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Versorgung von ukrainischen Geflüchteten mit Hörbehinderungen ist unzureichend

Portraitfoto von Hubert Hüppe
Hubert Hüppe
Foto: Rene Golz

BERLIN (kobinet) Der Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter im Gesundheitsausschuss für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Hubert Hüppe (CDU/CSU) nimmt anlässlich der Antwort der Bundesregierung zur Frage bezüglich der Situation hörbehinderter Flüchtlinge aus der Ukraine Stellung. Er sieht die Versorgung von ukrainischen Geflüchteten mit Hörbehinderungen als unzureichend an und fordert die Bundesregierung auf, endlich tätig zu werden

Hubert Hüppe stellt in dem Zusammenhang fest: „Es ist ernüchternd, dass die Bundesregierung untätig bleibt und keine Vorkehrungen trifft, um den besonderen Bedürfnissen von ukrainischen Geflüchteten mit Hörbehinderungen entgegenzukommen. Nach Auskunft der Bundesregierung liegen ihr weder Informationen darüber vor, wie viele ukrainische Geflüchtete mit Hörbehinderungen seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine nach Deutschland eingereist sind, noch hat sie spezielle Hilfsprogramme für sie aufgelegt. Aufgrund ihrer Beeinträchtigung haben Menschen mit Hörbehinderungen besondere Schwierigkeiten, an die notwendige Unterstützung heranzukommen. Jedoch werden ihre Bedarfe offensichtlich von der Bundesregierung nicht wahrgenommen. Auf die Frage nach konkreten Hilfsprogrammen, die auf die Bedarfe dieser besonders vulnerablen Gruppe von ukrainischen Geflüchteten gerichtet sind, nennt die Bundesregierung nicht eine Maßnahme. Stattdessen verweist sie auf die ehrenamtlichen Helfer des Deutschen Gehörlosen-Bundes und andere Gehörlosenorganisationen. Doch weder der Deutsche Gehörlosen-Bund noch der Deutsche Schwerhörigenbund sind personell und finanziell in der Lage, die notwendigen Hilfen trotz aller Bemühungen zu leisten. Der Gehörlosen-Bund kritisiert auch, dass Gruppen gehörloser Ukrainer gegen ihren Willen getrennt wurden, obwohl sie durch ihre ukrainische Gebärdensprache dringend aufeinander angewiesen sind. Da in Deutschland kaum jemand die ukrainische Gebärdensprache übersetzen kann, ist die gesundheitliche Versorgung nicht gegeben. Auch die Arbeitsintegration und die Wohnungssuche sind erheblich erschwert. Die in der Auskunft der Bundesregierung nicht erwähnte speziell für aus der Ukraine geflüchtete Menschen mit Behinderungen geschaffene Bundeskontaktstelle konnte auf telefonische Anfrage im Vorfeld auch keine konkreten Hilfsmaßnahmen für Geflüchtete mit Hörbehinderungen nennen und teilte mit, dass ihr Aufgabengebiet vor allem auf Geflüchteten mit Behinderungen mit pflegerischem Bedarf läge. Zudem verwies sie auf Hilfsangebote der Hilfsorganisation „Handicap International“. Die Bundesregierung muss dringend tätig werden und die Selbsthilfeverbände umfassend unterstützen, damit den ukrainischen Geflüchteten mit Hörbehinderungen der Zugang zur notwendigen Unterstützung nicht aufgrund ihrer Behinderung verwehrt wird“.