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Nicht Wohlstandsverlust sondern Armut

ABiD  in Großbuchstaben, daneben die Worte Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland
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Foto: ABiD - Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland

BERLIN (kobinet) Die Wirtschaftsweisen warnen vor einem harten Winter und befürchten einen massiven Wohlstandsverlust in Deutschland. Dem widerspricht der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland und stellt fest: Da geht es nicht um Wohlstandsverlust, sondern um Armut !

„Doch wo schon lange keine Rücklagen mehr gebildet werden konnten, ist auch nichts mehr da, was noch abgegeben werden kann“, meint der Sozialberater des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland, Dennis Riehle: „Es geht gerade bei kranken und behinderten Menschen, Langzeitarbeitslosen, Transferleistungsempfängern, Geringverdienern, vielen Alleinerziehenden, manchem Rentner und in zahlreichen Großfamilien um ihre Existenz. Da kann man keinen Wohlstand mehr opfern, weil es sich um das pure Dasein von morgen dreht. Deshalb befürchte ich keine Unruhen, weil der Millionär einige tausend Euro abstottern muss, sondern weil der Hartz IV-Empfängern die tägliche Essensration auf drei Euro senkt und die letzten Cent für einen Second-Hand-Pulli ausgibt, um in der kalten Wohnung nicht frieren zu müssen. Es ist dekadent, sich um den Wohlstand zu kümmern, wenn gleichzeitig immer mehr Mitglieder unserer Gesellschaft zahlungsunfähig werden“, so Riehle.

„Gerade auch die nicht-steuerpflichtigen Sozialschwachen, zu denen auch viele behinderte und chronisch kranke Menschen mit einer minimalen Erwerbsminderungsrente oder Einkommen unter dem Grundfreibetrag gehören, müssen entlastet werden, beispielsweise über eine individuelle Erhöhung von Sozialhilfe, Wohngeld, Grundsicherung und Frührenten, ebenso, wie durch Auszahlungen gegenüber denen, die nicht bei den Sozialämtern, Jobcentern oder der Rentenversicherung erfasst sind, aber beispielsweise über die kommunalen Versorgungsämter erreicht werden könnten, wenn sie dort als behinderte Personen registriert wurden,“ fordert Dennis Riehle mit Blick auf seine Erfahrungen als Sozialberater dieses Verbandes.