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Leuchtfeuer der Hoffnung

Foto zeigt UNO-Generalsekretär António Guterres
UNO-Generalsekretär
Foto: UNO-Photo/Rick Barjornnas

Berlin (kobinet) Nach den Raketenangriffen auf Odessa geht es jetzt weiter darum, wie ein am Freitag vereinbartes Abkommen über den ukrainischen Getreideexport umgesetzt werden kann. UNO-Generalsekretär António Guterres hat den Raketenbeschuss des Hafens von Odessa vom Samstag verurteilt. Guterres erinnerte daran, dass sich am Vortag alle Parteien klar verpflichtet hätten, den sicheren Export ukrainischen Getreides zu gewährleisten: «Die vollständige Umsetzung durch die Russische Föderation, die Ukraine und die Türkei ist zwingend erforderlich.»

Sowohl Russland als auch die Ukraine unterzeichneten in Istanbul getrennt voneinander entsprechende Vereinbarungen unter Vermittlung von Guterres. Er sagte in Istanbul, das Abkommen ebne den Weg für große Lebensmittelexporte aus den drei wichtigen ukrainischen Häfen: Odessa, Tschornomorsk und Juschne. Das Abkommen sei ein »Leuchtfeuer der Hoffnung«, so Guterres: »Dies ist eine Einigung für die Welt«.

Vereinbart wurde nach UN-Angaben, einen Korridor zwischen der Ukraine und dem Bosporus zu schaffen – der Meerenge zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer. Die UNO werde ein Koordinationszentrum einrichten, um die Umsetzung des Abkommens zu überwachen.

Die Ukraine könnte insgesamt 20 Millionen Tonnen Getreide aus der Ernte des Vorjahres exportieren. Es seien Vorräte im Wert von rund zehn Milliarden US-Dollar eingelagert. Die Kriegsparteien haben sich fast fünf Monate nach dem russischen Überfall auf die Ukraine erstmals auf eine größere Übereinkunft verständigt.

Ein Ende der Blockade der ukrainischen Agrarexporte durch das Schwarze Meer würde sicherzustellen, dass die Lebensmittel aus der Ukraine auf die Weltmärkte gelangen. Die Afrikanische Union begrüßte das Abkommen. Viele afrikanische Länder importieren mehr als die Hälfte ihres Weizens aus Russland oder der Ukraine. Die Vereinten Nationen hatten deshalb vor massiven Hungersnöten gewarnt.