viele mit Sehbehinderung die Binde nicht mehr tragen, aus Angst der Stigmatisierung, macht das Band, das der BER einführt, genau das, was man nicht will. Es stigmatisiert.

Übrigens: Vorher anmelden und man bekommt auch so die notwendige Hilfe an fast allen Flughäfen.
Bin früher viel geflogen und hatte noch nie Probleme bei der benötigten Assistenz und Hilfe.

Viele Menschen mit Einschränkungen haben eh ihre eigene Assistenz und da bedarf es solche Bänder die mich sofort als hilfsbedürftig kennzeichnen, nicht.