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Hilfsmittel in der Mehrheit mehrkostenfrei

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Foto: GKV

BERLIN (kobinet) Nach einer Meldung des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen werden die GKV-Versicherte zu 80 Prozent mehrkostenfrei mit Hilfsmitteln versorgt. Rund 20 Prozent der bei den GKV-Versicherten zahlen durchschnittlich etwa 136 Euro dazu. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbandes.

Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Der vierte Mehrkostenbericht kommt zu dem Ergebnis: Circa 80 Prozent der gesetzlich Versicherten bekommen ihre Hilfsmittel mehrkostenfrei. Damit zeigt sich ein längerfristiger und erfreulicher Trend. Grundsätzlich stehen den Versicherten für ihren Krankenkassenbeitrag hochwertige Hilfsmittel ohne Mehrkosten zur Verfügung. Darüber hinaus sind auch die durchschnittlichen Mehrkosten nur unwesentlich gestiegen und in den meisten Bereichen stabil geblieben.“

Mehrkosten zahlen die Versicherten, anders als die gesetzliche Zuzahlung, freiwillig. Insgesamt wurden bei rund 6,1 Millionen und somit gut 20 Prozent aller Hilfsmittelversorgungen Mehrkosten gezahlt. Die Summe aller dokumentierten Mehrkosten betrug etwa 826 Millionen Euro. Die durchschnittliche Höhe lag bei 135,7 Euro, allerdings ist die Spanne der Mehrkosten groß: Mit 1.339,2 Euro rangieren nach wie vor die Hörhilfen an erster Stelle, während es zum Beispiel bei den Inhalations- und Atemtherapiegeräten durchschnittlich 30,78 Euro und bei Kranken- und Behindertenfahrzeugen 277,07 Euro waren.

Die Abgrenzung zwischen dem, was medizinisch notwendig ist und damit solidarisch sowie über Zuzahlungen finanziert wird, und dem, was in den Bereich der Komfortleistungen gehört, ist immer wieder eine Herausforderung. Ein Beispiel sind nach dem vorgelegten Mehrkostenbericht Kompressionsstrümpfe: Diese sind üblicherweise mehrkostenfrei. Es gibt aber auch teurere Modelle mit Spitzenrand oder in Farben der saisonalen Mode – diese Mehrkosten trägt dann nicht die Solidargemeinschaft, sondern der oder die Versicherte selbst.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass gesetzlich Krankenversicherte sich mit einer Zuzahlung an Hilfsmitteln beteiligen. Der Eigenanteil beträgt für jedes Hilfsmittel mindestens fünf Euro, beziehungsweise den tatsächlichen Preis, falls dieser unter fünf Euro liegt, und höchstens 10 Euro. Bei Mehrkosten handelt es sich hingegen um eine bewusst entschiedene Zahlung.