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Weibernetz trauert um Jutta Harbusch

Jutta Harbusch
Jutta Harbusch
Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet) "Am Abend des 10. August 2022 starb unsere langjährige Freundin und Verbündete Jutta Harbusch im Alter von 66 Jahren. Wir sind traurig und können es noch gar nicht fassen, dass sie nicht mehr bei uns ist", hieißt es in einem Nachruf der politischen Interessenvertretung behinderter Frauen, dem Weibernetz.

„Jutta konnte sich in den letzten 10 Tagen auf der Palliativstation in Kassel noch von einigen Freundinnen und Wegbegleiterinnen verabschieden, wie es ihr Wunsch war. Wir sind froh und dankbar, dass wir sie auf dem letzten Weg noch ein Stück begleiten durften. In den 1990er Jahren war Jutta eine enthusiastische Aktive im bundesweiten Krüppellesbennetzwerk und bei Krüppelfrauentreffen in Melsungen und anderswo. Sie fehlte auf keiner Tagung behinderter Frauen und stritt für Gleichberechtigung, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und hinterfragte jegliche Strukturen. Sie war eine der Gründerinnen von Weibernetz und von 2004 bis 2014 im Weibernetz-Vorstand engagiert. In Rheinland-Pfalz baute sie in den ersten Jahren im Zentrum für selbstbestimmtes Leben KOBRA, die Koordinierungs- und Beratungsstelle für Frauen und Mädchen mit Behinderungen auf“, heißt es im Nachruf des Weibernetz.

„Jutta war eine Sammlerin und Netzwerkerin par excellence. Die Bewahrung der Geschichte, die Achtung vor den Leistungen früherer (Frauen-)Generationen und der Austausch zwischen Alt und Jung war ihr ein wichtiges Anliegen. Da lag es nahe, dass sie in einem der ersten Projekte zum Aufbau des Archivs der deutschen Frauenbewegung mitarbeitete. Auch bei Weibernetz war ihr neben der politischen Arbeit die Archivierung ein wichtiges Anliegen. Deine vielfältigen Interessen und Aktivitäten in der Bewegung behinderter Frauen, beim Interkulturellen Frauenmusikfestival im Hunsrück, in Gartenprojekten, Tauschbörsen, im Chor und vielem mehr sind unvergessen. Wir sind dankbar für die vielen gemeinsamen Jahre!“, heißt es weiter im Nachruf. „Du hast (feministische) Vernetzung und Gemeinschaft bis zum letzten Atemzug geliebt. In einer Deiner vielen Gesten hast Du am letzten Tag Deines Lebens einen Kreis mit dem Finger beschrieben. Wie gern hätten wir Dir Deinen letzten Wunsch erfüllt: Du bist inmitten vieler Frauen und wir singen gemeinsam für Dich und mit Dir. Wir hoffen, dass es Dir dort, wo Du jetzt bist, gut geht. Wir vermissen Dich schon jetzt.“

„Gut ist es, wo wir waren.
Gut ist es, wo wir sind.
Gut ist es wo wir hingehn.
Gut ist es, wo wir sind.“
(Musik und Text: Gila Antara)

Der Nachruf wurde unterzeichnet von Brigitte Faber, Martina Puschke, Magdalene Ossege, Dörte Gregorschewski, Monika Bach, Ulrike Jährig, Paula Taube, Antje Müller und Ricarda Kluge.