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Ukraine-Frieden nicht in Sicht

Foto zeigt Sonnenblume
Sonnenblume auf meinem Balkon
Foto: sxh

Berlin (kobinet) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat davor gewarnt, die Ukraine an den Verhandlungstisch mit Russland zu drängen. Steinmeier sagte heute im ZDF-Sommerinterview, offen sei die Frage, wie dieser Krieg und das Blutvergießen beendet werden können.

Derzeit sehe es so aus, dass die Entscheidung auf dem Schlachtfeld gesucht werde. Die Erfahrung zeige aber, dass jeder Krieg am Ende am Verhandlungstisch beendet werde. Die Aufnahme von Friedensverhandlungen liege in der Entscheidung der Kiewer Regierung. Man müsse die Ukraine stark machen, bevor Verhandlungen begännen. Das Land müsse seine Souveränität, territoriale Integrität und Unabhängigkeit wiedergewinnen.

Ende Juni hatten erneut deutsche Prominente, Publizisten und Wissenschaftler den Westen in einem offenen Brief aufgerufen, die Bemühungen um eine diplomatische Lösung zu intensivieren. Eine „Strategie zur möglichst raschen Beendigung des Krieges“ fordern Persönlichkeiten wie Jakob Augstein, Svenja Flaßpöhler, Josef Haslinger, Alexander Kluge, Robert Pfaller, Richard David Precht, Ranga Yogeshwar, Michael von der Schulenburg, Edgar Selge, Ilija Trojanow, Harald Welzer oder Juli Zeh.

Kreml-Sprecher Peskow warf dem Westen vor, Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu verhindern. Trotzdem werde der Moment für solche Gespräche kommen, sagte Peskow in Moskau. Für einen Frieden müsse die Ukraine aber die russischen Forderungen annehmen. Russlands Präsident Putin hatte als Kriegsziele unter anderem die internationale Anerkennung der von Russland annektierten Krim-Halbinsel und die Abtretung der ostukrainischen Donbass-Regionen Luhansk und Donezk an sein Land genannt.

Angesichts der massiven Zerstörungen in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj nach mehr als vier Monaten Krieg internationale Hilfe beim Wiederaufbau seines Landes gefordert. „Es ist notwendig, nicht nur alles zu reparieren, was die Besatzer zerstört haben, sondern auch eine neue Grundlage für unser Leben zu schaffen: sicher, modern, komfortabel, barrierefrei“, sagte er vor einem Treffen von 40 potenziellen Geberländern am Montag im schweizerischen Lugano.

Mit einem eindringlichen Friedensappell hat Papst Franziskus sein Gebet für die Ukraine erneuert. „Ich appelliere an die Führer der Nationen und Leiter internationaler Organisationen, auf die Tendenz, Konflikte und Konfrontationen weiter anzuheizen, zu reagieren“, so der Papst beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.