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MÜNSTER (kobinet) Nach sechs Jahren schießt die Anlauf- und Beratungsstelle, welche im Auftrag des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums gearbeitet hatte, ihre Türen. Planmäßig hat sie ihre Arbeit jetzt eingestellt. Sechs Jahre lang standen Menschen im Mittelpunkt, die als Kinder in Einrichtungen der stationären Behindertenhilfe und Psychiatrien Unrecht und schweres Leid wie beispielsweise Missbrauch und Misshandlungen erlitten haben.
In der Anlauf- und Beratungsstelle LWL-Landesjugendamtes haben die Mitarbeitenden in Münster Betroffenen einen geschützten Raum für Gespräche über ihre Erlebnisse und Erfahrungen sowie die Auswirkungen auf das Leben angeboten. Parallel hat die Stiftung zahlreiche Anerkennungszahlungen geleistet. Insgesamt haben sich über 3.200 Personen an die LWL- Anlaufstelle- und Beratungsstelle gewandt, von denen bis Ende 2022 über 2.700 Betroffene insgesamt 30,4 Millionen Euro Anerkennungszahlungen für erlittenes Unrecht aus der Stiftung erhielten. Dafür führten die Mitarbeitenden insgesamt fast 2.500 persönliche Gespräche, davon mehr als 1.700 im Rahmen von Hausbesuchen in ganz Westfalen-Lippe.
In den vergangenen sechs Jahren meldeten sich in den Anlaufstellen in Nordrhein-Westfalen in Münster und Köln insgesamt über 6.000 Personen, über 4.300 Anträge für die Stiftung wurden in den beiden Anlauf- und Beratungsstellen bearbeitet. Insgesamt wurden 46,9 Millionen Euro an Betroffene in Nordrhein-Westfalen ausgezahlt. „Der geschützte Raum für – häufig erstmalige – Gespräche über die damaligen Erlebnisse und Erfahrungen sowie deren Auswirkungen auf das heutige Leben war nach den Rückmeldungen der Betroffenen ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Arbeit der Mitarbeitenden in den Anlauf- und Beratungsstellen in Münster und Köln“, sagte LWL-Jugenddezernentin Birgit Westers. „Die materiellen Leistungen der Stiftung standen dabei thematisch zunächst im Hintergrund.“




